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Chic mit Stufe - Die Limousine erobert die Kompaktklasse

Lange Jahre galt die kompakte Limousine als das Spießerauto schlechthin. Jetzt meldet sich das Stufenheck zurück. Mit schnittig gezeichneten und sportlich motorisierten Viertürern wollen die Hersteller den Staub der Jahrzehnte abschütteln.
Audi mit Stufenheck
Abschied vom Spießertum: Marken wie Audi setzen in der Kompaktklasse auf das Stufenheck. Das könnte den Image-Wandel für diese Karosserieform in dem Segment beflügeln. Foto: Audi © dpa

Die kompakte Limousine feiert ein Comeback. Durch Modelle wie den VW Jetta früherer Generationen oder den Ford Escort zum Spießerauto gestempelt, meldet sie sich jetzt als sportlicher Schönling zurück. Vor allem die Nobelhersteller setzen große Hoffnungen in kleine Viertürer und wollen damit ihr Angebot in der Kompaktklasse erweitern.

So Mercedes: Vergangenen Monat enthüllten die Stuttgarter auf der Messe Auto China in Peking das «Konzept Style Coupé». Es basiert technisch auf der A-Klasse und soll mit 4,64 Metern Länge zum kleinen Bruder der C-Klasse werden. «Aber das Vorbild war nicht die Limousine, sondern das viertürige Coupé CLS», sagt ein Mercedes-Sprecher. CLA werde das Auto heißen, wenn es binnen Jahresfrist in den Handel kommt. Um das Konzept aufzuwerten, werde es einen Allradantrieb und Motoren mit mehr als 147 kW/200 PS geben.

In die gleiche Kerbe schlägt Audi: «Ja, den nächsten A3 wird es auch als Stufenheck-Limousine geben», sagt Heiko Pabst von Ohain aus dem Produktmanagement des bayerischen Herstellers. Wer wissen will, wie das aussieht, den erinnert er an eine Designstudie, die Audi auf dem Genfer Salon 2011 als Stilvorlage zeigte.

Auch Nissan-Tochter Infiniti plant eine kleine Limousine. Neben fließenden Formen und noblen Innenraum soll dieses Auto mit seinem Antrieb punkten. Denn das kürzlich enthüllte und innerhalb von zwei Jahren für die Serie versprochene «LE Concept» soll ausschließlich als Elektroauto angeboten werden, sagte Konzernchef Carlos Ghosn bei der Premiere.

Keiner der drei Hersteller sagt bislang etwas zu den Preisen. Aber mit Blick auf die jeweiligen Plattformbrüder dürfte es die kleinen Limousinen schon mit konventionellem Antrieb erst für 25 000 Euro aufwärts geben. Für richtig große Stückzahlen in der Kompaktklasse wären sie damit wohl zu teuer.

Aber auch im bürgerlichen Preissegment kommt der Stufenschnitt wieder in Mode: Seat zum Beispiel will mit dem neuen Toledo an die früheren Erfolge anknüpfen, als das Flaggschiff der spanischen VW-Tochter noch ein konventioneller Viertürer und kein Van mit Stummelheck war. «Von den ersten beiden Generationen haben wir immerhin 900 000 Exemplare verkauft», sagt Markenchef James Muir und verspricht ein Comeback in alter Stärke.

Noch in diesem Herbst soll die auf dem Genfer Salon gezeigte Studie von 4,48 Metern Länge deshalb ohne nennenswerte Änderungen in Serie gehen und laut Muir vor allem «viel Auto fürs Geld» bieten: Der Basispreis werde bei 14 000 bis 15 000 Euro liegen und damit den Golf unterbieten.

Auch bei Konzernschwester Skoda gewinnt das Stufenheck-Konzept an Bedeutung. Die Tschechen arbeiten nicht nur an einem neuen Octavia, sondern bereiten eine Klasse darunter den Start einer weiteren Limousine vor. Als «Mission L» stand der Wagen im Herbst bereits auf der IAA in Frankfurt. Unter dem Namen Rapide soll er noch in diesem Jahr in den Handel kommen, teilte die VW-Tochter in Weiterstadt mit. Was der Wagen kosten soll, ist offiziell noch offen. Doch die Branche spekuliert mit 13 000 Euro. Damit wäre er sogar billiger als der günstigste VW Polo.

Weitere Limousinen für die Kompaktklasse zeichnen sich ab. Bei Opel ist in Unternehmenskreisen zu erfahren, dass die Modellpalette des Astra mit dem Facelift im Herbst um einen Viertürer erweitert wird. Und der Fiat Viaggio, der in Peking enthüllt wurde und zumindest eine kurze Heckstufe hat, müsste bei entsprechender Nachfrage problemlos nach Europa zu importieren sein. «Offizielle Pläne gibt es aber nicht», sagt Fiat-Sprecher Florian Büngener. «Nach aktuellem Stand ist das ein rein chinesisches Projekt.»

Auch bei den anderen Neuheiten in diesem Segment spielen die deutschen Kunden eher eine Nebenrolle, sagt Marktforscher Nick Margetts. «Denn entwickelt und gebaut werden die meisten dieser Autos vor allem für andere Märkte», ist der Chef von Jato Dynamics in Limburg überzeugt. Auch Audi und Mercedes hätten dabei zuallererst Amerika und China im Sinn. Weil man dort mit Steilheck-Konzepten wie Golf oder A-Klasse wenig anfangen kann, würden daraus jetzt eben Limousinen, sagt Margetts.

Ganz ähnliche Beweggründe sieht er für Seat, Skoda oder Opel: «Auch diese Modelle werden nicht für München oder Berlin entworfen. Sondern zuallererst sollen sie in Madrid, Moskau oder noch weiter im Süden und Osten verkauft werden.» Aber, weist Margetts auf eine Option vor allem der deutschen Hersteller hin, wenn man die Autos ohnehin baue, könne man sie in Deutschland auch gleich mit anbieten.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 25. Mai 2012 09:52 Uhr
(Bilder: TuningTeileTotal; PhotoSG - Fotolia.com ; StVO; Schierenbeck/dpa; Hertha BSC)
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