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Prämien und Boni: Worauf bei Vertragsabschluss zu achten ist

Prämien als Dankeschön für einen Vertragsabschluss- das freut Neukunden. Verbraucherschützer warnen aber vor diesen Lockmitteln.
Vertrag unterschreiben
© h9k / www.sxc.hu 

Prämien und Boni sollen ein Dankeschön an den Kunden sein. Nach Ansicht von Verbraucherschützern sind sie jedoch häufig nur Lockmittel, um zum Beispiel Handy- oder Stromverträge attraktiv aussehen zu lassen. Wer genau nachrechnet merkt aber, dass sie sich manchmal gar nicht rentieren. Einige Beispiele für widersinnige und sogar rechtlich fragwürdige Prämien und Boni.

Stromanbieter regeln Bonus im Kleingedruckten

In einer rechtlichen Grauzone bewegen sich Stromanbieter, die den Bonus erst im 13. Monat der Vertragslaufzeit zahlen. In einigen Fällen verweigerten die Anbieter den Bonus, wenn der Kunde zum Ende des ersten Vertragsjahres kündigte. Die Stromanbieter verwiesen auf das Kleingedruckte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darin stand, dass das Geld nur gezahlt wird, wenn der Kunde nicht im ersten Jahr kündigt. So drängten die Stromanbieter dem Verbraucher eine Vertragsverlängerung auf. Dieses Vorgehen ist umstritten. Viele Gerichte gaben klagenden Kunden Recht, einige allerdings auch dem Anbieter.

Bei Bonus-Angeboten auf Transparenz achten

Bekannt wurde dieses Vorgehen vor allem mit der Änderung des Miles & More-Programms der Lufthansa 2011. Das Unternehmen hatte dessen Bedingungen geändert, dies aber nur einen Monat vorher angekündigt. Einige Fluggäste mussten plötzlich deutlich mehr Bonusmeilen für Business- und First-Class-Flüge einlösen als vorher. Sie hatten jedoch wenig Chancen, ihre Meilen vor der Änderung noch für die günstigeren Konditionen einzulösen. Die Kunden protestierten und Lufthansa reagierte mit dem Zugeständnis, Änderungen des Bonusmeilensystems künftig drei Monate vorher anzukündigen.

Kurzfristige Änderung von Bonus-Programmen ist grenzwertig

Nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbands war das Vorgehen der Lufthansa in diesem Fall zwar grenzwertig. Eine Täuschung im Rechtssinn sei es aber nicht gewesen. Das Problem bei Bonusprogrammen wie diesem sei, dass sie rechtlich oft weniger angreifbar seien, als zum Beispiel der normale Kauf eines Tickets. Schließlich handele es sich bei ihnen lediglich um Zusatzangebote. Dennoch müssten auch diese Bonus-Angebote transparent sein, und zum Beispiel in der Werbung nichts versprechen, was sie nicht halten.

Vorsicht vor befristeten Prämien-Aktionen

Vor allem bei Banken ist das Prinzip "Kunden werben Kunden" beliebt. Im konkreten Fall versprach eine Bank einen teuren Tablet-PC für Kontoinhaber, die 150 Punkte gesammelt hatten. Jeder geworbene Kunde brachte 50 Punkte. Die Tablet-Aktion der Bank lief nur vier Wochen. Gutgeschrieben bekam der Werbende die Punkte jedoch erst nach vier bis sechs Wochen. Die innerhalb der Frist gesammelten Punkte für ein Tablet einzulösen, war also nicht möglich.

Werbeaktion nur als Lockmittel genutzt

Wettbewerbsrechtlich hält die Verbraucherzentrale Brandenburg das Vorgehen der Bank für fragwürdig, da nur Kunden, die schon vor der Aktion ein volles Punktekonto hatten, das Tablet bekommen konnte. Nach ihrer müssen aber auch Kunden eine Chance auf die wertvolle Prämie haben, die erst durch die Werbeaktion dazu angeregt werden, Freunde zu werben. Laut Verbraucherzentrale liegt in diesem Fall der Verdacht nahe, dass es sich nur um ein Lockmittel gehandelt hat.

Widersinniger Bonus: Ökostromanbieter wirbt mit Fernreise

Als rechtens, aber äußerst fragwürdig stuft die Verbraucherzentrale einen Fall ein, bei dem ein Ökostrom-Anbieter seinen Neukunden mit einer Fernreise nach Dubai zum Sonderpreis dankt. Diese Prämie wirke sich negativ auf die CO2-Bilanz aus und zeige, dass manche Ökostrom-Anbieter eher Alibi-Ökolieferanten seien, findet die Verbraucherzentrale. Der Stromanbieter verteidigt seine Prämie damit, dass das Angebot durch freie Plätze in Hotel und Flugzeug zustande kommt.

Vertragsrücktritt wegen zweifelhafter Boni ist schwierig

Eine Berechtigung dafür, vom Vertrag zurückzutreten, bietet die unökologische Prämie allerdings nicht. Zugesichert habe der Anbieter im Vertrag schließlich keine umweltfreundliche Unternehmensphilosophie, sondern Strom aus regenerativen Quellen. Bekommt der Kunde den, ist der Vertrag erfüllt. In diesem Fall hatte der Anbieter auch ein Öko-Zertifikat vom TÜV Nord. Fragwürdige Marketing-Maßnahmen oder die Philosophie des Anbieters beziehe der TÜV in seine Zertifizierung nicht ein, erklärt eine TÜV- Sprecherin.

Quelle: dpa
(Bilder: locationportale.de; dpa; Klicker/pixelio.de)
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