Greifswald im Nordosten Deutschlands liegt auf dem Festland zwischen den Ostseeinseln Rügen und Usedom. Die Stadt ist rund vier Kilometer von der Küste des Greifswalder Boddens entfernt.
Greifswald ist die Universitätsstadt in Mecklenburg-Vorpommern: Von den 54.000 Einwohnern der Stadt sind rund 12.000 Studenten Ernst-Moritz-Arndt-Universität, dazu kommen etwa 5000 Universitätsangehörige. Auch Besuchern stehen die über ganz Greifswald verstreuten Einrichtungen der Universität offen.
Einen Besuch wert ist das aufwändig restaurierte, rund 600 Jahre alte Audimax, in dessen historischen Hallen so manche Kuriositäten schlummern. So kann man den unheimlichen Karzer betreten, in dem früher aufmüpfige Studenten gezüchtigt wurden. Buchstäblich sehenswert ist die universitätseigene Sternenwarte. Prachtstück der Universitätsanlagen aber ist der zwei Hektar große Botanische Garten mit 16 verschiedenen Gewächshäusern und ein eigenen Arboretum.
Zentrum von Greifswald ist die Altstadt mit dem prunkvollen Marktplatz. In zwei Abschnitte unterteilt - dem Hauptmarktplatz und dem kleineren Fischmarkt – eröffnet sich dem Betrachter ein stimmungsvolles Ambiente der gotischen Hanse-Architektur.
Highlights sind das ziegelrote Rathaus in der Mitte der beiden Marktplätze und das Wohnhaus Nummer 11, das mit seiner außergewöhnlich reich verzierten Fassade hervorsticht. In der Altstadt ist auch das Pommersche Landesmuseum angesiedelt. Es zeigt eine umfassende Sammlung Pommerscher Artefakte und in einem eigenen Gemäldetrakt auch Bilder von Caspar David Friedrich und Vincent van Gogh.
Berühmtester Sohn der Stadt ist zweifellos der Maler Caspar David Friedrich (1744-1840), dessen Bilder oftmals von der Landschaft der Region inspiriert sind. Viele seiner mystischen Motive finden sich in Greifswald und Umgebung wieder, beispielsweise die Klosterruine in Eldena.
Die Stadt ehrt den berühmten Maler mit dem Caspar-David-Friedrich-Zentrum, einem multimedialen Museum auf zwei Ebenen. Kunst und Werdegang Caspar David Friedrichs werden veranschaulicht, in Workshops kann man alte Handwerkskünste lernen.
Die echte Klosteruine, die tatsächlich so romantisch aussieht wie auf Friedrichs Bildern, befindet sich im nah gelegenen Naturschutzgebiet Eldena. Nicht nur in lauen Sommernächten ist die Ruine ein beliebter Veranstaltungsort für Kultur-Veranstaltungen, beispielsweise dem alljährlich stattfindenden Jazz-Festival.
Doppelt belohnt wird ein Besuch des Dom St. Nikolai, dem Wahrzeichen der Stadt. Das Innere ist in warmen Sandstein gehalten und versteckt Reste mittelalterlicher Bemalungen sowie einige jahrhundertealte, prunkvolle Grabplatten. Der Aufstieg auf die 60 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform wird mit einem traumhaften Rundblick über die Hansestadt bis hin zur Insel Rügen belohnt.
Einer der schönsten Wasserplätze Greifswalds ist der aufwendig restaurierte Museumshafen mit einer 600 Meter langen Pier. In dem Hafen liegen über 45 Traditionsschiffe, er ist damit der größte Altstadthafen Deutschlands. In der anliegenden Werft kann man Handwerkern beim Restaurieren historischer Schiffe über die Schulter schauen. Auf Nachfrage nehmen die freundlichen Seebären gern Besucher mit an Bord. Aussichtspunkte mit einem Blick über die Stadt und zahlreiche Events machen den Museumshafen zum Treffpunkt für Jung und Alt.
Segeln, Wassersport, Freizeit
Durch die Lage am Greifswalder Bodden gilt die Umgebung Greifswald als eines der besten Segelreviere Deutschlands und bietet eine vielfältige Wasser – und Freizeitlandschaft. Während die idyllische Wasserstraße des Flusses Ryck zu Ruder- und Kanufahrten einlädt, lockt die nah gelegene Ostsee mit zahlreichen Fun-Sportangeboten wie Surfen, Segeln und Kiten.
In unmittelbarer Nähe liegt der Fischerei- und Freizeithafen Wieck. Bekanntestes Wahrzeichen des über 800 Jahre alten Dorfes ist die Wiecker Klappbrücke. Der kleine Ortsteil Greifswalds ist vor allem in Sommermonaten ein beliebtes Naherholungsgebiet, bespickt mit vielen Cafes und Fischrestaurants. Jedes Jahr zieht das am dritten Juliwochenende stattfindende Fischerfest über 50.000 Besucher an. Höhepunkt des maritimen Volksfestes ist die Gaffelrigg, eine Regatta der Traditionsschiffe aus dem Museumshafen Greifswald.
Die selbsternannte Fahrradhauptstadt bietet Radlern inner- und außerhalb der Altstadt gut ausgebaute und beschilderte Strecken und Routen. Auch der der an der gesamten Ostsee entlang führende Ostküstenradweg sowie der Östliche Backsteinrundweg verlaufen durch Greifswald.
Das am Greifswalder Bodden gelegene Strandbad Eldena ist von der Hansestadt vier Kilometer entfernt. Der weitläufige Sandstrand mit Spielplatz ist flach und gut für Kinder geeignet. Der Eintritt beträgt zwei Euro pro Person.
Bei schlechtem Wetter ist das Sport- und Freizeitbad Greifswald eine gute Alternative. Es bietet eine insgesamt 1300 Quadratmeter große Wasserlandschaft mit Schwimmbecken, Saunen und Fitnessbereich.
FKK, Kinderspielplatz, Grillplatz, verschiedene Sportanlagen (u.a. Volleyballplatz, Basketballplatz)
Anreise mit dem Auto:
Von Berlin auf die A10 Richtung Frankfurt O./Prenzlau. Danach weiter auf die A11 Richtung Stettin/Prenzlau. Von hier weiter auf die A20 Richtung Stralsund/Prenzlau. Dann weiter auf die B111 Richtung Wolgast/ Greifswald-Süd. Und schließlich weiter auf die OVP 11 bis nach Greifswald.
Anreise mit der Bahn:
Es besteht eine direkte Zugverbindung zwischen dem Hauptbahnhof Berlin und dem Bahnhof Greifswald. Die Fahrt von Berlin aus dauert ungefähr 2,5 Stunden.
Anreise mit dem Flugzeug:
Der nächstgelegene Flughafen ist Neubrandenburg in 65 Kilometern Entfernung.

