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Zahn-Bleaching: Methoden, Kosten, Risiken

Mit dem sogenannten Bleaching kann man verfärbte Zähne aufhellen. Was man dazu wissen sollte.
Zähne
Das strahlende Weiß nach einem Zahn-Bleaching hält höchstens zwei Jahre. © www.pg.com 

Verfärbungen der Zähne können unterschiedliche Ursachen haben: So lagern sich im Laufe der Zeit im Kristallgefüge des Zahnschmelzes Nikotin, Koffein oder etwa Tannin, das im Wein enthalten ist, ab. Auch Medikamente (zum Beispiel Penicilline) und Spurenelemente (zum Beispiel bei zuviel Fluorid) können Flecken verursachen. Schließlich wird die individuelle Zahnfarbe im Alter dunkler.

Eine Reinigung mit Polierpasten oder Pulverstrahlgeräten wirkt nur sehr oberflächlich und ist bei Zahnverfärbungen durch abgestorbene Zahnnerven nahezu völlig wirkungslos.

Reduktionsbleiche und Oxidationsbleiche

Chemisch unterscheidet man zwei Methoden: Bei der nur vorübergehend wirkenden Reduktionsbleiche werden Schwefelverbindungen verwendet, die den Zahnverfärbungen Sauerstoff entziehen. Da die so behandelten Zahnoberflächen zwangsläufig wieder mit Sauerstoff in Verbindung kommen, ist die Bleichwirkung nur von geringer Dauer.

Bei der beständigeren Oxidationsbleiche wird Wasserstoff-Peroxid oder verschiedene Chlorverbindungen eingesetzt. Sie setzen Sauerstoff frei, der die Farbstoffe durch einen Oxidationsprozess dauerhaft zerstört. Auch diese Aufhellung hält bei vitalen- also nicht abgestorbenen Zähnen - nur begrenzt, meist um die zwei Jahre.

Bleaching - Zu Hause oder in der Praxis?

Das Bleichen verfärbter vitaler Zähne ist entweder in der zahnärztlichen Praxis (office bleaching) oder zu Hause (home bleaching) möglich. Bei beiden Verfahren muss vor dem eigentlichen Bleichen die Zahnoberfläche gründlich gereinigt werden. Außerdem muss sich das Zahnfleisch in einem gesunden Zustand befinden. Sollten in den Zähnen schon zahnfarbene Füllungen vorhanden sein, so werden diese nicht mitgebleicht. Eine Erneuerung dieser Füllungen ist nach der eigentlichen Bleichbehandlung dann ästhetisch von Vorteil, wenigstens im Frontbereich.

Das Bleichmittel sollte auf keinen Fall mit dem Zahnfleisch in Kontakt kommen, da sonst schwere Schäden auftreten können. Deshalb ist eine Kontrolle und Überwachung durch den Zahnarzt unabdingbar. Nach Abschluss der Behandlung sollte unbedingt eine Härtung des aufgehellten Zahnschmelzes mit Fluoriden erfolgen.

Bleaching Produkte aus der Drogerie

Bleaching Mittel für den Hausgebrauch enthalten wie die Gels beim Zahnarzt meist das Bleichmittel Wasserstoffperoxid, allerdings in deutlich niedrigerer Dosis. Der Wirkstoff reagiert chemisch mit den Farbstoffen des Zahnschmelzes: Er spaltet die abgelagerten Farbmoleküle und löst sie aus dem Zahnschmelz heraus. Die Pigmente verlieren dadurch ihre Farbwirkung. Dauer und Anwendungshäufigkeit sind von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt (z. B. im Internet) informieren, welche Produkte laut Warentestern überhaupt eine Wirkung zeigen, da viele in Tests schlecht abschnitten. Die Kosten der Bleaching-Produkte variieren zwischen 15 und 40 Euro.

Bleaching mit dem Zahnarzt

Zahnarzt
Modernes Bleaching-Methoden beim Zahnarzt brauchen meist nur noch eine längere Sitzung.

Bleaching in der Praxis
Der Zahnarzt bringt ein konzentriertes Aufhellungsmittel unter Schutz der Umgebung direkt auf den Zahn und aktiviert es mit Licht oder Soft-Laser. Dabei zerfällt das Peroxid und der entstehende aktive Sauerstoff entfaltet seine Bleichwirkung. Da in der Zahnarztpraxis stärkere Konzentrationen angewendet werden, kann ein Bleaching in einer Sitzung erfolgen.

Des Weiteren befinden sich Bleichsysteme auf dem Markt, die sich einer mit dem Bleichmittel beschickten Kunststoffschiene bedienen. Diese wird vom Zahnarzt eingesetzt und nach etwa einer Stunde wieder entfernt. Nach zwei- bis dreimaliger Wiederholung sind Erfolge sichtbar.

Home bleaching
Nach der Unterweisung durch den Zahnarzt in der Praxis bekommt der Patient die zum Bleachen erforderlichen Materialien mit nach Hause. Dort muss er täglich eine für ihn angefertigte Schiene mit Bleichgel befüllen und eine bestimmte Zeit tragen. Die Anwendungszeit beträgt zwei bis drei Wochen.

Bleichen "toter" Zähne

Meist verfärben Blutbestandteile und deren Zerfallsprodukte bei einer Wurzelkanalbehandlung (zum Beispiel beim Entfernen eines entzündeten Zahnnervs) oder unfallbedingte Einwirkungen den Zahn nach einigen Jahren gräulich.

Der Zahnarzt öffnet den toten Zahn und bringt in die Höhle des oberen Zahnnervs für drei bis fünf Tage einen mit Wasserstoffperoxid-Lösung getränkten Wattebausch ein, das den Zahn bleicht. Nach Abschluss der Behandlung wird die Höhlung mit einer zahnfarbenen Füllung verschlossen.

Kosten

Die Kosten für das Bleichen von Zähnen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Beim Zahnarzt beginnen professionelle Home oder Office-Bleachings bei 300 Euro und 30-70 Euro pro Zahn.

Risiken und Nebenwirkungen des Bleaching

Nebenwirkungen des Bleaching:
- Zahnfleischreizungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne oder Zahnhälse. Sie klingen bei Absetzung des Bleichmittels in der Regel wieder ab.
- Vorsicht bei Karies! Unter Umständen wird der Zahnnerv geschädigt.
- An Zähnen, die mit Bleichmittel behandelt werden, können Veränderungen der Schmelzoberfläche in Form von Entmineralisierungen entstehen. Ob sich der Zahn davon erholt, ist wissenschaftlich nicht geklärt.
- Bleaching-Mittel hellen immer nur die natürlichen Zähne auf. Kronen, Veneers (Keramikverschalungen) oder Füllungen verändern den Farbton nicht.
- Bleaching-Mittel sollten nicht nicht öfter als zweimal im Jahr angewendet werden.

Neue Studie: Zahnschmelz verliert an Härte

Forscher an der Ohio State University haben in neuren Studien beobachtet, dass der Zahnschmelz nach der Anwendung bestimmter Bleaching Produkte an Härte verliert. In der ersten Studie, die im Nanobereich zeigt , wie menschliche Zähne von Home Bleaching Mitteln beeinflusst werden, applizierten die Forscher Home Bleaching Mittel auf Proben menschlicher Zähne und verglichen diese mit Zähnen, die nicht behandelt wurden. In allen Fällen reduzierten die Bleaching Produkte die Härte des Zahnschmelzes und das Elastizitätsmodul, damit auch die Möglichkeit der Zahnoberfläche, sich nach Krafteinwirkung wieder zurückzubilden.

Quelle: Antje Kraschinski/BerlinOnline
Aktualisierung: Mittwoch, 5. Februar 2014 13:40 Uhr
(Bilder: www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; dpa; Klicker/pixelio.de)
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