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Alkoholfreier Sekt und Wein: Wie gut schmecken sie?

Sogenannter alkoholfreier Sekt oder Wein enthält meist zwar doch noch etwas Alkohol- solche Getränke haben aber ganz andere Vorteile.
Sekt
Genuss ohne Reue: Alkoholfreier Sekt verursacht keinen Kater und hat ein Drittel weniger Kalorien. © dpa

Vor allem im Dezember und zu Silvester steigt der Konsum von Sekt und Weinen sprunghaft an. Ein guter Wein zum Festtagsessen und ein Gläschen Sekt zum Jahreswechsel gehören hierzulande einfach dazu. Für diejenigen, die morgens ohne Kater aufwachen wollen, sind entalkoholisierte Sekte und Weine eine gute Alternative.

Alkoholfreier Sekt und Wein hat weniger Kalorien

Alkoholfreier Schaumwein erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der Marktführer Schloss Wachenheim aus Trier setzte 2008 mehr als fünf Millionen Flaschen ab- Tendenz steigend. Die Hersteller versprechen den Verbrauchern Genuss, der «sorglos und unbeschwert» ist. Zumindest für die Figur dürfte das schon mal stimmen, denn alkoholfreier Sekt hat rund ein Drittel weniger Kalorien als herkömmlicher. Der Grund liegt im Herstellungsprozess: Durch den Entzug des Alkohols fällt ein Dickmacher weg. Das gilt für Schaumwein ebenso wie für Wein.

Geschmack durch Technik und Zusatzstoffe

Sekt

Der Entzug beeinträchtigt das Aroma. «Alkohol ist ein Geschmacksträger», so Christina Fischer, Mitglied der Sommelier-Union Deutschland. Beim alkoholfreien Sekt werde außerdem auf die zweite Gärung verzichtet, die üblicherweise für die prickelnde Säure sorge. Zur Rettung setzen die Produzenten auf Technik und Zusatzstoffe. Schloss Wachenheim vertraut nach eigenen Angaben auf Vakuumdestillation bei niedriger Temperatur, anschließend wird das Produkt mit Kohlensäure versetzt. Zusätzlich kommt Traubensaft hinzu. Die Aromen bleiben dank der Kohlensäure besser erhalten als bei entalkoholisiertem Wein. Außerdem muss niemand auf das vertraute «Plopp» beim Entkorken verzichten.

Sprudelnde Saftmischungen statt Sekt

Sommelière Fischer ist dennoch skeptisch und empfiehlt, aus Sprudel, Saft und Sirup schäumende Eigenkreationen zu mixen: «Pfirsichsirup, Grapefruitsaft, einen Schuss Ananassaft mit Sprudel aufgießen.» Ihrer Überzeugung nach übertreffen die Säfte entalkoholisierten Sekt geschmacklich. Wer Pfirsich und Aprikose einsetze, könne sogar das typische Rieslingsekt-Aroma schmecken. Das Mineralwasser sorgt für Frische. Damit die Komposition harmonisch schmeckt, rät Fischer zu Sprudel mit ausgewogenem Mineralstoffanteil, geringem Natrium- und Kalziumanteil sowie wenig Kohlensäure. Im Sektkelch serviert, kommt das Bouquet der Saft-Sprudel-Kombination gut zur Geltung.

Alkoholfrei bedeutet nicht ohne Alkohol

Leider führt der Begriff «alkoholfrei» in die Irre: Laut Weinverordnung dürfen Getränke diese Bezeichnung bereits tragen, wenn sie höchstens 0,5 Volumenprozent haben. Ein "schäumendes Getränk aus alkoholfreiem Wein", wie es offiziell heißt, enthält weniger als 0,5 Prozent.

Silvester am Brandenburger Tor

Steht «alkoholreduziert» auf dem Etikett, können es maximal 4 Prozent sein. Für normalen Schaumwein schreibt die Verordnung einen Alkoholgehalt von mindestens 9,5 Prozent vor. Flaschen und Getränkekarten müssen entsprechende Hinweise tragen. Ein prüfender Blick ist auf jeden Fall angebracht. Vor allem, wenn trockene Alkoholiker oder Kinder mitfeiern sollen. Für sie ist ein perlender Traubensaft wie «Trauben-Secco» eine Option. Verbraucher, die aus religiösen Gründen abstinent leben, auf das Prickeln aber nicht verzichten wollen, werden in Frankreich fündig. Dort ist alkoholfreier Sekt namens «Cham' halal» - ein Wortspiel aus halal und Champagner - auf dem Markt.

Diabetiker müssen Etikett genau lesen

Diabetiker müssen zu den Feiertagen weder auf Sekt noch auf Wein verzichten. Sie sollten beim Einkauf auf die Etikettierung achten: Geeignete Getränke müssen den Zusatz «für Diabetiker geeignet- nur nach Befragen des Arztes» tragen. Sie dürfen unter anderem keine Saccharose und höchstens vier Gramm Glukose enthalten. In der Regel kommt ein trockner, sehr kalorienarmer Wein infrage, den es inzwischen auch aus biologischem Anbau gibt.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Donnerstag, 27. Dezember 2012 14:26 Uhr
(Bilder: www.filastockphoto.com/ www.pixelio.de; dpa; Klicker/pixelio.de)
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