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Absolventen müssen Praxiswissen mitbringen

Hochschulabsolventen auf Jobsuche müssen Praxiswissen nachweisen. Am besten fangen sie früh damit an, Erfahrungen zu sammeln- dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Studenten im Hörsaal
Nicht nur graue Theorie: Von Uni-Absolventen wird Praxistauglichkeit erwartet. © dpa

Theorie und Praxis gehören zusammen. Gerade Unternehmen legen viel Wert darauf, praxiserprobte Absolventen zu bekommen. Studenten sollten daher frühzeitig in den Betriebsalltag hineinschnuppern. Und sie müssen lernen, ihr Wissen richtig anzuwenden.

Rechtzeitig Praxiswissen sammeln

Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in Berlin mangelt es vielen Hochschulabsolventen an Praxiswissen. Mancher verliert deshalb noch in der Probezeit den Job. Dabei geht es nicht darum, dass Hochschulabsolventen sofort alles können müssen. «Eine Einarbeitung ist fast immer notwendig», sagt Kevin Heidenreich, Leiter Hochschulpolitik beim DIHK. Studenten müssen daher rechtzeitig damit anfangen, Praxiswissen zu sammeln.

Praktika während des Studiums

Die klassische Methode, um sich Praxiswissen schon während des Studiums anzueignen, ist das Praktikum. «Für Unternehmen ist das wichtig, um die Studenten kennenzulernen. Für die Studenten ist es wichtig, um zu sehen, ob ihnen die Tätigkeit überhaupt Spaß macht», sagt Heidenreich. Studenten bekommen durch ein Praktikum einen Einblick in die Unternehmenswelt und wissen dadurch, worauf es im Berufsleben ankommt. «Die können dann wirklich mitreden», sagt Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München.

Nebenjobs während des Studiums

Auch durch Nebenjobs können Studenten noch während ihres Studiums wichtige Erfahrungen sammeln. Dabei sind auch eher stupide Nebenjobs wie die Arbeit an der Supermarktkasse etwas wert. «All diese Dinge helfen, dass man sieht, die Leute haben Erfahrung und wissen, wie es an der Front zugeht», sagt die Expertin.

Seminare von Unternehmern und Hochschulprofessoren

Ein anderer Weg, um sich bereits vor dem Start ins Berufsleben Praxiswissen anzueignen, ist der Besuch von Seminaren, die von Unternehmern und Hochschulprofessoren gemeinsam gehalten werden. Diese Angebote sind derzeit noch eher selten. Wenn ein solches Seminar angeboten wird, sollten Studenten es daher unbedingt besuchen.

Viele Universitäten in Deutschland haben das Problem erkannt, dass ihre Absolventen oft nicht genug Praxiswissen haben. An der Universität Hamburg etwa gibt es daher ein «Career Center», in dem solches Wissen vermittelt wird. Es bietet Seminare an, in denen Studenten zum Beispiel lernen, Vorträge zu präsentieren, Besprechungen zu moderieren oder Projekte zu leiten. Auch Themen wie Smalltalk werden behandelt.

Dualer Studiengang

Wer sich einen stärkeren Praxisbezug im Studium wünscht, kann auch einen dualen Studiengang wählen. «Das ist eine ganz enge Verzahnung der beiden Lernorte», erklärt Heidenreich. Denn die Studenten arbeiten regulär im Unternehmen und studieren parallel. Wer lieber regulär studieren möchte, aber dennoch kein Fachidiot ohne Praxiswissen werden will, kann seine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben. Doch auch das wird viel zu selten gemacht.

Kontakte von Studenten und Unternehmen

«Die Ingenieurbereiche haben gute Wirtschaftskontakte», sagt Heidenreich. Aber in geistes- oder kulturwissenschaftlichen Fächern sind jene Kontakte selten. Die Unternehmen wissen nicht, was die Studenten solcher Fächer können. Und die Studenten wissen nicht, wo sie später arbeiten können.

Absolventen sollten im Unternehmen vorsichtig auftreten

Wer trotz Praktika und Nebenjobs im ersten Job nicht als Fachidiot auffallen will, sollte sich bewusst machen, dass ein Anfänger definitiv nicht alles kann. Leitner rät Hochschulabsolventen, im neuen Unternehmen vorsichtig aufzutreten. Zu selbstbewusstes Auftreten bringt gar nichts. Keiner sollte sich als «Naseweis» zeigen und darauf hinweisen, was man alles besser machen kann. «Man sollte eher abwarten und beobachten, wo man sich mit seinem Wissen einbringen kann», rät Svenja Hofert, Karriereberaterin in Hamburg.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 14. September 2012 10:22 Uhr
(Bilder: Heike Zappe / Referat Öffentlichkeitsarbeit HU ; Bob Smith/ www.sxc.hu ; sanja gjenero / www.sxc.hu ; mipan/www.fotolia.com ; Acer)

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