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Nahrungsergänzungsmittel sind unnötig- und riskant

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel ist nutzlos, in manchen Fällen sogar riskant. Wer einen Nährstoffmangel fürchtet, hat bessere Möglichkeiten, für Ausgleich zu sorgen.
Pillen
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln: Häufig locken vermeintliche Wunderprodukte mit irreführender Werbung. © dpa

Ob Magnesium, Selen oder Eisen: Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, um sich umfassend mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Dabei ist das bei normaler Ernährung gar nicht nötig - und manchmal sogar gefährlich.

Nahrungsergänzungsmittel sind unnötig

Menschen, die sich ausgewogenen ernähren, brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel. «Die meisten Bürger sind über normale Lebensmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen gut versorgt», sagte der Mediziner Klaus Richter vom Bundesinstitut für Risikobewertung. Sie deckten damit den zum Leben notwendigen Bedarf ab. Darüber hinaus haben Vitamine und Mineralien Richter zufolge keinen Nutzen - «aber möglicherweise Risiken».

Nahrungsergänzungsmittel: Zuviele können Krebs auslösen

So kann zum Beispiel zu viel Beta-Carotin die Krebsgefahr erhöhen, zu viel Vitamin A in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schaden und zu viel Zink die Immunabwehr beeinträchtigen. «Mit normalen Lebensmitteln kommt man nicht über die problematische Menge hinaus», erläuterte Richter. Denn bei den Nährstoffen komme es auf die Dosis an. «Ein Mehr ist nicht besser», sagte er im Hinblick auf den Wunsch vieler Menschen, sich mit der zusätzlichen Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpillen etwas Gutes zu tun. Eine Ausnahme seien Frauen, die schwanger werden und daher Folsäure einnehmen wollen, die für die embryonale Entwicklung wichtig ist. Sie sollten das mit ihrem Arzt besprechen.

Nährstoffmangel über die Ernährung ausgleichen

Wer grundsätzlich fürchtet, dass er ein paar Nährstoffe nicht im empfohlenen Umfang zu sich nimmt, kann ansonsten leicht über die Ernährung gegensteuern. Jod ist ein Beispiel dafür: Durch den Verzehr von Seefisch und dem Einsatz von Jodsalz in der Küche sei es möglich, sich damit ausreichend zu versorgen, sagte Richter. Weitere Beispiele sind Eisen und Selen: Viel Eisen steckt zum Beispiel in Sesam - auf 100 Gramm Körner kommen 10 Milligramm des Mineralstoffs. Sehr viel Selen enthalten etwa Paranüsse (1917 mg/100 g). Und der tägliche Kalziumbedarf lasse sich gut über Milchprodukte decken, betonte der Experte von der BfR-Abteilung Lebensmittelsicherheit.

Vitamin-C-Gehalt: Paprika schlägt Zitrone

Auch Vitamin C sei problemlos in ausreichendem Maße über die Nahrung aufzunehmen - allerdings nicht über die landläufig als Vitamin-C-Bombe geltende Zitrone. Sie enthält pro 100 Gramm nur 53 Milligramm des Vitamins, bei der gleichen Menge Paprika sind es fast dreimal so viel (150mg/100g). Viel Vitamin E steckt in Weizenkeimöl mit 215,4 mg/100g. Bei Olivenöl sind es dagegen nur 12 mg/100g und bei Sonnenblumenöl immerhin 55,8mg/100g.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 25. Januar 2013 13:30 Uhr
(Bilder: www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; xx-well.com; dpa; Klicker/pixelio.de)
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