Hauptgrund für die ergebnislose Einstellungen des Verfahrens war laut Sprecher, dass die betroffene Jugendliche nicht befragt werden konnte. Sie habe sich trotz wiederholter Aufforderung nicht gemeldet. Der Pfleger habe sich nicht zu dem Fall geäußert. Die Ermittlungen waren laut Angaben von Anfang an schwierig. Die Anzeige der Charité kam im November erst nach rund einer Woche. Beweismittel wie DNA-Spuren gab es nicht. Der Pfleger ist laut Uniklinik bei vollen Bezügen suspendiert.
Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen. Auch das Abgeordnetenhaus debattierte über den Umgang mit Missbrauchs-Vorwürfen an Deutschlands größtem Uniklinikum. Als eine Konsequenz hatte die Charité erweiterte Führungszeugnisse für neue Mitarbeiter vorgeschrieben, die dauerhaft Kontakt zu Minderjährigen haben. Für besorgte Eltern war eine Telefon-Hotline geschaltet worden.
Nach den Missbrauchsvorwürfen und einem Informationschaos an der Charité wurde ein externes Expertengremium berufen. Die sechsköpfige Gruppe um die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) soll Kommunikationsfehler innerhalb der Uniklinik finden und Verbesserungsvorschläge machen. Wann Ergebnisse vorgelegt werden, ist noch offen.

