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Themen » Vorsorge und Trauerfall

Geschichtsträchtige Berliner Friedhofslandschaft

228 Friedhöfe gibt es in unserer Stadt und viele berühmte Grabstätten – Orte der Erinnerung und zugleich grüne Oasen zur Entspannung.

Ehrengräber in Berlin

Auf über 80 Berliner Friedhöfen erhielten bisher insgesamt 824 verdiente und bekannte Persönlichkeiten ein Ehrengrab.

Das Grab von Käthe Kollwitz befindet sich auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, das von Hildegard Knef und das des Kanzlers und Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof. Der Sänger und Schauspieler Ernst Busch und der Widerstandskämpfer Anton Saefkow liegen auf dem Friedhof Pankow III, Am Bürgerpark. Erika Heß, Bürgermeisterin von Wedding, fand ihre letzte Ruhe auf dem Urnenfriedhof Seestraße. Das Grab von Stefan Heym findet man auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. Dort wurde auch der Warenhausbegründer (u.a. des KaDeWe) Adolf Jandorf begraben. Auf dem Jüdischen Friedhof in Charlottenburg fand der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Heinz Galinski, seine letzte Ruhe. Schauspieler und Theaterleiter Wolfgang Heinz wurde auf dem Friedhof Adlershof zu Grabe getragen.

Rudi Dutschke, Soziologe und Studentenführer, liegt auf dem Dahlemer St. Annenfriedhof und in Pankow, auf dem St. Hedwigs-Friedhof II, der erste, im Mai 1990 frei gewählte Oberbürgermeister Ost-Berlins Tino-Antoni Schwierzina. Das Grab des Politikers, preußischen Ministers und Reichstagsabgeordneten Rudolf Breitscheid liegt auf dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf.
Die Staatsschauspielerin Prof. Tilla Durieux fand auf dem Friedhof Heerstraße ihre letzte Ruhe. Dort liegt auch der Schauspieler und Schriftsteller Curt Goetz.

Einige sehenswerte Friedhöfe in Berlin

1. Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderscher und Französischer Friedhof, Chausseestraße 26:
Hier liegen zahlreiche Ärzte, Baumeister, Schriftsteller, u.a. Heinrich Mann und Anna Seghers, Bertold Brecht und Helene Weigel (Bild 1).
>> Mehr zum Dorotheenstädtischer Friedhof

2. Friedhof Heerstraße, Trakehner Allee:
Seit 1924 ein interkonfessioneller Friedhof der Stadt Berlin.

3. Britischer Soldatenfriedhof, Heerstraße/Grunewald:
In 376 Gräbern liegen britische Soldaten, die bei Einsätzen der Royal Air Force fielen oder in Gefangenenlagern starben, Soldaten unbekannter Nationalität und fünf polnische Kriegstote. Der Friedhof steht unter besonderem Schutz der britischen Krone.

4. Waldfriedhof Zehlendorf, Potsdamer Chaussee:
Hier liegen u.a. Ernst Reuter, Hildegard Knef, Jakob Kaiser, Otto Suhr.
>> Mehr zum Waldfriedhof Zehlendorf

5. Städtischer Friedhof Schöneberg, auch „Künstlerfriedhof“ Friedenau genannt, Stubenrauchstraße:
Hier liegen u.a. Marlene Dietrich, Helmut Newton (Bild 2).
>> Mehr zum„Künstlerfriedhof“ Friedenau

6. Türkischer Friedhof, Columbiadamm, Neukölln:
Älteste Begräbnisstätte für Muslime in Deutschland, grenzt an den Neuen Garnisonfriedhof, auf den auch einige moslemische Gräber ausgelagert wurden.
>> Mehr zum Islamischen Friedhof

7. Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gudrunstraße, Lichtenberg:
Mit der „Gedenkstätte der Sozialisten“.

8. Jüdischer Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Straße:
Gilt als der größte erhaltene jüdische Friedhof Europas.
>> Mehr zum Jüdischen Friedhof Weißensee

9. Alter Domfriedhof St. Hedwig, Liesenstraße, Mitte/Gesundbrunnen:
Familiengräber Adlon, Patzenhofer

10. Russisch-orthodoxer Friedhof, Wittestraße, Tegel:
Letzte Ruhestätte für Mitglieder des russischen Hochadels, ranghohe Offiziere, Künstler, Intellektuelle.
>> Mehr zum Russisch-orthodoxen Friedhof

11. Buddhistischer Friedhof, Ruhleben, Am Hain:
Existiert seit 2001, Berlins erste Begräbnisstätte für Buddhisten mit 100 Erd- und 600 Urnenbestattunggstellen.

Fotos: Clara Stadtgraf; Berliner Verlag; S.Hadraschek

Historische Grabstätten

Bild 18

Historische Grabmale ehren verdiente Berliner Persönlichkeiten, wie Johann Friedrich August Borsig (Foto links) und Werner v. Siemens (Südwestkirchhof Stahnsdorf), Gründer von bekannten Werken. Der Mitbegründer der deutschen Turnkunst Karl-Friedrich Friesen liegt auf dem Invalidenfriedhof. Der Arzt, Neurologe und Psychiater Wilhelm Griesinger wurde auf dem Alten St. Matthäus-Friedhof begraben. Das Grab von Heinrich Zille findet man auf dem Südwestfriedhof Stahnsdorf und das vom preußischen Baumeister Karl-Friedrich Schinkel auf dem Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof.

Bild 19

Der Dichter und Schriftsteller Theodor Fontane (Bild links) entstammte einer Hugenottenfamilie und wurde zusammen mit seiner Frau nicht unter einem Birnbaum, sondern auf dem Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde, Liesenstraße 7, beigesetzt. Die Schriftstellerin Rahel Varnhagen von Ense liegt auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I, die Schriftstellerin/Führerin der Frauenbewegung Minna Cauer auf dem Alten St. Matthäus-Friedhof. Der Generalmajor und Führer des Freichores im Befreiungskrieg Ludwig Adolf Freiherr von Lützow hat seine letzte Ruhestätte auf dem Garnison-Friedhof in der Kleinen Rosenthaler Straße, Reichsminister Walther Rathenau auf dem Waldfriedhof Oberschöneweide. Der Gründer der Pianofortefabrik Carl Friedrich Bechstein liegt auf dem Sophien-Friedhof II in Mitte.