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Diät: Gedanken können satt machen

Die genaue Vorstellung von einem Schokoriegel macht nicht dick, kann aber satt machen.
An Schokolade denken, zügelt den Appetit
Das spart Kalorien: Wer stark genug an einen Schokoriegel denkt, zügelt seinen Appetit. © dpa

Wer nur ausführlich genug an Essen denkt, bekommt nach amerikanischen Forschungsergebnissen (die Anfang 2011 veröffentlicht wurden) nicht mehr Appetit, sondern weniger. Bislang war die Auffassung weit verbreitet, dass man beim Denken an zum Beispiel einen Braten auch Appetit auf einen solchen bekommt. Nach den Ergebnissen der Wissenschaftler der Carnegie-Mellon-Universität aus Pittsburgh ist es aber komplizierter: Zwar macht der flüchtige Gedanke an eine Speise Appetit, je detaillierter man sich jedoch vorstellt, sie zu essen, umso stärker schrumpft der Appetit.

Gewöhnung an den Appetitreiz

«Unsere Resultate zeigen, dass es grundsätzlich verkehrt ist, die Gedanken an begehrte Speisen zu unterdrücken, um seinen Appetit zu zügeln», sagte Studienleiter Carey Morewedge. Er hatte mit seinen Mitarbeitern einige Probanden gebeten, sich das Essen von Schokoladendragees vorzustellen. Andere sollten an das Einwerfen von Münzen denken, jeweils mit unterschiedlicher, aber genau festgelegter Anzahl. Anschließend wurden allen die Bonbons angeboten - wer sie vorher schon in Gedanken gegessen hatte, griff jetzt weniger zu. Die Forscher rechnen das der Gewöhnung (Habituierung) an den Appetitreiz zu.

Die reine Vorstellung ersetzt die tatsächliche Erfahrung

«Habituierung ist einer der fundamentalen Prozesse, die bestimmen, wie viel wir konsumieren, wann wir aufhören, und wann wir dazu übergehen, etwas anderes zu konsumieren», sagte Joachim Vosgerau, Professor für Marketing und Beteiligter an der Untersuchung. «Zu einem gewissen Grad ist die reine Vorstellung einer Erfahrung ein Ersatz für tatsächliche Erfahrung. Der Unterschied zwischen mentaler Vorstellung und tatsächlicher Erfahrung mag sehr viel kleiner sein als bisher angenommen.» Die Forscher berichten im Wissenschaftsjournal «Science» darüber.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 6. Januar 2012 17:31 Uhr
(Bilder: www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; dpa; Klicker/pixelio.de)
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