Themen » Immobilien & Wohnen » Möbel & Design

Badezimmer-Trends 2017: Retro, Wellness, Wohnlichkeit

Der erste Einblick für die Badezimmertrends könnte verstören: Der Einrichtungsstil der 70er kommt zurück - aber sicher nicht im ollen Bahamabeige und Moosgrün.
Neue Designs von Bette
Neue Designs versprechen schnelleres Umgestalten im Badezimmer: Die Badewanne und das Waschbecken von Bette bestehen aus einem Körper aus Stahl und Email, sind aber überzogen mit gewebtem, wasser- und klimaresistentem Stoff. © dpa

Die 1970er waren für Badezimmer eine grausame Zeit. Fliesen und Toiletten trugen Farben wie Bahama-Beige und Moosgrün. Nun erwarten Branchenexperten ein Comeback der Siebziger. Auf der ISH, der Leistungsschau für Baddesign, Heiz- und Klimatechnik, soll das zu sehen sein.

Keramik heute zu 90 Prozent weiß

Wie kann das sein? Kommt wirklich das wieder, was wir gerade erst hinausgeworfen haben? Nun muss man erst mal zurückschauen, sagt Trendforscher Frank A. Reinhardt, der für die Messe eine Ausstellung konzipiert hat. Die beliebten Farben der 70er hielten sich ziemlich lange im Badezimmer, denn dieses wird ja nicht allzu oft umgebaut. Aber nach und nach löste Weiß das Sandbeige und typische Grün ab. Heute ist zu 90 Prozent die Keramik weiß, sagt Reinhardt.

Siebziger Jahre kommt in Akzenten zurück

Und das ist die beruhigende Nachricht: Daran wird sich nach Ansicht des Experten auch nicht viel ändern. «Die Siebziger kommen viel subtiler und in Akzenten zurück», erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft.

Megatrend Individualisierung: Alles ist erlaubt

Zwar gibt es heute natürlich auch im Badezimmer wie im gesamten Wohnbereich den alles andere überschattenden Megatrend Individualisierung. Man kann sich also letztlich aussuchen, was man eben möchte. Und inzwischen ist auch die Palette der Keramikfarben breitgefächert, berichtet Stefan Seitz, Leiter des Brandmanagements der ISH.

Grau, Weiß und Rosé im Badezimmer

Aber die Keramiken werden zum großen Teil doch weiß bleiben, so die Experten. Im Massengeschäft werden die fest installierten Elemente im Bad «zeitlos und klassisch» sein, sagt Wischmann. Insgesamt erwarten die Experten eine Farbpalette aus hellen bis dunklen Grautönen, Cremeweiß und angegrauten Weißtönen, dazu begleitend Rosé-Tönen. Aber auch etwa skandinavisch-inspirierte Paletten aus Weiß, hellem Braun, etwa durch Holz, und blasse Blautöne seien angesagt.

Möbel und Accessoires bestimmen die Optik

Das heißt: Nicht die Keramik ist der Hingucker. Gestaltet wird vor allem über Möbel und Accessoires - die zudem nicht mehr wirken, als seien sie klassische Gegenstände für eine Nasszelle. Sondern die neuen Kollektionen der Hersteller könnten auch im Wohnzimmer Platz finden. Und hierfür kommt dann eben der Stil der Siebziger ins Spiel.

Badezimmer wird wohnlicher

Ziel ist es insgesamt, das Badezimmer wohnlicher zu machen. «Das Badezimmer soll heute nicht mehr nur zweckmäßig sein wie früher, sondern auch optisch ansprechend», sagt Branchensprecher Wischmann. Denn heute verbringen die Menschen darin viel mehr Zeit. «Man geht nicht mehr nur auf die Toilette und duscht», sagt Reinhardt. «Man hält sich darin richtig auf.» Wischmann ergänzt: «Wir nehmen uns auch mehr Zeit und mehr Utensilien für mehr Körperpflege. Vater hatte sein Old Spice - und das war's. Heute reicht das nicht mehr.»

Stilvolle Schränke und Sofas im Bad

Die Branche hat das bereits längst für sich entdeckt und unterfüttert in allen Preiskategorien das veränderte Verhalten der Menschen bei der Körperpflege - zum Beispiel mit stilvolleren Schränken und Regalen, die mehr Stauraum bieten. Sogar Stühle, Tische, Liegen und Sofas stehen im Badezimmer.

Wohnzimmermöbel werden badtauglich

Das Angebot wächst in diesem Jahr, wie erste Hersteller schon vor Messebeginn verraten: Villeroy & Boch wird auf der ISH zum Beispiel die neue Komplettkollektion Finion aus Badkeramik, Möbel und Beleuchtungskonzept vorstellen. Die Möbel haben grifflose Türen, Push-to-open-Auszüge und sogar integrierte Smartphone-Ladestationen - Elemente, die man schon von Wohnzimmer-Möbeln kennt. Auch wagen sich Hersteller auf den Markt für Badezimmer-Möbel, die zuvor nur die anderen Wohnräume bestückten: Team 7 kooperiert mit dem Badeinrichter Keuco für die Edition Lignatur mit Möbeln aus Massivholz.

Badezimmer als Fitness- und Wellnessoase

Und sogar das Fitnessstudio könnte im Bad einziehen - sofern der Platz vorhanden ist. Denn es bleibt auch bei einem Trend zu etwas mehr Wellness zu Hause. Gemeint sind damit nicht Kerzenschein, Gesichtsmasken und ein Schaumbad zur Entspannung. «Es muss aber auch nicht das private Spa auf 20 Quadratmetern sein», betont Wischmann. Zwar bietet inzwischen quasi jeder Badeinrichter auch Dampfduschen oder Kneippbecken für zu Hause an, aber letztlich kann es auch einfach nur ein preiswerterer Schlauch in der Dusche für Aufgüsse sein. Aber natürlich geht auch mehr: «Wer den Platz hat, der holt inzwischen die Sauna aus dem Keller und integriert sie», sagt Wischmann.

Parkett statt Fliesen, Wanne mit Stoffbezug

Auch Wände und Böden sollen den Wandel mitmachen: Die im Bad üblichen Fliesen wirken steril, eher nüchtern und nicht gemütlich. Hier hat sich in den vergangenen Jahren schon viel getan: Für die Wände und Böden wurden etwa Baustoffe wie Parkett und Laminat weiterentwickelt, so dass sie besser mit Feuchtigkeit klarkommen. Und die Fliesenhersteller sind in der Lage, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie wie Holz oder andere wärmere Materialien aussehen. So bekommen etwa Duschen eine ganz andere Optik. Und es gibt auch schon erste Badewannen mit Stoffbezügen an den Außenwänden. Auf der ISH will die Firma Bette auch einen passenden Waschtisch vorstellen.

Badezimmer verändern sich schneller

Es wird sich insgesamt im Badezimmer künftig schneller etwas verändern als bisher, nimmt Reinhardt an. Badezimmer wurden bisher eher selten neu gestaltet, oft Jahrzehnte lang nicht. Doch die neuen Materialien machen einen schnelleren Wechsel teils sogar notwendig, sagt der Trendscout.

Keramik bleibt, Möbel werden ausgetauscht

Und auch der Konsumgedanke der Menschen fließt ein: Heute möchte man sich und seine Einrichtung öfter mal verändern. «Aber das Badezimmer komplett umzubauen, ist viel zu teuer», sagt Wischmann. Und auch deswegen geht die Hauptrolle der Gestaltung des Badezimmers an die billiger und schneller austauschbaren Möbel und Accessoires über, während die Keramik tendenziell konservativ und schlichter bleibt.

Waschbecken

Badezimmer aufpeppen mit Stil

Mit ein paar Tricks kann man selbst aus unattraktiven Bädern noch einiges herausholen. mehr »
Wohnen und Design: Trends 2017

Wohntrends 2017: Samtig, grün und multifunktional

Wer sich 2017 neue Möbel kaufen will, sollte die zehn großen Trends kennen. Diese Formen, Farben und Materialien sind gerade in. mehr »
Quelle: dpa
Aktualisierung: 13. März 2017

Das Wetter

max 22°C
min 14°C
Teils bewölkt mit vereinzelten Schauern Weitere Aussichten »

Immobilienmakler-Vermittlung für Berlin

Homeday
Die Maklerempfehlungen von «Homeday» helfen, den richtigen Makler für jede Immobilie in Berlin zu finden. mehr »

Handwerker finden

Tapezieren zu Hause
Handwerker von Maler bis Dachdecker nach Bezirken sortiert mit Adressen, Anfahrt, Telefonnummern und mehr. mehr »

Umzugsfirmen in Berlin finden

Umzugshelfer
Professionelle Umzugsunternehmen übernehmen den Transport der Möbel und Kisten zum neuen Wohnort und kümmern sich um die gesamte Logistik. mehr »

Umzugsratgeber

Umzug
Behörden, Umzugsunternehmen, Tipps - damit der Umzug nicht zum Chaos wird. mehr »

Gewerbeimmobilien

B2B Deutschland
Finden Sie Ihre Gewerbeimmobilie in Berlin und Brandenburg mehr »

Preisvergleiche & Rechner

Wunderflats: Möblierte Wohnungen

Wunderflats Berlin
Wunderflats bietet über 10.000 möblierte Wohnungen in Berlin, Hamburg und München an. Jetzt die passende Wohnung finden und einziehen. mehr »

Bauprojekte

Baukräne
Berlin wächst! Eine Auswahl spannender Bauprojekte in der Stadt, vom Bürokomplex über Wohnungen bis hin zu ganzen Quartieren. mehr »

Kleinanzeigen

Kleinanzeigen
Alles für Haus & Garten. Mit den kostenlosen Kleinanzeigen werden Sie fündig. mehr »
(Bilder: dpa; Homeday; Movago GmbH; Wunderflats GmbH; Birgit Lieske / www.pixelio.de)