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Mehr Arbeit für Behinderte: Programm soll Unternehmern Mut machen

Schwerbehinderte sollen in Brandenburg stärker als bislang am Arbeitsleben teilhaben. «Sie sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen», sagte Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) am Montag in Potsdam. «Viele Unternehmen kaufen sich lieber von ihrer Verpflichtung frei, Menschen mit Behinderung zu beschäftigten, anstatt ihnen Arbeit zu geben», so der Minister anlässlich des internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen. Trotz überwiegend guter Qualifikation sind rund 6400 Schwerbehinderte im Land arbeitslos - ein Anteil von mehr als 10 Prozent. Insgesamt leben etwa 220 000 Menschen mit einer schweren Behinderung in der Mark.
Hinweisschild: Eingang für Rollstuhlfahrer
Viele Schwerbehinderte sind arbeitslos. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv © dpa

Die «Initiative Inklusion» - ein Gemeinschaftsprojekt mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit - soll die Situation verbessern. Dabei sollen Ausbildungsplätze für Behinderte und mehr Arbeitsplätze für ältere Behinderte geschaffen werden. Grundlage ist eine Kooperation von Bund und Ländern: Für den Zeitraum von 2011 bis 2018 fließen 2,8 Millionen Euro nach Brandenburg, das Land ergänzt laut Ministerium 4 Millionen Euro.

Mit dem Geld sollen 38 neue Ausbildungsplätze für Jugendliche mit einer Schwerbehinderung geschaffen werden. 18 sind laut Ministerium bereits besetzt, 24 neue Anträge lägen vor, so Baaske. «Für jeden Platz erhalten die Unternehmen 10 000 Euro.» Wird der Lehrling später übernommen, gibt es nochmals 5000 Euro. Für ältere Semester sollen zudem 250 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Unternehmen, die daran teilnehmen, erhalten bis zu 20 000 Euro.

«Die Wirtschaft braucht diese Menschen», betonte Christian Ramm, Geschäftsführungsmitglied der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit Blick auf den Fachkräftemangel. «Mehr als 70 Prozent der arbeitslosen, schwerbehinderten Menschen in Brandenburg haben einen Berufsabschluss oder eine akademische Ausbildung.»

Hintergrund dafür sind Vorurteile, so der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Jürgen Dusel. Die Betriebe hätten Angst, die Abläufe würden stark beeinträchtigt. «Meist wird das Handicap aber mehr als kompensiert», schilderte Ramm. Geschäftsführer Thomas Hardt, der in seinem Dentallabor in Dahlwitz-Hoppegarten eine taube und gehbehinderte 27-Jährige ausbildet, bestätigte dies: «Wir können anderen nur empfehlen, den Mut zu haben.»

Quelle: dpa
Aktualisierung: Montag, 3. Dezember 2012 16:40 Uhr
(Bilder: Heike Zappe / Referat Öffentlichkeitsarbeit HU ; Bob Smith/ www.sxc.hu ; sanja gjenero / www.sxc.hu ; mipan/www.fotolia.com ; Acer)

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