Wer überfüllte Universitäten und hohe Studiengebühren satt hat, sollte nordwärts blicken: Die Universitäten Mecklenburg-Vorpommerns bieten gute Alternativen, schließlich gibt es dort mit den Universitäten Rostock und Greifswald zwei traditionsreiche Hochschulen, die Spitzenleistungen erbringen und einen entscheidenden Vorteil haben – Studenten zahlen keine Studiengebühren.
Direkt an der Ostseebucht, nicht weit entfernt von der durch die UNESCO geschützten Altstadt, befindet sich die kleine Universität Wismar. 1908 wurde die "Ingenieur-Akademie Wismar" von Robert Schmidt, dem ersten Direktor gegründet. 1992 wurde sie zu der Hochschule wie man sie heute kennt: eine moderne Campusuniversität.
Kindergarten auf dem Campus
In Wismar studieren derzeit rund 6000 Studenten Technik, Wirtschaft oder Gestaltung. Auch künftige Kapitäne absolvieren hier ihre Ausbildung, sowie Studenten in den Studiengängen Design, Architektur, Maschinenbau und Nautik. Fast alle Hochschuleinrichtungen, Labore, die Bibliothek und der Kindergarten befinden sich am Campus.
Nur wenige Einrichtungen sind an anderen Standorten untergebracht: Auf der Insel Poel liegen einige Bio- und Chemielabore, in Warnemünde befindet sich das Maritime Simulationszentrum, das weltweit einzigartig ist.
Wesentlich älter ist die Universität Rostock: Sie gehört zu den drei ältesten Universitäten Deutschlands und wurde im Jahr 1419 gegründet. 15.000 Studenten studieren in einer der zehn Fakultäten; Fächer wie Informatik, Umweltwissenschaften, Jura, Maschinenbau, Schiffstechnik, Mathematik, Medizin und Philosophie sind hier vertreten. Für gutes Essen sorgt die Universitätsmensa, die zu den besten in ganz Deutschland zählt.
In der im Jahr 2007 gegründeten "Interdisziplinären Fakultät" sind Fachbereiche aus den Ingenieurswissenschaften, Umwelttechnik und Medizin zusammengelegt. Zu den Hochschulgebäuden gehört auch die Universitätsbibliothek, die mit ihren mehr als zwei Millionen Bänden die größte Mecklenburg-Vorpommerns ist. Eine besondere Außenstation liegt direkt an der Ostsee: Die Robbenforschungszentrum in Warnemünde .
Nicht unweit der Greifswalder Altstadt, liegt die Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Sie ist nicht einmal 40 Jahre jünger als die Rostocker Hochschule. Vor allem auf die Forschung in den Naturwissenschaften wie Medizin, Physik und Biochemie wird in Greifswald Wert gelegt - neben Theologie, Rechtswissenschaften und Geisteswissenschaften.
Bemerkenswert ist die Aula im Hauptgebäude der Hochschule; hier findet sich eine Empore, von deren Geländer vergoldete Engelsstatuen auf den großen Saal hinunterblicken.
Neben dem Universitätsklinikum, das eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands ist, gehört auch ein Botanischer Garten zur Universität und selbst einen ganzen Wald nennt die Hochschule ihr Eigen. An der Universität kann man – wie an allen anderen genannten Hochschulen – zu günstigen
Studentenpreisen Sport treiben. Besonders gefragt bei den Studenten sind vor allem die Segel- oder Surfkurse in den küstennahen Hansestädten.

