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Tuberkulose: Wer besonders gefährdet ist

Migranten und ältere Menschen sind bundesweit nach Worten einer Ärztin am stärksten durch die Infektionskrankheit Tuberkulose (Tb) bedroht.
Tuberkulose-Erreger
Der Tuberkulose-Erreger Mykobakterium Tuberkulosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop. © dpa

«Es ist ein großer Stress zu migrieren», sagt die medizinische Beraterin der in Würzburg ansässigen Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), Barbara Oberhauser. «Die Stressfaktoren - neues Land, Geldsorgen, Zukunftsängste - haben immer einen Einfluss auf das Immunsystem.»

Ältere Migranten besonders bedroht
Zudem kämen Migranten oft aus Ländern, in denen Tuberkulose weit verbreitet sei, lebten in Deutschland armutsbedingt mit vielen Verwandten auf engstem Raum und steckten sich so eher mit Tb an.
Ältere Menschen sind nach Ansicht der Medizinerin besonders durch Tb bedroht, weil sich viele in ihrer Jugend mit dem Erreger infiziert hätten. «Deren Körper hat das die ganze Zeit bekämpfen können, weil das Immunsystem stark war.»

Mit Antibiotika heilbar
Durch alterstypische Krankheiten wie Diabetes würden jedoch die Abwehrkräfte geschwächt, Tb könne ausbrechen. «Das ist ein echtes reelles Problem», warnte Oberhauser anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März. «Im Moment erkranken in Deutschland jährlich 5000 Menschen.»
Tuberkulose wurde früher auch Schwindsucht genannt und ist mit Antibiotika heilbar. Dennoch ist Tuberkulose nach Angaben des Robert Koch-Instituts weltweit die bakterielle Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen.

10 Millionen Neuerkrankte pro Jahr weltweit
«Im Moment geht man davon aus, dass etwa 9,2 bis 10 Millionen Menschen jährlich neu erkranken», erläuterte Oberhauser. Rund 1,7 bis 1,8 Millionen Menschen würden daran sterben.
In den vergangenen 15 Jahren habe sich die Zahl der Neuerkrankungen verdreifacht, auch weil mehr Erkrankungen entdeckt worden seien, insbesondere in Afrika und Osteuropa.

Nebeneffekt der Globalisierung
Auch wenn in Deutschland vergleichsweise wenig Menschen Tb bekämen, mahnte die Ärztin zu Wachsamkeit. «Wir sind keine Insel mehr. Die Welt kommt zu uns, wir gehen in die Welt raus», sagte sie angesichts zahlreicher Einwanderer und Durchreisender.
«Wenn wir nicht aufpassen und wenn wir nicht immer weiter auch daran denken, dass es die Möglichkeit gibt, an Tb zu erkranken, könnte das wieder explodieren.»

Mediziner forderte Oberhauser auf, aufmerksamer zu sein. «Bei Husten und Gewichtsverlust wird eher an Lungenkrebs gedacht als an Tb», und das, obwohl weltweit etwa zwei Milliarden Menschen den Erreger in sich trügen.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Samstag, 2. Mai 2009 11:31 Uhr
(Bilder: Tommy Weiss / www.pixelio.de ; Klicker/pixelio.de; www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; dpa)

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