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Gastwirte servieren Gel-Schinken

Offenbar verwenden immer mehr Gaststätten statt echtem Schinken ein minderwertiges Ersatzprodukt. In vielen Gaststätten in Hessen fanden Lebensmittelkontrolleure auf Pizza oder Nudeln einen Schinken-Ersatz mit Stärke-Gel.
Schinken
Nicht immer ist Schinken, was wie Schinken aussieht und als Schinken verkauft wird. © dpa

Gaststätten in Hessen verwenden immer häufiger minderwertige Schinkenimitate. Das Ersatzprodukt besteht zum großen Teil aus schnittfestem Stärke-Gel, in das kleine Fleischstücke eingebettet sind. Diese werden statt echtem Kochschinken serviert.

Jede dritte Probe war Mogelschinken

Seit 2006 wurden in Hessen insgesamt 528 Proben bei Gastronomen, Herstellern und Händlern genommen. Dabei fanden die Lebensmittelkontrolleure heraus, dass in fast jedem dritten Fall Schinkenimitat verwendet wurde. Besonders häufig waren die Beanstandungen in Gaststätten, wo in zwei Dritteln aller Fälle etwa für Pizza oder Schinken-Nudeln nur das billige Imitat verwendet worden war.

Verscheiernde Fantasienamen
Getrickst wird auch bei der Bezeichnung. Ein Beispiel: «Spalla Cotta - Vorderschinken nach italienischer Art aus Vorderschinkenteilen.» Auch hier gilt laut Verbraucherschützern: Vorsicht Mogel-Schinken! Beim Ersatz-Produkt ist der Fremdwassergehalt im Vergleich zu echtem Schinken sehr hoch, der von tierischem Eiweiß dagegen extrem niedrig.

Täuschung kann Straftat sein

Wer die Imitate ohne ausreichende Kennzeichnung verwendet, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit. sagt Verbraucherschutz-Staatssekretär Mark Weinmeister.«Bei nachgewiesenem Vorsatz liegt sogar eine Straftat vor.»

Er kündigte an, die Lebensmittelkontrolle werde hart durchgreifen. Jedem, der das Imitat wiederholt ohne korrekte Kennzeichnung verwende, drohe die Veröffentlichung seines Namens im Internet. Insgesamt seien bundesweit 882 Kontrollen vorgesehen.

Härteres Vorgehen gegen Käse-Imitat

Erst vor wenigen Wochen hatte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner ein strengeres Vorgehen gegen falschen Käse angekündigt. Das Käse-Imitat - auch Analog-Käse genannt - wird aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke, Aromen und Farbstoffen hergestellt.

Die Kosteneinsparungen im Vergleich zu herkömmlichem Käse werden auf rund 40 Prozent geschätzt. Wer in Hessen zum zweiten Mal dabei erwischt wird, künstlichen Käse ohne korrekte Kennzeichnung zu verwenden, soll im Internet angeprangert werden.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Samstag, 11. Juli 2009 16:56 Uhr
(Bilder: Tommy Weiss / www.pixelio.de ; Klicker/pixelio.de; www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; dpa)

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