Bei den Vorbereitungen für den Schulstart ist wichtigste Aufgabe der Eltern, den sichersten Schulweg zu finden. Sie sollten ihn schon einige Zeit vorher gemeinsam mit dem Kind abzugehen und dabei elementare Verkehrsregeln üben. Dabei müssen Eltern das noch geringe Alter der Kinder immer berücksichtigen. Gefahrenbewusstsein prägen Kinder meist erst im Alter von acht oder neun Jahren aus. Ständige Hinweise auf Gefahren sind daher eher eine Art «Merk-Ballast» für das Kind, helfen aber nicht.
Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Bei der Wahl des Weges sollten Eltern darauf achten, wie und wo sich die Straßen am sichersten überqueren lassen. Eine Route mit Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln ermöglicht sichere Wechsel. Zudem sollten diese Bereiche übersichtlich sein.
Weg mehrmals abgehen, Schilder erklären
Eltern gehen den Weg am besten mehrmals mit ihren Kindern ab. Dabei sollten sie zum Beispiel die Bedeutung von Verkehrszeichen erläutern oder erklären, wie eine mit einem Druckknopf gesteuerte Fußgängerampel eigentlich funktioniert.
Statt nur auf mögliche Fehler aufmerksam zu machen, kann es hilfreicher sein, die korrekten Verhaltensweisen zu erläutern. Das Kind lernt dadurch vielmehr die positiven und richtigen Dinge. Also nicht nur davor warnen, blindlings auf die Straße zu rennen, sondern klare Merksätze vermitteln wie: «An der Straße schaue ich immer links-rechts-links» oder «Ich gehe nur auf dem abgesprochenen Schulweg».
Unbedingt genügend Zeit einplanen
Auf keinen Fall darf auf dem Schulweg Hektik aufkommen - die erhöht das Fehlerrisiko. Denn wenn es schnell gehen muss, wird eben doch nicht «links-rechts-links» geschaut.
Wichtig ist, genügend Zeit am Morgen einzuplanen, damit das Kind in Ruhe aufstehen und frühstücken kann - und anschließend noch ein Zeitpolster hat, um rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn den Klassenraum zu erreichen.
Nicht zu unterschätzen sind Möglichkeiten, die passive Sicherheit zu erhöhen, zum Beispiel mit einer Schultasche und Kleidung mit Reflektoren. Diese sorgen dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer ein Kind frühzeitig erkennen. Das ist vor allem in den Herbst- und Wintermonaten wichtig, wenn der Schulweg in der Dämmerung zurückgelegt wird.
Bus- und Bahnfahrten öfters üben
Ist die Schule nur mit dem Bus oder der Bahn erreichbar, ergibt sich daraus zusätzlicher Übungsbedarf. Die Kinder müssen lernen, wo sie an der Haltestelle gefahrlos warten können. Außerdem müssen sie verinnerlichen, wie sie sich beim Einsteigen richtig verhalten und dass sie beim Verlassen des Busses oder Waggons nicht wild drauflos rennen dürfen.
Ein Fahrrad verringert zwar die benötigte Zeit für den Schulweg, ist aber für Erstklässler noch nicht geeignet. Der DVR rät, das Kind nicht vor Absolvieren der Fahrradprüfung und des Verkehrsunterrichts mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen.
Es sind aber nicht nur die Kinder, die auf dem Schulweg Fehler machen können. Auch Hektik oder Nachlässigkeit der Eltern kann zu schweren Unfällen führen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie die Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und ihren Nachwuchs im Wagen nicht richtig sichern.

