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Leitfaden für Sonderabfälle

Ressourcenschutz


Die Material- und Energiekosten stellen in den letzten Jahrzehnten bei vielen Unternehmen des produzierenden Gewerbes den größten Kostenblock dar. Unabhängig davon sind die Rohstoffe, wie z.B. Edelmetalle, die in der Elektro- und Elektronikbranche des Maschinenbaues und der Metallurgie zum Einsatz kommen, als Ressource nicht endlos verfügbar. Dazu kommt, dass diese Rohstoffe nach einer kurzen wirtschaftlichen Talfahrt im Jahr 2009 - 2011 wieder das Preisniveau von 2008 erreicht haben.

Auch zukünftig ist davon auszugehen, dass die Rohstoffpreise für die Materialien z.B. Kupfer, Silber, Gold, Platin, Palladium, Rhodium und Ruthenium tendenziell steigen werden. Deshalb besitzt der Ressourcenschutz besondere Bedeutung für die produktiven Wirtschaftsbereiche, bei denen gefährliche Abfälle anfallen.

Hierbei sind folgende Eckpunkte von Belang, auch für die Vermeidung und Verwertung sowie für die Energieeffizienz und CO2-Problematik:
  • Materialeffizienz, z.B. bei der Metall- und Nichteisenmetallbearbeitung, Kühlschmierstoffe, Pulverlackverbrauch usw.
  • Substitution umweltbelastender und gefährlicher Hilfs- und Betriebsstoffe,
  • Einsatz effizienter und innovativer Verfahren,
  • Betriebsinterne Kreislaufführung von Ersatzstoffen,
  • Hochwertige Verwertung unvermeidbarer Rückstände,
  • Berücksichtigung von Vor- und Folgestufen eines Produktionsprozesses,
  • Ökologische Produktgestaltung (Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit, geringer Energieverbrauch, Recyclingfähigkeit usw.).
Zu Fragen der Ressourceneffizienz und des Klimaschutzes hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Verbindung mit dem Bundesumweltministerium das Zentrum Ressourcenschutz (ZRE) im Land Berlin etabliert.

Außerdem hat das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Effizienz-Agentur (EFA) gegründet, die sich des gleichen Themas angenommen hat.

Diese beiden Kompetenzzentren sind auch Kooperationspartner des InfoPortals Produktintegrierter Umweltschutz (PIUS).

Projekte und Fördermaßnahmen zur Ressourcenschonung und Materialwirtschaft


Projekt

Das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium haben gemeinsam das Ufoplan-Projekt Materialeffizienz und Ressourcenschonung (MaRess) mit dem Projektnehmer Wuppertaler Institut, mit dem Ziel der übergreifenden und umfassenden Analyse von Möglichkeiten zur Ressourcenschonung, besonders für den Bereich der Produktion, beauftragt.
Es sollen unter anderem Potentiale für Maßnahmen und Instrumente analysiert und Umsetzungsvorschläge für die ressourcenschonende Produktion und Kreislaufschließung, Substitution und Vermeidung ermittelt werden.

Fördermaßnahme

Die Deutsche Materialeffizienzagentur - demea - mit dem Träger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH ist auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gebildet worden.

Sie soll:
  1. Unternehmen dazu motivieren, Materialeffizienzpotentiale zu erschließen.
    Dabei werden die Förderprogramme:
    - Programm zur Bildung von Netzwerken zur Verbesserung der Materialeffizienz (NeMat). Die Netzwerke können regional, an einer Branche oder entlang einer Wertschöpfungskette orientiert sein.
    - Programm für die Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen zur Verbesserung der Materialeffizienz (VerMat) eingesetzt.
  2. einen Pool von Materialeffizienzberatern betreuen, die den Unternehmen bei der Erkennung und Erschließung von Effizienzpotentialen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wichtige Kontakte für das Thema Ressourceneffizienz

Das Datenbanksystem PIUS - wird derzeit betrieben von den folgenden Kooperationspartnern:

Ressourcenschonende Maßnahmen bei den Elektro- und Elektronikwirtschaftszweigen


Ökodesign-Richtlinie

Für die Herstellung von Elektrogeräten wurde die Gesetzgebung durch die Anforderung an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte (Ökodesign-Richtlinie) (pdf; 1,0 MB) verfeinert.
Sie betrachtet nun auch die Aspekte der Vermeidung von Abfällen und die ressourcenschonenden Maßnahmen.

Zurzeit werden Durchführungsmaßnahmen für 29 Produktgruppen, wie z.B. PCs (Laptop, Desktop), Computermonitore, Bildschirmgeräte, Drucker, Scanner, Kopierer usw. vorbereitet. Bei vielen Produkten ist die Vorstudie abgeschlossen. Für Haushaltswaschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte usw. sind bereits neue Verordnungen der EU-Kommission sowie zwei Durchführungsmaßnahmen für eine gruppenübergreifende Funktion (Leerlauf/Stand-by) erlassen.

Diese Informationen und der Fortgang der Durchführungsrichtlinien werden sich bei den angedachten Ressourcenschutzmaßnahmen im Land Berlin für die Elektro- und Elektronikbranche auswirken.

Hinweis

Untersuchungen des Ressourcenschutzes bei Abfallbehandlungsanlagen für gefährliche Abfälle werden auf dieser Seite nicht angesprochen. Sie werden Gegenstand einer zukünftigen Betrachtung bei der Hauptseite Ressourcenschutz.