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Adventskalender: Hersteller nehmen mineralölbelastete Produkte zurück

Stiftung Warentest hat in der Schokolade von Adventskalendern Mineralölrückstände nachgewiesen. Einige Hersteller haben reagiert und ihre Produkte vom Markt genommen.
Adventskalender von der Confiserie Heilemann
Die Stiftung Warentest hat im November 2012 in der Schokolade von 24 Adventskalendern für Kinder Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. © Stiftung Warentest

In der Schokolade von 24 Adventskalendern haben Tester der Stiftung Warentest Rückstände von schädlichen Mineralölen und ähnlichen, möglicherweise krebserregenden Stoffen gefunden. In neun Fällen war das Naschwerk so belastet, dass die Stiftung Warentest Kinder vor dem Verzehr warnte.

Erste Hersteller haben inzwischen eine Prüfung ihrer Produkte angekündigt. Nach Bekanntwerden der Testergebnisse hat die Süßwaren- und Feinkostkette Arko sogar Produkte zurückgerufen. „Wir haben heute den Verkauf des von Stiftung Warentest beanstandeten Kalenders gestoppt“, sagte der Arko-Geschäftsführer Torsten Teufert am Montag (26.11.2012). Der Geschäftsführer des Schokoladenherstellers Heilemann Peter Schrage kündigte eine entsprechende Einschätzung der Experten des Bundesverbandes der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) an und leitete gleichzeitig eine Laboruntersuchung seiner Schokolade und der Verpackungen ein. Lindt-Sprecherin Natalie Zagoda sagte: „Wir wurden sehr überrascht von der Studie.“ Nun prüfe Lindt, was mit dem Kalender passieren soll.

Adventskalender von Rausch
Adventskalender von Rausch

Welche Adventskalender besonders hoch belastet sind

Beim Test der Stiftung war der Anteil aromatischer Mineralöle in den Adventskalendern der Marken Arko, der Confiserie Heilemann und Rausch besonders hoch. In weiteren sechs Adventskalendern waren die Gehalte ebenfalls bedenklich. Zu ihnen zählten die von Riegelein „The Simpsons“, Feodora Vollmilch-Hochfein Chocolade, Smarties, Hachez Adventskalender „Schöne Weihnachtszeit“ sowie Friedel Adventskalender und Lindt „Adventskalender für Kinder“. Die nachgewiesenen Mineralöle stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Daher rät die Stiftung Warentest davon ab Schokolade, die mit diesen aromatischen Mineralölen belastet ist, zu essen.

Adventskalender mit nicht-aromatischen Mineralölen

Zudem fanden die Tester weitere Mineralöl-Typen in der Schokolade, die zu den nicht-aromatischen Kohlenwasserstoffen zählen. Wie gefährlich nicht-aromatische Mineralöle sind, können Wissenschaftler noch nicht eindeutig abschätzen. Es gibt jedoch Hinweise, dass sich nicht-aromatische Mineralöle im menschlichen Gewebe anreichern; in Tierversuchen werden sie mit Entzündungserscheinungen der Leber in Zusammenhang gebracht. Besonders stark belastet mit nicht-aromatischer Mineralöle waren die Adventskalender von Arko, der Confiserie Heilemann und Rausch. Hohe Gehalte dieses Mineralöl-Typs wiesen die Tester auch in den Kalendern von Friedel, Reichsgraf von Aldi (Nord) und den Schlümpfen nach. Hier fanden die Tester mehr als 10 Milligramm pro Kilogramm Schokolade. So viel kommt mit Abstand nicht in den anderen Kalendern vor.

Adventskalender mit geringer Belastung

Zum Zeitpunkt der Analyse waren zwölf Adventskalender nur gering mit diesen Mineralölen belastet und gleichzeitig frei von aromatischen Mineralölrückständen. Darunter sind teure Markenprodukte, etwa von Milka und Hussel, sowie Discounter-Ware von Netto Markendiscount, Norma und Lidl. Stiftung Warentest hält es für vertretbar, wenn sich Kinder und Erwachsene täglich ein Schokoladenstück aus diesen Adventskalendern genehmigen. Bei höheren Belastungen wie in den Kalender von Aldi (Nord) / Reichsgraf und den Schlümpfen ist es laut Warentest aktuell schwierig, eine Empfehlung zu geben.

Woher kommt das Mineralöl in der Schokolade?

Schokolade besteht aus reichlich Fett, in dem sich Mineralöle gut anreichern können. Schokostückchen aus Adventskalendern sind in dieser Hinsicht besonders gefährdet: Sie umgibt sehr viel Karton, der meist aus recyceltem Altpapier hergestellt wurde und mineralölhaltige Farben aus dem Zeitungsdruck enthalten kann. Teilweise liegt die Verpackung direkt auf der Schokolade auf. Die flüchtigen Mineralölbestandteile entweichen aus dem Verpackungsmaterial und können dann in die Schokolade übergehen oder in den geschlossenen Innenraum des Kalenders ausgasen. Auch die neu aufgedruckten Winterlandschaften, Weihnachtsmänner und Maskottchen können aus Farben mit Mineralölen bestehen, die in die Süßigkeiten wandern.

Auch Rückstände von Maschinenöl gefunden

Darüber hinaus haben die Tester bei acht Produkten Mineralöl nachgewiesen, das offenbar von Maschinen herrührt. Viele Hersteller nutzen es, um ihre Maschinen zu schmieren, zu säubern und zu pflegen. Maschinenöl kann aber auch direkt aus der Umwelt in Lebensmittel geraten, zum Beispiel über Abgase. Folgende Adventskalender enthielten Rückstände, die auf Maschinenöl deuten: Aldi (Nord) / Reichsgraf, Aldi (Süd) / Wintertraum, die Schlümpfe, Friedel, Milka, Netto Markendiscount / Santa Claus in Town, Smarties und The Simpsons.

Adventskalender von Arko
Adventskalender von Arko

Weitere Probleme bei den Adventskalendern: Weichmacher, Kadmium, Keime

Unerwünschte Verpackungsrückstände in Adventskalendern können auch aus den Schokoladenformen und Außenfolien aus Kunststoff kommen. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie unter anderem Substanzen freisetzen, die den Mineralölen sehr ähnlich sind. Ein weiteres Risiko ist, dass aus dem Kunststoff noch Weichmacher in die Schokostückchen übergehen. Im Test wies jedoch nur der Kalender von Lindt sehr geringe Mengen des Weichmachers DEHA auf. Im Kalender von Hachez fanden die Tester einen geringen Anteil an Kadmium. Dieses steht im Verdacht die Nieren zu schädigen.
Entwarnung gibt es für Keime: 23 Produkte waren in dieser Hinsicht unauffällig, nur in der Schokolade von Gepa wiesen die Tester eine vergleichsweise hohe Gesamtkeimzahl nach.

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Quelle: foh/Stiftung Warentest/dpa
Aktualisierung: Dienstag, 27. November 2012 14:55 Uhr
(Bilder: dpa; www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; xx-well.com; Klicker/pixelio.de)
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