Städtebau  
 

Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin

Ergebnis 2014: Preisverleihung


Die Preisträger; Foto: Holger Koppatsch
Die Preisträger mit dem Festredner und Partnern aus den Aufgabenorten
Foto: Holger Koppatsch

Till Rehwaldt, Präsident des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten und Vorsitzender der Jury, lobte die professionelle Qualität und das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten. Er stellte die Wettbewerbsaufgaben und Einreichungen vor. Gleichzeitig illustrierten Filmbeiträge die Arbeit der Jury und die Lenné-Aufgaben 2014 aus Berlin, Koblenz und London.

An der Preisverleihung für die drei Aufgaben nahmen auch Vertreter der Aufgabenorte teil: Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017; Rüdiger Dittmar, Leiter Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz und Victor Callister, Department of the Built Environment, Assistant Director, City of London.

Der Festredner Harald Martenstein begeisterte das Publikum durch eine persönlich gehaltene Rede. Er ermunterte die jungen Preisträgerinnen und Preisträger, auch künftig eigene Wege zu zu gehen. "Kämpfen Sie für die Schönheit. Haben Sie den Mut, zu meutern, wenn man von Ihnen etwas verlangt, das Sie aus tiefstem Herzen für scheußlich halten."

Nach der Preisverleihung wartete auf die Gäste eine süße Überraschung. Johannes Rabien, Konditormeister und Inhaber der Konditorei Rabien, ehemalige Potsdamer Hofkonditorei 1878 schnitt die eigens kreierte Peter-Joseph-Lenné-Jubiläumstorte an.


Die Peter-Joseph-Lenné-Preise und -Anerkennungen 2014


Insgesamt wurden 65 Arbeiten von 112 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Europa zum Lenné-Verfahren zugelassen (Aufgabe A Berlin - 19 ; Aufgabe B Koblenz - 18; Aufgabe C London - 28). Die Jury tagte am 28. und 29. August 2014.

Aufgabe A: Berlin IGA Berlin 2017 – Internationaler IGA-Campus

Der Peter-Joseph-Lenné-Preis der Aufgabe A stand unter der Schirmherrschaft des Garden Club of Bavaria.

In einem Video wurde der Siegerentwurf der beiden Studenten Miriam Dittrich, Blender, und Kevin Lawitzky, Bonn, vorgestellt. Abgeleitet von der Organisation eines lebenden Organismus entwickeln die beiden Verfasser einen vielfältigen und lebendigen Aktionsraum. Die Kreisläufe der Natur und der Dialog der Kulturen werden thematisch aufgegriffen und in gärtnerische Bewirtschaftungsformen übertragen. Insgesamt präsentiert diese Arbeit einen sehr überzeugenden Ansatz, der auch in der Durcharbeitung ungewöhnliche Qualitäten besitzt und mit sehr sicheren Gestaltungsmitteln die konzeptionelle Idee öffentlichkeitswirksam vermittelt.

Miriam Dittrich, zurzeit auf Weltreise wurde durch ihre Mutter vertreten. Gemeinsam mit Kevin Lawitzki nahm sie den Lenné-Preis von Staatssekretär Christian Gaebler und Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 entgegen.

Anschließend wurden Lotta Gärtner, Braunschweig, und Michael Mielke, Berlin, mit den Peter-Joseph-Lenné-Anerkennungen ausgezeichnet.

Aufgabe B: Großfestung Koblenz - Chancen für den Freiraum


In dem Video zur Aufgabe B wurde der Siegerentwurf von Martina Schwarz und Martin Schmitz, Berlin, vorgestellt. Die Arbeit mit dem Titel Festungsringe schafft es, die vier Festungssysteme - ihre Bauten, Relikte und noch in den Stadträumen vorhandene Spuren, miteinander zu "Festungsringen" zu verbinden. Diese Ringe werden nachvollziehbar als Wege gestaltet, entlang derer mittels wieder inszenierten Blickbeziehungen, freigelegten historischen Fragmenten oder auch Rekonstruktionen die Dimensionen der jeweiligen Befestigungen erfahrbar werden und neue Attraktionen und Ziele entstehen.

Gemeinsam mit Rüdiger Dittmar, Werkleiter Eigenbetrieb der Stadt Koblenz, Grünflächen- und Bestattungswesen zeichnete der Staatssekretär Christian Gaebler das Team mit dem Peter-Joseph-Lenné-Preis 2014 aus.

Anschließend erhielten Martin Ermer, München, und Maren Luger, Dresden, die Peter-Joseph-Lenné-Anerkennungen. Maren Luger nahm den Preis auch Mara Johanna Hoogen entgegen, die nicht am Festakt teilnehmen konnte.

Aufgabe C: City of London - Das kulturelle Rückgrat


Der Siegerentwurf von Christian Röper, Martin auf der Lake, Osnabrück, und Ole Christ, Hamburg, wurde dem Publikum in einem Video vorgestellt.

Das Konzept "London MARSH" provoziert. In den modernen Stadtstrukturen Londons tauchen plötzlich Relikte der mittelalterlichen Vegetation auf, die an das einstige Marschland erinnern. Die vermeintliche Überlegenheit des von Menschen konstruierten Raums über die Natur wird in Frage gestellt, in dem ungewöhnlich markante Naturinseln und gewagte Wasserelemente, teils sogar mit prähistorischem Bezug, in die urbanen Strukturen eingebettet werden. Der Entwurf konfrontiert uns damit, wie trügerisch unsere Annahme ist, die Natur könne gesteuert werden. Angesichts des drohenden Anstiegs der Themse eine sinnvolle und zeitgemäße Warnung.

Das Team erhielt von Staatssekretär Christian Gaebler und Victor Callister, Department of the Built Environment, Assistant Director, City of London den Peter-Joseph-Lenné-Preis 2014.

Anschließend erhielten Jasper Lippert, Berlin, und Constantin Bös und Norbert und Christa Ulrich, Schwaig, für ihre auf Reisen befindliche Tochter Julia die Peter-Joseph-Lenné-Anerkennungen.

Karl-Foerster-Anerkennungen 2014


Die Jury hat für zwei Aufgaben, Berlin und London, Karl-Foerster-Anerkennung vergeben. Prof. Dr. Norbert Kühn, Vorsitzender des Kuratoriums der Karl-Foerster-Stiftung verlieh Miriam Dittrich und Kevin Lawitzky sowie Julia Ulrich und Constantin Bös für die fachlich und gestalterisch gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema Pflanze die Preise.