Städtebau  
 

Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin

Ergebnis 2007: Bereich A - Garten und Landschaftsarchitektur

Berlin-Mitte - Humboldthafen / Öffentlicher Raum und Wasser in der Stadt

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Peter-Joseph-Lenné-Preis 2007


Arbeit 103

Kathrin Dammeier, Berlin, Jahrgang 1978, Studentin der Architektur, Universität der Künste - Berlin
mit
Bodo Worrmann, Berlin, Jahrgang 1974, Student der Architektur, Universität der Künste - Berlin

Beschreibung der Arbeit 103 durch das Preisgericht

Der Entwurf geht davon aus, dass der Ort Hauptbahnhof und dessen Umfeld sich ungeachtet der noch vorhandenen historischen Bindungen weit von der Tradition, auch der der Berliner Stadtgestalt, gelöst hat.

Das Hafenbecken wird von einem großen, sich selbst inszenierenden System von auf verschiedensten Ebenen liegenden Gängen unter und über der Wasseroberfläche - fast wuchernd wie eine Pflanze - durchzogen.

Die Gänge sind begehbar und mit ihren Ausblicken in mit Fischen besetzte Aquarien eine Attraktion für sich.

Diese skulpturale Struktur des Gebildes akzeptiert zwar die geplante städtebauliche Struktur, konterkariert dabei aber tradierte städtebauliche und freiräumliche Entwurfsvorschläge.

Bei der Betrachtung der technisch-künstlerischen Lösung, des Vorschlages mit den Fischen und den Aquarien sowie der im Text erscheinenden Motive romantischer Vergänglichkeit stellt sich allerdings das Problem, ob ein solcher Umgang mit Lebewesen zugunsten einer bloßen Attraktion zu akzeptieren ist.

Der Entwurf formuliert einen künstlerisch und konzeptionell interessanten und starken Beitrag, könnte aber einer Realisierung nur schwer standhalten.

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Arbeit 105 (Klick für Vergrößerung)
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Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung


Arbeit 105

Philippe Buisson, Jahrgang 1973, Paris/Frankreich, Landschaftsarchitekt EFLA, Ausbildung ESNP Versailles
mit
Fréderic Dellinger, Jahrgang 1973, Freier Landschafts-
architekt, Lyon/Frankreich, Ausbildung ENTHP Angers

Beschreibung der Arbeit 105 durch das Preisgericht

Der Humboldthafen wird zur Bühne für das städtische Leben und kulturelle Veranstaltungen jeder Art. Spielort ist die Wasserfläche. Hauptentwurfselemente sind mobile Holzpontons, differenziert in Sitztribünen, Plattformen und Gärten bzw. Kulissenobjekte. Alle Pontons können in freier Regie in dem Hafenbecken angeordnet werden, wobei hier jedoch die Bundeswasserstraße berücksichtigt werden muss. Als Vegetation werden mobile Topfpflanzen mediterraner und exotischer Herkunft vorgeschlagen, die in den südlichen Innenhöfen überwintert werden, die hierfür mit einem Glasdach überdacht werden.

Permanente Eingriffe reduzieren sich auf einen einheitlichen Belag aus großformatigen Betonplatten im Bereich der Promenade.
Holzstege gewährleisten die Verbindung zwischen den Gebäuden und dem Wasser. Am Endpunkt der städtebaulichen Süd-Nord-Achse wird ein flaches Wasserbecken angeordnet, das im Winter als Eisfläche genutzt werden kann.

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Arbeit 133 (Klick für Vergrößerung)
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Peter-Joseph-Lenné-Anerkennung


Arbeit 133

Martin Hellbach, Jahrgang 1985, Berlin, Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsarchitektur, Angestellter in einem Architekturbüro, Ausbildung FH Erfurt
mit
Denny Hellbach, Jahrgang 1975, Berlin, Diplom-Kaufmann, Angestellter in einem Architekturbüro, Ausbildung FU Berlin

Beschreibung der Arbeit 133 durch das Preisgericht

Komm, wir gehen auf die Insel
Der Entwurf bereichert die derzeit vorliegenden hochbaulichen Planungen für den Humboldthafen. Durch die Gestaltung, die Farbigkeit, die Vegetation, die Materialien und neuen Funktionen entsteht eine die Baukörper zusammenführende Freiraumebene in eigener Gestaltqualität. Die denkmalgeschützten Ufermauern bleiben erhalten. Entlang der Ufer entstehen differenzierte Bereiche mit sehr unterschiedlichen Nutzungsqualitäten und -möglichkeiten für Bootsanlegestellen, Aufenthalt und Entspannung. Bestimmend für den Humboldthafen wird eine neue Insel, die mit ihren im Kastenschnitt geformten Linden einen Ruhepool im Zentrum des Hafenbeckens formuliert. Ein Café versorgt die Gäste an den Tischen unter den Bäumen, Stufen laden zum Sitzen am Wasser und historische Schiffe laden zum Schauen ein. Von den Stufen öffnet sich der Blick auf die Fontäne zwischen den Brücken in dem durch Säuleneichen streng gefassten schmalen Hafenteil sowie auf die Freiflächen im Regierungsviertel. Gleichermaßen wird die Insel zur Bühne von Veranstaltungen inmitten des Hafens werden.

Mit einer auf 6 Leitgehölze beschränkten Pflanzenauswahl, einer sich der gestalterischen Grundidee minimalistisch unterordnenden Materialauswahl und einem unterstützenden Lichtkonzept ist der Entwurf dieses Forums am Wasser in sich schlüssig und beeindruckend in der Vision.


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Arbeit 110 (Klick für Vergrößerung)
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Arbeit 110

Diana Böhm, Böhmig
Ulrich Hoke, Illertissen

Beschreibung der Arbeit 110 durch das Preisgericht

Die Verfasser dieser Arbeit haben ein zusammenhängendes Freiraumkonzept gegen weitgehend streng kubische und teilweise sehr massive Baustrukturen mit relativ wenig Freiraum gestellt.
Berücksichtigt wurden weitgehend die historisch bedeutsamen Vorgaben der Hafenanlagen besonders in deren denkmalgeschützten Bereich, die Raumkanten der neuen geplanten Baukörper, die hierdurch bedingten Zugangsbereiche und Beschneidungen und die Sichtbeziehungen.
Durch die teilweise großflächigen und zusammenhängenden Freiraumgestaltungen wurde eine insgesamt hohe urbane Qualität erreicht und die Maßstäblichkeit wird trotz der gewaltigen baulichen Strukturen weitgehend gewahrt.

Kunst-Lichtinstallationen und die Standortbedingungen berücksichtigende Staudenpflanzungen wurden unter den Brücken geplant.
Es entstanden sehr differenzierte Terrassen, teilweise überdacht, Laub- und Nadelgehölze, verwendet auch zur Beschattung und Teilraumbildung, bodendeckende Stauden, Binsen und Gräserpflanzung wurden geschickt geplant. Kritisch diskutiert wurden die in Teilbereichen stark veränderte Hafenbeckenform und ihre Größe, nicht nachvollziehbare Stege und die separate Brückenanlage. Sinnvoller wäre hier ein an die bestehende Bahnbrückenkonstruktion gehängter Steg gewesen.
 

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Arbeit 121 (Klick für Vergrößerung)
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Arbeit 121

Sebastian Feldhusen, Osnabrück
Juliane Ketzer, Osnabrück
Nils Krüger, Osnabrück

Beschreibung der Arbeit 121 durch das Preisgericht

Die Verfasser orientieren ihren Entwurf sehr stringent an den Vorgaben der vorhandenen Form des Humboldthafens sowie der geplanten Architektur.

An die vorhandene Kaimauer schließt ein breiter Steg an, welcher die Erschließung der Wasserfläche ermöglicht und gleichzeitig Raum für andere Nutzungsmöglichkeiten bieten soll.

Zwischen den Bebauungsblöcken bzw. deren Innenhöfen schlagen die Verfasser eine Gestaltung mit linearen Elementen wie länglichen Vegetationsflächen, Pflaster-, Beton- und Stahlstreifen sowie mit mobilen zu verschiebenden Bänken vor. Durch diese Entwurfselemente werden die Räume und Flächen gut gegliedert und akzentuiert.

Das gewählte gestalterische Mittel der Ruderalvegetation ist jedoch als Bepflanzungs- bzw. Vegetationskonzept für den Humboldthafen zu überdenken.

Die Verfasser selbst beschreiben ihre Arbeit als Konzept, Notiz, Skizze. Die Jury vermisst jedoch innovative, mutigere Gestaltungsansätze.
 

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Arbeit 126

Hanna Baur, München
Florian Martin, München
Maria Mayer, München

Beschreibung der Arbeit 126 durch das Preisgericht

Unter dem Motto "Die Schwimmenden Gärten - Freifläche am Humboldthafen" entwickeln die Verfasser ein Gesamtkonzept, das von den Hafenrändern filigrane, lineare Strukturelemente auf die Wasserfläche ausgreifen lässt und so eine intensive Verzahnung von Land und Wasser schafft.

Die historische Hafenmauer bleibt dabei erhalten. An die stegartigen Erschließungen werden Decks und Gärten angedockt, die Aufenthaltsqualität bieten.

Eine bewegliche Bühne am Nordufer bildet mit den uferbegleitenden Promenaden einen interessanten Darstellungsraum.

Positiv bewertet wird der Bezug zur Charité mit schwimmenden "Heilgärten".

Der Versuch, unter dem Bahnviadukt durch transparente Bahnelemente in Verbindung mit parallelen Lichtstreifen eine visuelle Belebung zu erreichen, wird anerkannt.

Die Innenhöfe sind angemessen und zurückhaltend gestaltet.
In den dargestellten Perspektiven wird deutlich, dass die Maßstäblichkeit der "Schwimmenden Gärten" im Verhältnis zur umgebenden Bebauung etwas zu kleinteilig dimensioniert ist.

Das Bepflanzungskonzept wird exemplarisch für Uferpromenade und Charitégärten mit linearen Staudenbändern zwischen Taxushecken als Schema dargestellt.

Die Arbeit erkennt den begrenzten Handlungsspielraum im Uferbereich und verlagert den Entwurfsschwerpunkt auf die Wasserfläche.
Durch die mobilen Elemente gelingt es den Verfassern innerhalb des strengen städtebaulichen / architektonischen Rahmens ein lebendiges Bild zu erzeugen.
 

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Arbeit 137

Johannes Göpel, Malterdingen
Sascha Deißler, Ettlingen

Beschreibung der Arbeit 137 durch das Preisgericht

Der Entwurf strebt mit seiner reduzierten Gestaltung an, die Identität des Hafens zu bewahren und ihn für die städtische Nutzung zu optimieren. Die historische Ufermauer bleibt unangetastet.

Über eine Rampe wird die Verbindung zum Hauptbahnhof direkt hergestellt.
Die Gestaltung des Parks am Alexanderufer erfolgt ebenfalls mit reduzierten Gestaltungsmitteln. Geneigte Rasenflächen mit Liegewiesencharakter, zur Straße hin abgeschirmt, werden mit Stichwegen mit dem Gelände der Charité verbunden.

Die Größe der Holzplattformen im Hafenbecken erscheint im Bezug auf die Wasserfläche gut proportioniert. Eine schmale Wasserspalte zwischen den Decks und den historischen Kanten lässt die Decks als moderne Inlays erkennen. Die Ausformung erscheint in ihrem Kontrast zur Orthogonalität des Hafenbeckens sinnvoll. Die Anordnung der Bänke wurde kritisch gesehen.

Die Schräglage der Treppe am Kopf des Hafenbeckens erscheint in ihrer Lage beliebig.
Ebenso wären die Holzdecks in ihrer funktionellen Ausstattung zu überprüfen (Café im Schlagschatten der Brücke). Im Bereich unter der Bahnbrücke werden Elemente für Scater eingefügt.

Ein Lichtkonzept legt Hierarchien fest und unterscheidet eine funktionelle Beleuchtung, das lineare Herausstellen von Uferkanten und der Säulen des Viadukts sowie eine punktuelle Markierung des Platzes am Humboldthafen.

Das Material erscheint für Berlin typisch, großformatige Betonplatten stellen den Platz am Humboldthafen besonders heraus.

Im Bodenbelag liegen sogenannte "Historiestrips", diese haben jedoch keinen erkennbaren Bezug zur Umgebung.

Die Innenhöfe der Gebäude werden mit Decks und Heckenpflanzungen differenziert nutzbar.

Die Vegetation wird ebenfalls sparsam eingesetzt: Baumreihen, ein zum Humboldthafen orientierter Platz und ein Park mit Rasenböschungen entlang des Alexanderufers.

Der Bezug zum Wasser wird mit den drei schwimmenden Holzdecks hergestellt.
Die Bootsanleger sind auch für Behinderte erreichbar.