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FSME-Infektion durch Zeckenbiss: Symptome und Behandlung

Naturliebhaber müssen in der Zeckensaison aufpassen: Denn der oft nicht erkannte Zeckenbiss kann zu einer Hirnhautentzündung, der sogenannten FSME führen.
FSME-Erreger
Frühsommer-Meningoenzephalitis - Erreger © www.zecken.de 

FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer entzündlichen Erkrankung des Gehirns beziehungsweise der Hirnhäute, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird. Das FSME-Virus gehört zu den sogenannten Flaviviren und wird durch Schildzecken übertragen. Beim Biss der Zecke kann das Virus in den menschlichen Blutkreislauf gelangen und eine Infektion verursachen.

FSME: Endemiegebiete in Deutschland

Nicht alle Zecken tragen das Virus in sich: Es gibt Endemiegebiete, also Gegenden, in denen infizierte Zecken und die Erkrankung gehäuft auftreten. In Deutschland sind dies nach dem derzeitigen Kenntnisstand (2011): Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen (Odenwald), einzelne Landkreise in Thüringen sowie der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz.

Verbreitung in Europa

FSME-Verbreitungsgebiete in Europa
Eine Ansicht über FSME-Verbreitungsgebiete in Europa

In den ausgewiesenen Risikogebieten in Deutschland sind 0,1 bis fünf Prozent der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert, in einigen Gegenden also jede zwanzigste Zecke. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein traten in den vergangenen Jahren nur vereinzelt Fälle von FSME auf, die auf Zeckenbisse in diesen Regionen zurückzuführen waren. Weitere FSME-Endemiegebiete in Europa finden sich in Österreich, Südschweden, Finnland, Polen, der Tschechischen und der Slowakischen Republik, den baltischen Staaten, Russland, Ungarn, Slowenien, Albanien und Kroatien.

Infektion auch im Winter möglich

FSME-Infektionen werden vor allem im Frühjahr und im Frühsommer beobachtet, was der Krankheit auch den Namen gab. Aber auch im Herbst und bei warmer Witterung selbst im Winter ist eine Infektion noch möglich.

Symtome einer FSME-Infektion

Man geht davon aus, dass die meisten FSME-Infektionen milde oder sogar ganz ohne Symptome verlaufen und nicht bemerkt werden. In Deutschland kommt es bei 30 Prozent der Infizierten nach sieben bis vierzehn Tagen, in Einzelfällen auch bis zu 28 Tagen, zu einem grippeähnlichen Beschwerdebild mit Fieber, Kopfweh, Glieder- und Muskelschmerzen, begleitet von allgemeiner Abgeschlagenheit, Atembeschwerden, Bauchschmerzen und manchmal auch Durchfall. Die Erkrankung klingt in etwa neun von zehn Fällen folgenlos ab.

Zweite Krankheitsphase führt zur Hirnhautentzündung

Kopfschmerzen

Etwa zehn Prozent der Infizierten fühlen sich jedoch nur vorübergehend besser und entwickeln nach etwa einer Woche bis zu 20 Tagen weitere Symptome, die vom zentralen Nervensystem ausgehen. Diese zweite Krankheitsphase beginnt mit plötzlichem hohen Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Muskelschmerzen. Es kommt zur Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirnentzündung (Enzephalitis) oder auch zu einer Entzündung des Rückenmarks (Myelitis). Je nachdem, welcher Bereich entzündet ist, treten starke Kopfschmerzen mit Fieber, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen auf. Des Weiteren kann es zu Gangstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen und Atemstörungen kommen.

Folgen einer FSME-Infektion

Die meisten der Betroffenen erholt sich wieder vollständig. Vor allem bei Kindern bleiben nur selten Schäden bestehen. Erwachsene, insbesondere ältere Menschen, leiden häufiger an länger anhaltenden oder dauerhaften Komplikationen. Dies können Lähmungserscheinungen, Schwerhörigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, depressive Verstimmungen oder andere Beeinträchtigungen des Nervensystems sein. Etwa ein Prozent der Erkrankten, bei denen es zum zweiten Krankheitsschub mit Beteiligung des Gehirns oder Rückenmarks kommt, verstirbt an den Folgen.

Diagnose von FSME

Zunächst befragt der Arzt seinen Patienten oder dessen Angehörige, bevor er ihn körperlich und neurologisch untersucht. Dabei erinnert sich nur etwa die Hälfte der Betroffenen an einen Zeckenbiss. Im Blutserum oder im Hirnwasser (Liquor) lassen sich spezifische Antikörper gegen das FSME-Virus nachweisen. Dadurch wird die Diagnose gesichert. Außerdem kann man das Virus in Zellkulturen oder mithilfe einer bestimmten Labormethode, der sogenannten PCR, nachweisen.

Nur eine Impfung schützt vor FSME

Zecken

Die Behandlung kann nicht die Ursachen der FSME bekämpfen. Daher sollten sich Menschen, die in Endemiegebieten leben, impfen lassen. Dies gilt außerdem für bestimmte Berufsgruppen wie Waldarbeiter oder Landwirte, die in diesen Regionen arbeiten. Sie sind besonders gefährdet, da Zecken auf Gräsern und Sträuchern leben. Eine Impfung wird auch bei längeren Aufenthalten in diesen Gebieten empfohlen, wenn sich die Betroffenen in der Natur bewegen und dadurch das Risiko besteht, dass sie mit Zecken in Kontakt kommen.

FSME-Therapie: Bettruhe einhalten

Patienten mit einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute sollten im Krankenhaus behandelt werden. Sie müssen sich körperlich schonen und Bettruhe einhalten. Je nach Beschwerden benötigen die Patienten Medikamente gegen die Schmerzen, das Fieber, die Entzündung und gegebenenfalls gegen einen erhöhten Hirndruck.

Wie kann man sich vor FSME schützen?

Allgemeine Schutzmaßnahmen verringern das Risiko, von einer Zecke gebissen zu werden und damit das Risiko einer FSME und der ebenfalls von Zecken übertragenen Borreliose. In Waldgebieten sollte man das Unterholz und hohe Gräser meiden, da sich hier viele Zecken befinden. Lange und geschlossene Kleidung hält die Zecken fern.

Auf die Haut aufgetragene Insektenschutzmittel wirken zeitlich begrenzt. Nach einem Waldspaziergang sollte man sich und auch seine Kinder gründlich nach Zecken absuchen und diese gegebenenfalls sofort entfernen, ohne sie zu quetschen. Empfehlenswert ist eine Zeckenpinzette, keinesfalls sollte man Öl verwenden. Danach muss die Wunde desinfiziert werden.

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Quelle: Techniker Krankenkasse
Aktualisierung: Montag, 30. Januar 2012 18:12 Uhr
(Bilder: dpa; www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; Klicker/pixelio.de)
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