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Borreliose durch Zeckenbiss: Symptome, Risiko, Vorsorge

Borreliose-Erreger, die durch Zecken übertragen werden, breiten sich acht bis zwölf Stunden nach dem Zeckenbiss im Blut aus. Wird die Infektion nicht frühzeitig mit Medikamenten bekämpft, kommt es zur chronischen Borreliose.
Borreliose Bakterium
Borreliose Bakterium © www.zecken.de 

Was ist Borreliose?

Borreliose heißt medizinisch korrekt Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit und ist eine multisystemische Infektionskrankheit, d. h. Borreliose kann jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen. Borreliose kommt bei Menschen und Säugetieren sowie Vögeln vor.

Was verursacht Borreliose?

Borreliose wird durch Borrelien-Bakterien ausgelöst, die durch Zecken, selten auch durch Stechmücken und Pferdebremsen, übertragen werden. Schätzungsweise jede vierte bis fünfte Zecke kann Borrelien übertragen, doch bricht die Krankheit nur bei 1-2 Prozent der Angesteckten aus.

Ist Borreliose weit verbreitet?

Bundesweit treten jährlich zwischen 60 und 80.000 Borreliose-Erkrankungen auf. Im Jahr 2009 erkrankten in Brandenburg 2012 Menschen an Borreliose, in Berlin waren es 108 Borreliose-Fälle.

Kann man sich beim Menschen mit Borreliose anstecken?

Eine direkte Übertragung der Borrelien von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt, erkrankte Personen sind also nicht ansteckend. Dagegen besteht bei einer infizierten Frau in der Schwangerschaft die Gefahr von Totgeburten oder der Schädigung des ungeborenen Kindes.

Was sollte man nach einem Zeckenbiss tun?

Zecke
Eine festgebisse Zecke wird mit einer Pinzette gerade herausgezogen und die Wunde desinfiziert.

Die Zecke benötigt für die Übertragung der Borrelien zwischen 6 und 48 Stunden. Deshalb sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Oft werden die Bakterien durch das unsachgemäße Entfernen der Zecke, zum Beispiel wenn diese gequetscht wird, übertragen. Also: Zecken immer fachmännisch entfernen, die Bissstelle danach desinfizieren. In den Wochen danach sollte man sehr aufmerksam den Gesundheitszustand beobachten, ob sich Borreliose-Symptome ausbilden. Jede verdächtige Hautstelle, die sich vergrößert, auch wenn sie wie ein Insektenstich aussieht, sollte von einem Arzt untersucht werden. Das gilt insbesondere bei Kindern.

Wie kann man eine Borreliose-Erkrankung erkennen?

Bei der Borreliose unterscheidet man drei Krankheitsstadien:

1. Stadium der Borreliose: Lokalinfektion und Borreliose-Grippe
Innerhalb der ersten vier Wochen nach der Infektion kann es zu einer geröteten kreisförmigen Hautstelle um den Stich herum kommen, die sich vergrößert während sie im Zentrum verblasst. Dieses charakteristische Symptom nennt sich Wanderröte und verschwindet manchmal ohne Therapie, kann aber auch über Monate bestehen. Das Verschwinden bedeutet allerdings keine Heilung.
10-14 Tage nach einer Borrelien-Infektion kommt es oft zur sogenannten Borreliose-Grippe meist mit Fieber aber ohne Husten oder Schnupfen. Starke Müdigkeit, Erschöpfung, Mattigkeit, schubweise auftretende Gelenkschmerzen und Darmprobleme sind ebenfalls möglich. Insgesamt werden nun Impfungen, Narkosen oder einfache Infekte schlecht vertragen.

2. Stadium der Borreliose: Borrelien breiten sich im Körper aus
Nach etwa 4 bis 16 Wochen breiten sich die Borreliose-Erreger im ganzen Körper aus. Folgende Symptome sind dann typisch:
- grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen
- starke Schweißausbrüche
- schmerzhafte Entzündungen der Nerven im Gesicht
- Gelenkentzündungen
- Störungen des Tastsinns und Sehstörungen
- Herzprobleme mit Herzrasen und hohem Blutdruck

3. Stadium der Borreliose: chronische Infektion
Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu chronischen Infektion kommen. Das heißt, die Krankheit kommt in Variationen der genannten Symptome immer wieder oder verschlechtert sich zunehmend. Monate-, aber auch jahrelange symptomfreie Abschnitte mit anschließendem Wiederaufflackern der Erkrankung sind möglich.

Erschöpfung
Dauerhafte Erschöpfung und Depressionen können auf Borreliose hindeuten.

Während bei manchen Borreliose-Erkrankten fast nur die Gelenke betroffen sind, kommt es bei anderen hauptsächlich zu neurologischen Störungen. Daneben gibt es auch eine Gruppe von Patienten, die Herzprobleme meist verbunden mit Gefäßentzündungen haben. Viele Borreliose-Patienten klagen über unerträgliche Erschöpfung, rasche Erschöpfbarkeit und chronische Müdigkeit, die sich auch durch Schlaf nicht beseitigen lässt. Oft haben Borreliose-Patienten weniger Serotonin im Blut, ein als Glückshormon bekannter Stoff. Deshalb können auch depressive Symptome auf eine Borreliose hindeuten.

Wie wird Borreliose behandelt?

Im ersten Stadium kann die Borreliose noch gut mit Antibiotika behandelt werden. Notwendig ist jedoch eine ausreichend lange und hoch genug dosierte Therapie. Nach Stand der Wissenschaft scheinen sich Borrelien nur relativ kurze Zeit im Blut aufzuhalten und sich sehr schnell im Bindegewebe festzusetzen. Dort sind sie vom Immunsystem und durch Antibiotika nur schwer zu bekämpfen.

Kann man sich gegen Borreliose impfen lassen?

Nein. Viele Menschen glauben, dass eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME auch gegen Borrelien schützt. Das ist aber nicht so. Gegen Borreliose gibt es bislang keine Schutzimpfung. Deshalb ist es umso wichtiger, Vorsorge gegen Bisse durch Zecken zu betreiben.

Was ist die beste Vorsorge gegen Borreliose?

Zecken
Zecken lauern gern im hohem Gras

Einen Biss durch Zecken zu vermeiden. Zecken halten sich gern in hohem Gras sowie am Übergang vom Gebüsch oder Wald zur Wiese auf. Deshalb im Freien immer auf einer Decke sitzen. Lange geschlossene Kleidung ist besser als offene Schuhe, kurze Hosen und lockere Kleidchen. Nach einem Tag in der Natur sollte der ganze Körper und auch die Kleidung nach Zecken abgesucht werden, vor allem Eltern sollten bei Kindern sehr gründlich sein. Helle Kleidung hilft, die kleinen Spinnentiere besser zu entdecken. Die Kleidung am besten komplett ablegen und noch im Freien ausschütteln.

Kann man gegen Borreliose immun werden?

Eine einmal durchgemachte Borreliose-Infektion schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung, denn es gibt verschiedene Formen von Borrelien.

Quelle: kra/BerlinOnline/dpa/wikipedia
Aktualisierung: Dienstag, 17. Januar 2012 12:49 Uhr
(Bilder: www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; dpa; Klicker/pixelio.de)
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