Umwelt  

 

Wasser und Geologie

Maßnahmen: Schleusen


Die Passierbarkeit der Gewässer für Tiere und Pflanzen ist für die Qualität des Lebens im Wasser eine Grundvoraussetzung. Deshalb hat die sogenannte Durchgängigkeit bei der Umsetzung der WRRL eine hohe Priorität. In Berlin versperren mehrere Schleusen den Wasserorganismen den Weg.
Zunächst ist der Fokus darauf gerichtet, den stromaufwärts gerichteten Weg der Fische und anderer Wasserorganismen in die Oberhavel (Staustufe Spandau) und in die Spree (Staustufen Charlottenburg und Mühlendamm) passierbar zu machen. Seit 2010 ist die Zuständigkeit für die Herstellung der Durchgängkeit auch eindeutig geklärt: die Bundeswasserstraßenverwaltung ist hier in der Pflicht. Derzeit erarbeitet der Bund ein Handlungskonzept. Ein wesentlicher Schritt ist dabei die Priorisierung der anstehenden Projekte. Alle Schritte werden eng mit den Bundesländern abgestimmt. Die durch die Länder bis dato erarbeiteten Konzepte werden im weiteren Umsetzungsprozess berücksichtigt.
Für die Staustufen Spandau und Charlottenburg ist die Realisierung der Maßnahmen in der zweiten Umsetzungsphase der WRRL geplant.

Bis 2008 hat das Land Berlin Konzepte für Fischwanderhilfen für die maßgeblichen Staustufen erarbeitet. Diese werden hier kurz vorgestellt. Es ist zu beachten, dass sich im weiteren Planungsprozess Änderungen ergeben können.


Wehranlage Schleuse Spandau; Foto: Christian Wolter
Zitadellenwehr Staustufe Spandau
Foto: Christian Wolter

Projekt: Durchgängigkeit und Laichhabitate
an der Staustufe Spandau

Geplant ist:
  • die Errichtung einer Fischwanderhilfe in Form eines Raugerinne-Beckenpasses im westlichen Abzugsgraben (Pulvermühlenwehrgräben)
  • die Ertüchtigung der Wehranlage zur laichfreundlichen Abflusssteuerung
  • das Anlegen von Kiesbänken als Laichhabitate im westlichen Abzugsgraben auf rund 1.200 m Länge
  • der Rückbau bzw. Ersatz von Uferbefestigungen und der Einbau von Totholz
 
Die Herstellung der Durchwanderbarkeit des Gewässersystems Havel schafft die Voraussetzung für den Aufstieg der flusstypischen, Strömung bevorzugenden Fischarten (wie z.B. Rapfen) in die Oberhavel und macht damit auch die Besiedlung des weiteren Einzugsgebietes möglich.

Stand der Maßnahmenplanung und Umsetzung:
Es liegt eine fischereibiologische und wasserbauliche Vorstudie zu Renaturierungs- und Sanierungsmaßnahmen im Westlichen Abzugsgraben bei der Zitadelle Spandau vor, in der Möglichkeiten zur Erweiterung von Laich- und Brutaufwuchsgebieten für kieslaichende Flussfischarten, die Herstellung der Durchwanderbarkeit an der Staustufe Spandau sowie die Optimierung der Abflussaufteilung bei verschiedenen Bemessungswasserständen untersucht wurde.

Kosten der Maßnahmen:
Ca. 1,4 Mio. € (qualifizierte Kostenschätzung)



Schleuse Charlottenburg
Schleuse Charlottenburg

Projekt: Fischwanderhilfe Charlottenburg

Geplant ist die Errichtung einer Fischwanderhilfe mit Einstieg am rechten Ufer des Wehres Charlottenburg als Kombination aus Vertikalschlitzpasses und Raugerinne-Beckenpass.

Stand der Maßnahmenplanung und Umsetzung:
Seit April 2009 liegt die Machbarkeitsstudie zur Durchgängigkeit der Stadtspree an den Staustufen Mühlendamm und Charlottenburg vor, in der verschiedene Standort- und Gestaltungsvarianten untersucht und bewertet sowie die Umsetzungsvoraussetzungen betrachtet und die voraussichtlichen Kosten ermittelt werden. Die o.g. Maßnahme ist die ermittelte Vorzugsvariante.

Kosten der Maßnahmen:
Ca. 1,4 Mio. € (qualifizierte Kostenschätzung)


Mühlendammschleuse
Mühlendammschleuse

Projekt: Fischwanderhilfe Mühlendamm

In der Planung ist auf Grund der engen Platzverhältnisse die Errichtung einer technischen Fischwanderhilfe in Form eines Vertikalschlitzpasses. Mögliche Standorte sind der Kupfengraben oder das Wehr an der Mühlendammschleuse. Zusätzlich wird über eine Fischwanderbeobachtungsstation nachgedacht, denn so wäre es vielen Interessierten möglich, das Geschehen unter Wasser in der Stadtmitte live zu beobachten.
Gemeinsam mit dem Fischpass an der Staustufe Charlottenburg ermöglicht die Maßnahme die Durchwanderbarkeit der innerstädtischen Spree von der Havel/Spreemündung bis zu den Laichhabitaten der Unteren Spree.

Stand der Maßnahmenplanung und Umsetzung:
Seit April 2009 liegt die Machbarkeitsstudie zur Durchgängigkeit der Stadtspree an den Staustufen Mühlendamm und Charlottenburg vor.

Kosten der Maßnahmen:
Je nach gewählter Variante beläuft sich die qualifizierte Kostenschätzung bei
a) Fischpass im Kupfergraben auf 1,02 Mio. €
b) Fischpass im Bereich des Trenndamms der Schleuse auf 2,1 Mio. €
Beobachtungsstation: 120.000 €