Werder liegt unmittelbar südwestlich vor Potsdam und Berlin im Havelland. Die Altstadt befindet sich auf einer Insel in der hier recht breiten Havel. Außerdem wird Werder von den Havelseen Schwielowsee, Glindower See, Großer Plessower See und Großer Zernsee flankiert.
Durch seine Lage an Havel und den Havelseen ist Werder ein hervorragender Ort für jegliche Formen des Wassersports: Segeln, Motorboot fahren, Wasserski, Paragliding und Windsurfen. Des Weiteren gibt es regelmäßige Regatten und Wassersportevents. Öffentliche Badestellen befinden sich im Strandbad Werder am Plessowersee und im Strandbad Glindow am Glindower See.
Die Inselstadt ist geprägt von ein- und zweigeschossigen Bürgerhäusern aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert und urigen Fischerhäuschen. Überragt wird sie von der evangelischen Heilig-Geist-Kirche mit ihrem 45 Meter hohen Turm. Der neugotische Bau entstand bis 1858 nach Entwürfen Stülers sowie unter Verwendung von Mauerresten des mittelalterlichen Vorläufers auf dem höchsten Punkt der Insel.
Weiterhin prägend ist die Bockwindmühle auf dem Mühlenberg. Sie kam als Ersatz für die verschwundenen drei Namensgeberinnen des Hügels. Dieses Exemplar stammt aus Klossa, heute Stadtteil von Jessen an der Schwarzen Elster, und wurde aufgrund des hartnäckigen Engagements der Werderaner Bürger 1987 hier aufgebaut.
Neben dem Alten Rathaus befindet sich hinter einem liebevoll gestalteten schmiedeeisernen Zaun die Touristen-Information. Zudem ist hier das Obstbau-Museum, das einzige seiner Art, im ehemaligen Stadtgefängnis untergebracht – ein passender Ort, wird doch das hiesige Obst oft in die Gefangenschaft einer engen Flasche gesteckt, nachdem es zu Alkohol geworden ist.
Dieses flüssige Obst spielt eine große Rolle beim jährlichen Baumblütenfest Ende April. Es hat sich seit 1879 mit heute einer halben Million Besuchern zu einem der größten Volksfeste Deutschlands entwickelt. Am Hohen Weg spielt eben nicht nur die Blütenpracht der Obstgärten um Werder eine Rolle.
Vorab wird jedes Jahr eine Baumblütenkönigin gekürt, die neben gutem Aussehen auch noch Wissen über Werder und den Obstanbau mitbringen muss. Das Baumblütenfest beginnt mit einem traditionellen Umzug und endet mit einem großen Feuerwerk. Die besten Obstweinproduzenten bekommen die „Goldene Kruke“ verliehen.
Statistisch – im langjährigen Mittel – beginnt der obstfreundliche Frühling in Werder fünf Tage früher als im Umland. Das milde Klima führte auch dazu, dass seit 1985 auf dem Wachtelberg die – laut Eigenwerbung – nördlichste für den Qualitätsweinanbau zugelassene Reblage der Welt liegt. Der zumeist trockene und leichte Wein des Sandhügels kann verkostet, gekauft und beim Wachsen besichtigt werden.
Werder (Havel) liegt südwestlich von Berlin und ist über den Berliner Ring (A10) oder die B1 zu erreichen.
Mit der Bahn: Der RE1 fährt nach Werder (Havel).
Obstbau-Museum
Kirchstraße 6/7
14542 Werder
Tel. 03327 / 78 33 74
Mi 11–16 Uhr, Sa/So 13–17 Uhr
Zweirad- und Technikmuseum
Mielestraße 2
14542 Werder
Tel. 03327 / 409 74 o. 401 67
Apr.–Okt.: Mi, Do, Sa/ So 10–17 Uhr; Nov.–März:
So 10–16 Uhr, andere Zeiten n. V.
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