Das Ostseebad Warnemünde ist ein nördlicher Ortsteil der Hansestadt Rostock in Meckenburg-Vorpommern. Der Fluss Warnow mündet hier in die Ostsee.
Das touristische Leben in Warnemünde konzentriert sich rund um den Boots- und Fischereihafen am Alten Strom. Dieser formt zusammen mit dem angrenzenden "Neuen Strom" die zwei Schifffahrtswege der Warnow.
Entlang des Wassers laden Cafés, Boutiquen und Fischerkneipen zum Bummeln und Verweilen ein. In der idyllisch-nostalgischen Kulisse aus Fischerhäuschen und Segelbooten ziehen vor allem riesige Luxusliner die Blicke der Besucher auf sich, wenn die Schiffe den "Neuen Strom" Richtung Hafen durchfahren.
Vom Alten Strom über die drehbare Bahnhofsbrücke gelangt man in den beschaulichen Ortskern, mit seinen "Tüschen" - den kleinen, historischen Gassen der Alexandrinenstraße - und der neugotischen Backsteinkirche. Wenige Schritte weiter befindet sich das in einem Fischerhaus untergebrachte Heimatmuseum Warnemündes, das anschaulich über die örtliche Geschichte der Fischerei und Seefahrt, das Lotsenwesen und die Seenotrettung informiert.
Am Alten Strom lohnt ein Besuch im Munch-Haus. Das frühere Atelier des norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch dient heute als Begegnungsstätte für norwegische und deutsche Künstler. Regelmäßige Literatur- Musik- und Kunstveranstaltungen in kleinem Kreis bieten eine kulturelle Abwechslung zu Sonne und Strand.
Die zwei Wahrzeichen und auffälligsten Bauten des ehemaligen Fischerdorfes sind der Alte Leuchtturm und der "Teepott" nahe der Warnemünder Westmole. Der 37 Meter hohe, über Warnemünde herausragende Leuchtturm ist als nächtliches Seezeichen immer noch in Betrieb. Am Tag dient er Besuchern als Aussichtsplattform mit einem weiten Blick über Warnemünde und die Ostsee.
Gleich neben dem Alten Leuchtturm befindet sich ein auffälliges Gebäude im Stil der 1960er Jahre. Wegen des gebogenen Betondaches wurde der Bau zum "Teepott", ein Name der bis heute blieb. Nach einer Renovierung dampft der "Teepott" wieder und zieht mit Restaurants und Ausstellungen Besucher an.
Am "Teepott" beginnt die Seepromenade, eine Flaniermeile mit zahlreichen Hotels und Pensionen im Stil der Bäderarchitektur. Der puderfeine, rund drei Kilometer lange Sandstrand macht Warnemünde seit über 100 Jahren zum Ziel Erholungssuchender.
Weil es am Strand auch bei Wind und Wetter warm und bequem sein sollte, wurde in Warnemünde 1883 eine geniale Erfindung entwickelt: der Strandkorb. Vieler seiner Nachkommen stehen auch heute am Warnemünder Strand.
Neben den zahlreichen Sonnenanbetern nutzen Sportbegeisterte die maritime Lage zum Surfen, Segeln und Kiten. Im Herbst ist der Strand beliebtes Ziel für Drachensteiger.
Abgehend von der Strandpromenade erstreckt sich der rund zwei Kilometer lange "Planeten-Wanderweg". Entlang des Lehrpfads informieren Schautafeln der Sternenwarte Rostock über die Planeten unseres Sonnensystems. Zwischen Seepromenade und dem Ortskern liegen der Kurpark und das Kurhaus Warnemünde. In der Grünanlage steht eine Freilichtbühne, auf der in Sommernächten Konzerte und Veranstaltungen stattfinden.
Je nach Wetterlage erwarten Spaziergänger entweder Entspannung oder Abenteuer auf der Westmole. Denn der Abstecher auf die 540 Meter in die Ostsee reichende Mole wird bei Wind und hohem Wellengang zum Erlebnis, bei Sonnenschein ist es ein sommerliches Flanieren. Am Ende steht die grüne "Leuchtbake", die Schiffen per Leuchtzeichen den Weg weist. Während der alljährlichen "Hanse Sail" in Rostock nutzen Zuschauer die Westmole als Aussichtspunkt auf die Parade prachtvoller Großsegler und Traditionsschiffe vor der Küste von Warnemünde.
Kulinarische Spezialitäten der Region frisch auf den Tisch gibt es an den Wochenenden auf dem Warnemünder Fischmarkt. Platziert zwischen Altem und Neuem Strom lockt der auf der Mittelmole gelegene Fischermarkt mit fangfrischen Fischspezialitäten der Ostsee.
Im Sommer findet an der Mittelmole in Warnemünde die wohl kurioseste Veranstaltung der Ostseeküste statt. Das "Waschzuber-Rennen" während der Warnemünder Woche bietet Zuschauern ein einmaliges, buntes Spektakel, bei dem dem Bastelfreunde in ihren selbstgebauten Badewannen-Konstruktionen miteinander wetteifern.
Yachthafen "Hohe Düne" und Robbenforscher
Gegenüber von Warnemünde auf der östlichen Seite der Warnow liegt das Gebiet "Hohe Düne" mit einer Hotelanlage plus zugehörigen Yachthafen, Golfclub und Shopping-Center. Von hier aus starten viele Segler in die Segelreviere vor der Ostseeküste .
Unweit des Hafens zieht es Tierfreunde in Europas grösste Robbenforschungsstation . Hier erforschen Wissenschaftler der Uni Rostock die Sinneswahrnehmung und Unterwasserorientierung der einheimischen Tiere. In geführten Gruppen können Besucher das Forschungsinstitut kennen lernen und wissenschaftliche Experimente mit den Robben beobachten.
Anreise mit dem Auto:
Von Berlin auf die A10 Richtung Hamburg. Danach weiter auf die A24 Richtung Hamburg/Rostock/Kremmen. Von dort weiter auf die A19 in Richtung Rostock/Wittstock. Und dann schließlich weiter auf die B105 und bis nach Warnemünde durchfahren.
Anreise mit der Bahn:
Täglich verkehren mehrere Züge zwischen Berlin und Warnemünde. Zuerst geht es bis Rostock mit der RB oder schnelleren Zügen. Ab Rostock Hbf verkehrt die S-Bahn im 20-Minuten-Takt nach Warnemünde.
Anreise mit dem Flugzeug:
Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Rostock/Laage.

