Umwelt  

 

Langfristige Entwicklung der Luftqualität

Feinstaub PM2,5


Als Feinstaub PM2,5 werden kleinere Partikel des Feinstaubs bezeichnet, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 2,5 µm ist. Sie können nachhaltig die Lunge schädigen, da sie tief in die Atemwege eindringen und länger dort verweilen. Außerdem führen hohe PM2,5-Belastungen zu Herz- und Kreislauferkrankungen. Der im Feinstaub enthaltene Ruß gilt als stark krebserregend.
Darüber hinaus sind die feinen Teilchen für das Auge nicht einzeln wahrnehmbar, können aber bei hohen Konzentrationen zu einem sichtbaren Dunstschleier und verminderter Sichtweite in der Atmosphäre führen. Aufgrund ihrer langen Verweildauer in der Atmosphäre können diese Teilchen über weite Strecken bis zu mehreren Tausend Kilometern transportiert werden.

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurde ein Grenzwert von 25 µg/m³ im Jahresmittel festgelegt. Er muss ab 2015 an allen Luftgütemessstellen eingehalten werden, u.a. auch an stark verkehrsbelasteten Hauptstraßen, wo Menschen wohnen und die höchste Belastung zu erwarten ist.

Zusätzlich gibt es einen Indikator für die durchschnittliche PM2,5-Exposition der städtischen Wohnbevölkerung (AEI, Average Exposure Indicator) in Deutschland. Er wird vom UBA (pdf; 1,8 MB) im Durchschnitt über jeweils 3 Kalenderjahre als Mittel über 36 ausgewählte Messstationen in Deutschland bestimmt, die ausschließlich in Wohngebieten größerer Städte liegen (AEI-Stationen). 3 dieser Hintergrundmessstellen gehören zum Berliner Luftgütemessnetz.

Deutschland ist verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der AEI ab 01.01.2015 einen Grenzwert von 20 µg/m³ im Durchschnitt über die letzten drei Jahre nicht überschreitet. Gleichzeitig soll Deutschland den AEI-Wert bis 2020 im Vergleich zu 2010 um 15 % reduzieren. Da der AEI-Wert 2010 in Deutschland bei 16,4 µg/m³ lag, soll in 2020 ein Zielwert von 14 µg/m³ erreicht werden. Dazu muss von der Bundesregierung ein nationales Maßnahmenprogramm aufgestellt werden. Hauptverursacher für Feinstaub PM2,5 in einer Hauptverkehrsstraße Berlins sind mit ca. 29 % der städtischer Verkehr (Abgas, Aufwirbelungen und Abrieb), mit ca. 15 % die übrige Quellen Berlins und mit ca. 56 % die übrige Quellen außerhalb Berlins (davon 9 % Verkehr).
Quelle:

In Berlin wird der Feinstaub PM2,5 seit 2004 an der Hauptverkehrsstraße Frankfurter Allee (MC 174) und im städtischen Hintergrund an der Station in Neukölln (MC 042) gemessen. 2008 kamen noch die städtischen Hintergrund-Stationen in Mitte (MC 171) und in Wedding (MC 010) hinzu. Alle drei städtischen Hintergrund-Stationen werden vom UBA zur Ermittlung des AEI herangezogen.

Die nebenstehende Grafik zeigt die zeitliche Entwicklung von PM2,5. Der Grenzwert von 25 µg/m³, der seit 2015 einzuhalten ist, wird bereits seit 2007 unterschritten.

Tendenziell ist die PM2,5-Belastung rückläufig. An der Hauptverkehrsstraße war der Rückgang etwas stärker. Dies zeigt die Wirkung der Umweltzone, die gezielt den Ausstoß der sehr feinen Dieselrußpartikel reduziert hat. Dadurch hat sich die Belastung an Straßen der niedrigeren Belastung im städtischen Hintergrund angenähert. Die erhöhte PM2,5-Belastung in 2006, 2010 und 2014 wird aufgrund schlechter Ausbreitungsbedingungen vor allem auf den Schadstoffausstoß aus Heizungen mit Holzfeuerung und einen hohen Feinstaubeintrag aus Gebieten außerhalb Berlins zurückgeführt. In einem Projekt zur Holzfeuerung wurden gerade in den Herbst-und Wintermonaten bei Inversionswetterlagen erhöhte Beiträge dieser Partikel zur Feinstaubbelastung festgestellt. Der Beitrag der Holzfeuerung zum AEI-Wert in Deutschland in Jahren mit ungünstigen meteorologischen Ausbreitungsbedingungen ist bislang unterschätzt worden. Deshalb kann nicht mit Sicherheit von der Erreichung des Reduktionsziels AEI mit 14 µg/m³ bis 2020 ausgegangen werden. Es kann daher notwendig sein, das deutschlandweite Programm durch zusätzliche Maßnahmen zur Einhaltung des AEI-Wertes zu erweitern.