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Ausgewählte Grünanlagen in Spandau

Wröhmännerpark


Bronzestatue 'Diana' Römische Göttin der Jagd

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Spandau
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unter Verwendung des FIS-Broker
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Wer den ältesten Park Spandaus besuchen oder von der Schiffsanlegestelle "Hafenplatz" zu einer Dampferfahrt starten möchte, sollte sich etwas Zeit für einen kleinen Spaziergang nehmen und die Grünanlage durch den südlichen Eingang, das Oranienburger Tor, betreten. Der Wröhmännerpark mit altem Baumbestand, Liegewiese, Plateau und Seerosenteich erstreckt sich über eine Fläche von rd. 2,7 ha und ist gärtnerisch wunderschön und übersichtlich gestaltet. Die Oberhavel bildet die östliche Begrenzung des Parks.

Im Zuge der Sozialreformen ist der Wröhmännerpark 1913/14 als Naherholungsgebiet für die kinderreichen Arbeiterfamilien der Neustadt entstanden. Der "Wröhmännerplatz", wie er bis 1964 hieß, wurde großzügig gestaltet und mit aufwändigen Bauelementen, üppiger Bepflanzung, Holzbänken und Kandelabern ausgestattet. Der damalige Zeitgeschmack spiegelte sich in der gesamten Anlage wider: Plateau und Oval, zungenförmiges Wasserbecken, geschwungene Wege, reichhaltige Bepflanzung mit Ziergehölzen, Rosen, Hecken und Baumgruppen sind typische Elemente des Jugendstils. Welcher Landschaftsarchitekt damals für den Entwurf des Parks verantwortlich war, ist leider nicht bekannt.

Von Beginn an vermittelte der Baumbestand das Bild eines "ausgereiften" Wandelparks. Der Grund dafür sind die ersten Großbaumverpflanzungen, die in Spandau durchgeführt wurden. Mit viel Know-how und noch mehr Mühe holte man "gestandene" Kastanienbäume vom jetzigen Askanierring zum Wröhmännerplatz. Alle wuchsen prächtig an und einige erfreuen noch heute als stattlicher Altbaumbestand den Besucher.

Hatte die Parkanlage den Ersten Weltkrieg in seinen Kinderschuhen unbehelligt überstanden, so hinterließ der Zweite Weltkrieg tiefe Narben. 1950 begann man zwar, diese Trümmerberge abzubauen, erweiterte sogar den Park nach Norden um das Gelände der früheren Badeanstalt, baute in den 50er und 60er Jahren (im Rahmen eines Notstandsprogrammes) einiges um, doch seine einstige Pracht hatte er verloren. Daran konnte auch die Umbenennung in "Wröhmännerpark" (1964) nichts ändern. Eine Umgestaltung und Sanierung der Anlage, die von 1991 bis 1998 erfolgte, war dringend notwendig geworden, da die Anlagen verwilderten und die Wege uneben wurden. Auch hatten sich die Freizeitgewohnheiten der Anwohner stark verändert.

Der Landschaftsarchitekt Lothar Knorr, Mitarbeiter des Naturschutz- und Grünflächenamtes Spandau, legte 1988 sein Konzept zur Umgestaltung des Wröhmännerparks vor, das vorsah, den Altbaumbestand – soweit möglich – als gestaltprägendes Element zu erhalten und die historische Parkgliederung (Plateau, Hafenbecken und Wegeoval) zu rekonstruieren. Im Westen an der Neuendorfer Straße ist die Einfassung des einstigen Wasserbeckens noch zu erkennen. Diese zungenförmige Anlage wurde allerdings zugeschüttet und mit einer leicht abgesenkten Rasenfläche versehen, die an einer Scheinbrücke aus Kalksandstein endet. An beiden Seiten der Brücke runden Uferpflanzen das Bild harmonisch ab. Durch Wiederherstellung des Hafenbeckens sollte der Wasserbereich stärker in den Park eingebunden werden. Damit ließ sich auch der Erholungswert der Grünanlage wesentlich steigern. Also wurden 1996/97 (im 4. Abschnitt der Umgestaltungsphase) die baufälligen Reste des ehemaligen Hafens erneuert und der abgelagerte Schlamm entfernt. Von der Anlegestelle für Dampfschiffe kann man heute zu einer Oberhavelseen- oder historischen Stadtrundfahrt starten und auch in Richtung Tegel ablegen.

Wröhmännerpark
Größe 2,7 ha
Freizeitangebote Spazierwege, Kinderspiel- mit Bolzplatz, Liegewiesen mit Sonnenliegen, Platzfläche für Freiluftkonzerte, Restaurant und Café
Sonderanlagen Pergola-Anlage, Rosengarten, Schmuckgarten, Teich (ehemaliges Hafenbecken von 1858)
Besonderheit Anlegestelle für Ausflugsdampfer nach Schönwalde, Tegel, Wannsee, Historische Stadtrundfahrten
Rechtsstatus Gewidmete öffentliche Grün- und Erholungsanlage
Entstehungszeit 1913-1914, spätere Umgestaltungen
Pflege und Unterhaltung Bezirksamt Spandau / Straßen- und Grünflächenamt  Kontakt
Verkehrsverbindungen siehe Stadtplan
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Liegewiese

Literatur:
Wröhmännerpark 2003


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Rotdorn

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Uferweg

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Wasserbecken;
ehemal. Hafenbecken

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Havelufer