Das Weihnachtsgeschäft in Berlin und Brandenburg läuft bislang gut - und der Einzelhandel rechnet mit einem noch besseren Endspurt. «Wir haben ein furioses Wochenende vor uns», sagte der Hauptgeschäftsführer des Berliner Handelsverbandes, Nils Busch-Petersen. Schon jetzt rechne der Verband in Berlin mit einem Plus «irgendwo zwischen eineinhalb und zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr». In Brandenburg werde das Ergebnis von 2011 eventuell «einen Hauch» übertroffen.
Der Einzelhandel freut sich nicht nur auf den vierten Adventssamstag, auch der Sonntag ist fast überall verkaufsoffen. «Der Sonntag wird wohl der stärkste Tag in diesem Jahr», sagte Busch-Petersen. Bislang habe es keine großen Überraschungen beim Geschenke-Kauf gegeben. «Ganz vorne sind die Klassiker: Bücher, Düfte und Spielzeug.» Im Technikbereich seien Tablet-PCs besonders begehrt. Wegen des Wintereinbruchs hätten die Kunden auch viel warme Kleidung gekauft.
Doch nicht überall sieht es so rosig aus: Zwischen den Großstädten und den eher ländlichen Gegenden bestehen nach Ansicht von Busch-Petersen enorme Unterschiede. «In Brandenburg tun wir uns etwas schwerer als in Berlin, oft ziehen nur besonders schöne Weihnachtsmärkte die Kunden in die kleineren Städte.»
Aber der Rummel auf der Friedrichstraße und dem Kudamm scheint auch nicht jedermanns Sache. Immer mehr Menschen bestellen per Mausklick von zu Hause aus, und der Internethandel macht den Läden in den Einkaufsstraßen zunehmend Konkurrenz. «Klar, wir spüren das», meinte Busch-Petersen. Er betonte aber auch, dass beide Verkaufskanäle nicht immer komplett voneinander getrennt seien. Mehr und mehr Händler böten ihre Waren auch im Netz an.
Besonders Bücher, Schreibwaren, aber auch immer mehr Kleidung würden online geordert, sagte der Geschäftsführer. «Aber jetzt, so kurz vor dem Fest, gehen die Leute eher in die Läden. Wenn es so knapp ist, fürchten viele, dass die Internetbestellungen nicht pünktlich ankommen.» So bleibt Kurzentschlossenen nur der Gang in die Innenstädte. Tausende werden wohl auch die Supermärkte stürmen, um sich für die Feiertage mit Lebensmitteln einzudecken und das große Weihnachts-Schlemmen vorzubereiten.

