Umwelt  

 

Bodenschutz / Altlasten

Glossar


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Abstrom
Grundwasserabfluss weg von einer Bodenbelastung bzw. Schadstoffquelle.
 
Abtrag
Entfernen der oberen Bodenschichten. Da diese i.d.R. die humusreichen und fruchtbaren Horizonte enthalten, sinkt die Qualität des Bodens erheblich.
 
Adsorption
Anlagerung von Gasen, Dämpfen oder gelösten Stoffen an feste Körper durch molekulare Bindungskräfte.
 
Anstrom
Grundwasserzufluss hin zu einer Bodenbelastung bzw. Schadstoffquelle.
 
Aquifer
Siehe Grundwasserleiter.
 
As
Chemisches Zeichen für Arsen.
 
Aufschüttungshorizont
Schicht im Boden, die aus aufgeschüttetem Material, z. B. Trümmerschutt, besteht.
 
Auftrag
Aufbringen von Substrat auf den Boden. Hierbei werden die ursprünglichen Horizonte verschüttet und deren Qualitäten (z.B. Humusreichtum) stehen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung.
 
BauGB
Baugesetzbuch; enthält die wesentlichen Regelungen zum Bauplanungsrecht.
 
Bodenart
Einteilung der Böden nach ihrer Korngrößenzusammensetzung: z.B. Sandböden, Tonböden.
 
Bodenhorizont
Parallel zur Oberfläche angeordnete Lagen aus organischen (z.B. Humus) und mineralischem Material. Bodenhorizonte werden geprägt durch bodenbildende Prozesse (z.B. Verwitterung) und Ausgangsgestein.
 
Bodenschadverdichtung
Verdichtung des Bodens (meist durch zu schwere Fahrzeuge) in dem Maße, dass Bodenfunktionen deutlich beeinträchtigt sind: der Boden kann nicht mehr gut von Wurzeln oder von Wasser durchdrungen werden.
 
Bodentyp
Einteilung der Böden nach der charakteristischen Abfolge ihrer Bodenhorizonte, die ihre Entstehungsgeschichte widerspiegeln.
 
BTEX/BTXE
Gruppe aromatischer Kohlenwasserstoffe: Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol.
 
Cis
Unvollständiges Abbauprodukt von CKWs.
 
CKW
Chlorierte Kohlenwasserstoffe (leichtflüchtige LCKW und schwerflüchtige wie PCB).
 
CHKW
Teilhydrierte Chlorkohlenwasserstoffe.
 
CN
Chemisches Zeichen für Cyanid.
 
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Desorptionsanlage
Anlage, in der anhaftende Schadstoffe von einer Oberfläche abgelöst werden (hier: Teil einer Grundwasserreinigungsanlage).
 
Durchmischung
Störung der natürlichen Horizontierung (siehe Horizont) des Bodens.
 
Emission
Freisetzung von Schadstoffen.
 
Emittent
Eine Anlage, die Schadstoffe in die Umwelt frei setzt.
 
ENA
Enhanced Natural Attenuation; Unterstützung von natürlichen Abbauprozessen durch Einbringen von Substanzen in den Untergrund).
 
Erosion
Abtragung von Boden durch die natürlichen Kräfte des Windes, Wassers, Eises. Erosion ist ein wichtiger natürlicher Prozess, der aber in vielen Fällen durch menschliche Aktivitäten (Abholzung, Überweidung und Straßen- oder Eisenbahn-Bau) ausgelöst bzw. verstärkt wird.
 
Eutrophierung
Überdüngung von Gewässern oder Böden.
 
FCKW
Fluorkohlenwasserstoffe (früher als Kühlmittel genutzt).
 
Fördergalerie
Serie von Förderbrunnen zur Grundwasserförderung.
 
Frachten
Schadstoffmenge pro Zeiteinheit (= Zeitfracht, z.B. kg/sec, kg/d) oder Produkteinheit (= produktionsspezifische Fracht, z.B. kg/t Produkt) gemessen.
 
Galvanik
Elektrochemisches Verfahren zur Oberflächenveredelung mit Zink, Kupfer, Chrom, Nickel etc..
 
Gesättigte Bodenzone
Boden im Bereich des Grundwassers.
 
Geschiebemergel
Kalkhaltige tonig-sandige Ablagerungen, die von Gletschern während der quartären Eiszeit gebildet wurden.
 
Gewässersediment
Organische und mineralische Ablagerungen am Gewässergrund.
 
Grundwasserleiter
Gesteinskörper, der geeignet ist, Grundwasser aufzunehmen und weiterzuleiten.
 
Havarie
Unfall
 
Horizont, Bodenhorizont
Die natürliche Bodenentwicklung führt zu einer für Klima und Ausgangsgestein charakteristischen Schichtung des Bodens in Horizonte mit unterschiedlichen Eigenschaften. Diese Horizontierung ist Grundlage für die Einteilung der Böden in verschiedene Bodentypen.
 
Hydraulisches Gefälle
Hydraulischer Gradient. Neben der Durchlässigkeit der Sedimente ein wesentlicher Parameter zur Bestimmung der Grundwasserfließgeschwindigkeit.
 
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Immission
Einwirkung von Verunreinigungen, Lärm o.Ä. auf die belebte und unbelebte Umwelt.
 
In-situ-Maßnahme
Maßnahmen zur Boden-und Grundwassersanierung im Bodengefüge ohne einen Bodenaushub oder eine Grundwassersanierung.
 
Ionenaustauscher
Anlagen mit organischen oder anorganischen Substanzen, die es ermöglichen, fast alle Anionen und Kationen aus dem Wasser zu entfernen.
 
LABO
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz. Koordinations- und Beratungsgremium der Länder und des Bundes.
 
LAGA
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall. Koordinations- und Beratungsgremium der Länder und des Bundes.
 
LAWA
Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser. Koordinations- und Beratungsgremium der Länder und des Bundes.
 
LCKW
Leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe. Eine Gruppe von oft stark gesundheitsschädlichen in der Natur nicht vorkommenden Stoffen, die z.B. für Reinigungszwecke verwendet wird (z.B. Tetrachlorethen, Vinylchlorid).
 
LHKW
Leichtflüchtige, halogenierte Kohlenwasserstoffe (beinhalten z.B. die LCKW und FCKW).
 
Lösemittel
Sind weit verbreitete Bestandteile in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs. Sie kommen meist in Form von Gemischen in Lacken, Farben, Klebern, Verdünnern, Reinigern und ähnlichen Produkten vor.
 
Metabolite
Sind Produkte der biochemischen Umwandlungen (Stoffwechselreaktionen) von Organismen / Schadstoffen.
 
MKW
Mineralölkohlenwasserstoffe. Sammelbezeichnung für zahlreiche Chemikalien, die in Mineralölen enthalten sind.
 
MNA
Monitored Natural Attenuation; Überwachung von natürlichen Abbauprozessen (s. auch NA).
 
Monitoring
Überwachung eines (Umwelt-)Zustands, z.B. Schadstoffgehalte in Boden oder Grundwasser.
 
MTBE
Methyltertiärbutylether, Benzinzusatzstoff.
 
NA
Natural Attenuation; hierunter versteht man physikalische, chemische und biologische Prozesse, die ohne menschlichen Eingriff zu einem Schadstoffabbau führen.
 
NatSchGBln
Berliner Naturschutzgesetz
 
NH3
Ammoniak
 
NOx
Sammelbezeichnung für Stickoxide.
 
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Ölphase
Eine auf dem Grundwasser aufschwimmende Phase aus reinem Öl.
 
Off-site-Maßnahme
Verfahren zur Behandlung von verunreinigtem Boden in einer Anlage an einem anderen Ort (in der Regel stationäre Anlage).
 
On-site-Maßnahme
Verfahren zur Behandlung von verunreinigtem Boden in einer vor Ort vorhandenen Anlage (in der Regel mobile Anlage).
 
Organochlorpestizide
Pestizide, die organische Chlorverbindungen enthalten (z. B. DDT). Diese sind in der Natur schwer abbaubar und deswegen meist umweltschädlicher als andere Pestizide.
 
PAK
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Eine Gruppe von Stoffen, die häufig bei (unvollständigen) Verbrennungen entstehen und unterschiedlich stark gesundheitsschädlich sind (z.B. Benz(a)pyren).
 
PCB
Polychlorierte Biphenyle; das heute verbotene PCB wurde zum Beispiel in Kondensatoren, Transformatoren, in Hydrauliköl, in Lacke, Harze, Kunststoffe, Druckerfarben, Klebstoffe und in dauerhaft elastische Dichtungsmassen eingesetzt. PCB reichert sich über die Nahrungskette an und kann bei langfristiger Aufnahme zu Leber-, Milz- und Nierenschäden führen.
 
Pestizide
Allgemeine Bezeichnung für Gifte z. B. gegen Pilze (Fungizide), Insekten (Insektizide), Nager (Rhodozide).
 
pH-Wert
Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer Lösung.
 
Profilbeschreibung
Beschreibung eines Bodens an Hand der Eigenschaften seiner Bodenhorizonte und ihrer Abfolge.
 
PSM
Pflanzenschutzmittel
 
Quellenreduktionsprinzip
Grundsatz im Umweltschutz, dass Emissionen von Schadstoffen am Ort des Entstehens zu unterbinden sind. Z.B. Reduzierung des Abwasseranfalls in Gewerbe und Industrie, Verzicht auf gefährliche Stoffe.
 
Rigole
Künstliches Kiesbett, meist unter einer Mulde, zur besseren Versickerung von Niederschlägen.
 
ROG
Raumordnungsgesetz
 
Schadstofffahne
Bereich, in dem sich die Schadstoffe in Grundwasserfließrichtung ausbreiten.
 
Schadstoffparameter
Allgemeiner Ausdruck für einen oder mehrere Schadstoffe.
 
Schwermetalldeposition
Eintrag von Schwermetallen aus der Luft auf den Boden (mit Staub oder Regen).
 
Schwermetalle
Metalle mit einem spezifischen Gewicht >4,6 g/cm³, von denen viele gesundheitsschädlich sind (Blei, Cadmium, Chrom).
 
SO2
Schwefeldioxid
 
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Teufenbereich
Angabe zu einem Tiefenbereich.
 
Transferpfad
Bereich zwischen einer Schadstoffquelle und einer sich in Grundwasserfließrichtung befindlichen Grundwassernutzung (z.B. Förderbrunnen der Wasserwerke).
 
Uferfiltrat
Grundwasser, das sich durch Versickerung von Oberflächenwasser im Uferbereich bildet (siehe Umweltatlas Karte 02.12).
 
ungesättigte Bodenzone
Boden oberhalb des Grundwassers.
 
Urstromtal
Geologische Bezeichnung für die großen Stromtäler, in denen das Schmelzwasser der Eiszeit abfloss.
 
VC
Vinylchlorid; krebsgefährdend.
 
Verdichtung
Komprimierung des Bodens durch Druck, meist von Fahrzeugen, so dass sich die Bodenporen verkleinern und Durchwurzelbarkeit, Wasserleitung und Belüftung des Bodens zurückgeht. Besonders stark bei tonigen Böden.
 
Vermeidungsprinzip
Grundsatz im Umweltschutz, dass es vor allem darum geht, die Entstehung von Umweltbelastungen zu vermeiden, und nicht erst später die Folgen zu beseitigen.
 
Verpflichtungsermächtigung
Ermächtigung der Verwaltung zum Eingehen von Verpflichtungen zur Leistung von Aufgaben in künftigen Jahren.
 
Versauerung
Senkung des pH (Säurewertes) des Bodens; meist infolge luftbürtigen Säureeintrags.
 
Verschlämmung
Zerstörung des Bodengefüges, wobei sich die Bodenporen mit tonigem Material zusetzen.
 
Versiegelung
Das Abdichten der Bodenoberfläche mit festem Material (z.B. Asphalt, Beton, Pflastersteine), wobei dies für Bauten oder ohne Baulichkeiten gilt.
 
Verursacherprinzip
Grundsatz im Umweltschutz, dass der Verursacher einer Umweltverschmutzung diese auch beseitigen bzw. für den dadurch entstandenen Schaden aufkommen muss.