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Tuberkulose: Unklare Symptome, gute Heilungschancen

Die Lungenkrankheit Tuberkulose ist heutzutage selten- eine Infektion aber keineswegs ausgeschlossen. Symptome, Diagnose und Therapie bei Tuberkulose.
Tuberkulose
In vier von fünf Tuberkulose-Fällen ist die Lunge betroffen. © dpa

Noch im Nachkriegsdeutschland hatte fast jede Familie Tuberkulose-Opfer zu beklagen. Mittlerweile gerät das in Vergessenheit. Schließlich wütet die Tuberkulose- kurz TB genannte- Infektionskrankheit jetzt vor allem in fernen Ländern. Doch Barbara Oberhauser von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg, warnt: «Wenn man sich nicht darum kümmert, kann es auch hier wieder zu einem explosionsartigen Anstieg kommen.»

5000 neue Tuberkulose-Fälle pro Jahr in Deutschland

Pro Jahr registriert das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin rund 5000 Tuberkulose Neuerkrankungen in Deutschland. Aufgrund dieser vergleichsweise nierigen Zahl empfiehlt die Ständige Impfkommission die früher übliche BCG-Impfung gegen Tuberkulose seit 1998 nicht mehr. Hinzu kommt laut RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher, dass die Wirkung des Impfstoffes nicht sicher belegt und mit Nebenwirkungen behaftet ist.

Schutz vor Tuberkulose-Ansteckung

Damit ist die einzige Möglichkeit, einer Ansteckung vorzubeugen, den Kontakt mit Tuberkulose-Patienten zu vermeiden.

Tuberkulose-Symptome: Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust

Die wenigen Krankheitsfälle werden aber oft spät erkannt, weil die Symptome in der Regel sehr unspezifisch sind. Auch Mediziner denken angesichts der geringen Fallzahlen nicht als erstes an Tuberkulose. «In vier von fünf Fällen ist die Lunge betroffen», berichtet Udo Götsch, Tuberkulose-Experte beim städtischen Gesundheitsamt in Frankfurt/Main. Zu den Symptomen gehören länger andauernder Husten, oft auch blutiger Auswurf, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsabnahme - daher auch der früher gebräuchliche Krankheitsname Schwindsucht.

Tuberkulose kann Nieren und Darm befallen

«Die Lunge ist so etwas wie die Eintrittspforte in den Körper», erklärt Götsch. «Wenn der Organismus nicht mit der Infektion fertig wird, können die Erreger auch in die Blutbahn eindringen.» Dann komme es an anderen Organen ebenfalls zu Krankheitserscheinungen. So kann beispielsweise Blut im Urin oder eine eingeschränkte Nierenfunktion auf Tuberkulose in der Niere hindeuten. Unspezifische Bauchschmerzen können Anzeichen dafür sein, dass der Darm betroffen ist.

Tuberkulose-Therapie dauert sechs Monate

Zur Diagnose dienen Haut- und Bluttests, Gewebeuntersuchungen, Bildgebungsverfahren und kulturelle Erregernachweise. Ist die Krankheit bestimmt, stehen die Heilungschancen sehr gut: Über einen Zeitraum von sechs Monaten werden vier verschiedene Medikamente verabreicht. «Wird zu kurz, zu wenig oder mit den falschen Medikamenten therapiert, so sind häufig Resistenzen die Folge», warnt Medizinerin Oberhauser. Eine solche Resistenz kann zwar mit Reservemedikamenten behandelt werden. Doch das dauert dann zwei Jahre. Das Risiko von Nebenwirkungen ist deutlich höher.

Tuberkulose-Ansteckung durch Tröpfchen-Infektionen

Tuberkulose-Patienten, bei denen die Krankheit ausgebrochen ist, können diese auch übertragen. «Insgesamt ist Tuberkulose weit weniger ansteckend als andere Tröpfchen-Infektionen», fasst Götsch zusammen. Deshalb werden nach der Meldung eines TB-Falles auch nur Personen untersucht, die sich mindestens acht Stunden mit dem Patienten in einem Raum befanden, oder Menschen, die ihm kurzfristig intensiv ausgesetzt waren- wie ein Arzt, der angehustet wurde. Solche Kontaktpersonen werden meist mit einem Antibiotikum behandelt.

Tuberkulose-Inkubationszeit kann Jahre dauern

Das Tückische an Tuberkulose ist: Nur in den wenigsten Fällen bricht sie direkt nach einer Infektion aus. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass ein Drittel der Menschheit mit Tuberkulose-Erregern infiziert ist, ohne es zu wissen. «Nur bei fünf bis zehn Prozent der Infizierten kommt es im Laufe ihres Lebens zum Ausbruch der Krankheit. Das kann jedoch Jahre nach der Infektion sein», sagt Götsch.

Tuberkulose kann erst nach Jahren ausbrechen

Ein gesunder Körper hat die Erreger oft so lange im Griff, bis er in irgendeiner Form geschwächt wird. «Wir haben einen sehr hohen Anteil älterer Patienten, die sich irgendwann nach dem Krieg angesteckt haben, und jetzt durch Diabetes oder Rheuma so stark angegriffen sind, dass der Organismus nicht mehr mit den Erregern fertig wird», erläutert Oberhauser. Ähnlich betroffen sind Migranten, die entweder mit einer Infektion nach Deutschland kommen oder sich bei einem Heimatbesuch anstecken. Auch Obdachlose, HIV-Infizierte und Tumorpatienten zählen zu den Risikogruppen.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: Dienstag, 25. März 2014 10:03 Uhr
(Bilder: dpa; www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; xx-well.com; Klicker/pixelio.de)
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