Umwelt  

 

Wasser und Geologie

... in Berlin


Folgend erläutern wir Ihnen, wie die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in Berlin organisatorisch gegliedert ist und zeitlich abläuft.

Ausgangsbasis für neue gesamtstädtische Handlungsfelder sind immer historisch-politische und naturräumliche Rahmenbedingungen:

Naturraum

Berlin ist auch bekannt als grüne Stadt am Wasser, denn die vielfältigen Gewässerstrukturen und ausgedehnten Gewässerlandschaften tragen wesentlich zum Charme der Stadt bei. Spree und Dahme durchfließen das Berliner Urstromtal von Südosten kommend und münden in die westlich gelegene Havel. Die Flüsse mäandrieren zum Teil stark und bilden vielerorts Flussseen aus (z.B. Zeuthener See, Langer See). Dieser wechselhafte Verlauf macht den Reiz des Berliner Gewässersystems aus.

In den letzten 1000 Jahren der Besiedlungsgeschichte unserer Stadt hatten die großflächigen Rodungen der Hainbuchen-Eichen-Mischwälder, die Trockenlegung von Erlenbrüchen, die Anlage von Wehren und Mühlenstauen und die Begradigungen der Fließgewässer sowie Klimaschwankungen maßgeblichen Einfluss auf die Gewässer. Heute gibt es kaum noch Abschnitte, die nicht von Menschenhand beeinflusst wurden.

Berlin liegt im Übergangsbereich zwischen dem maritimen und dem kontinentalen Klima. Das bedeutet deutlich geringere Niederschläge als im westlichen Teil Deutschlands. Die Tendenz zu trockenen Sommermonaten und einer größeren Verdunstung auf Grund durchschnittlich höherer Temperaturen verstärkt sich in den letzten Jahren nachweisbar (vergleiche z.B. Studie "Klimawandel und Kulturlandschaft Berlin"). Diese klimatischen und morphologischen Verhältnisse führen im Havelgebiet zu geringen natürlichen Abflussspenden und relativ geringen Hochwasserabflüssen.

Geballter Stadtstaat

Berlin nah; die Stadtspree
Stadtspree

vielfältige Nutzung der Spree
vielfältige Nutzung der Spree
Als größte deutsche Stadt nimmt Berlin unter den deutschen Ballungsräumen und europäischen Metropolen in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein. So ist sie die einzige Großstadt, die als Stadtstaat innerhalb ihrer Grenzen gleichzeitig die Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung bewältigt. Das heißt, dass die Qualität der Berliner Gewässer maßgeblich von der Abwasserentsorgung mit ihren Stofffrachten beeinflusst wird. Die Belastungen des äußerst sensiblen Gewässersystems stehen dementsprechend in engem Zusammenhang mit der Einwohnerzahl. Zudem sorgt der hohe Anteil versiegelter Flächen im urbanen Raum für entsprechend hohen Regenabfluss, der ebenso wie die Abwasserableitung die Gewässer erheblich mit Stofffrachten belastet.

Andererseits gewinnt Berlin sein Trinkwasser zu hohen Anteilen aus Uferfiltrat und ist somit von einer guten Qualität der Oberflächengewässer abhängig.

Doch nicht nur die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung fordern die Berliner Gewässer - im hochurbanen Raum existieren vielfältigste Nutzungsansprüche eng nebeneinander; so z.B. Schifffahrt, Fischerei, Erholungsnutzung, Badespaß, Grundwasserförderung und Abwassereinleitung. Diese vielfältigen Belange sind mit ihren unterschiedlichen Anforderungen sensibel zu vereinbaren.

 

Berlin liegt an der Elbe

Die Flussgebietsgemeinschaft Elbe hat fünf Koordinierungsräume eingerichtet. Berlin gehört zum Koordinierungsraum Havel, der wiederum in elf konkrete Bearbeitungsgebiete untergliedert ist. Berlin ist an fünf Bearbeitungsgebieten beteiligt:
  • Untere Spree2: Berlin (federführend) und Brandenburg
  • Dahme: Brandenburg (federführend) und Berlin
  • Obere Havel: Brandenburg (federführend), Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
  • Untere Havel: Brandenburg (federführend), Berlin und Sachsen-Anhalt
  • Nuthe: Brandenburg (federführend) und Berlin