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Leitfaden für Sonderabfälle

Reinigung/Entfettung


Fass mit Ethylacetat
Fass mit Ethylacetat
Foto: ALBA AG
 
Bei der Bearbeitung und Veredelung von Metalloberflächen ist vor vielen Weiterverarbeitungsschritten oder nach längerer Lagerung eine Reinigung erforderlich. Die Reinigung/Entfettung dient dazu, störende flüssige (z.B. KSS, Fette, Korrosionsschutzmittel) und feste (z.B. Späne, Stäube) Verunreinigungen von der Werkstückoberfläche zu entfernen. Als Reinigungsmedien kommen hauptsächlich wässrige Reiniger und organische Lösemittel zur Anwendung. Je nach Aufgabenstellung erfolgt die Reinigung in speziellen, meist automatisierten Reinigungsanlagen, als Teilschritt einer (meist wässrigen) Vorbehandlungslinie vor einer Oberflächenveredelung (Lackieren, Galvanisieren) oder manuell.

Wässrige Reinigung/Entfettung

Bei der wässrigen Reinigung handelt es sich im allgemeinen um mehrstufige Verfahren, die aus den Verfahrensstufen Reinigen/Entfetten, Spülen und ggf. Trocknen bestehen. In der Waschzone werden die Verschmutzungen mit alkalischen, neutralen oder sauren wässrigen Reinigerlösungen von den Teilen abgewaschen. In der anschließenden Spülzone werden die an der Ware haften- den Ausschleppungen mit Stadt- oder VE-Wasser bis zum geforderten Reinheitsgrad verdünnt. Der stetige Schmutzeintrag in die Entfettungsbäder sowie die Ausschleppungen in die nachfolgenden Spülstufen bedingen, dass die Wasch- und Spülflüssigkeiten nach Erreichen einer bestimmten Schmutzbeladung ausgetauscht und entweder als gefährlicher Abfall entsorgt oder einer innerbetrieblichen Abwasserbehandlung unterzogen werden müssen.
 
Als typische Abfälle fallen an:
  • verbrauchte Reinigungs/Entfettungslösungen (alkalisch/sauer) und
  • verschmutze Spülwässer.

Entfettung/Reinigung mit organischen Lösemitteln

Die zur Reinigung eingesetzten organischen Lösemittel lassen sich allgemein in zwei Hauptgruppen einteilen:
  • halogenierte Lösemittel (CKW) und
  • nichthalogenierte Lösemittel (KW).
Bei Verwendung von CKW sind die Anforderungen der 2. BImSchV einzuhalten. Danach sind aus der Stoffgruppe der halogenierten Lösemittel nur noch Per, Tri, und Methylenchlorid für die Oberflächenreinigung zugelassen sowie strenge Emissionsgrenzwerte in der Abluft und im Entnahmebereich der CKW-Anlage einzuhalten (d.h. geschlossenes System, ggf. mit Abluftreinigung, erforderlich). CKW dürfen nur in geschlossenen Reinigungsanlagen eingesetzt werden, d.h. eine offene Anwendung dieser Stoffe ist verboten.
 
Bei den nichthalogenierten Lösemitteln kommen aus Brand- und Explosionsschutzgründen in Reinigungsanlagen hauptsächlich Produkte der Gefahrklasse A III nach VbF (d.h. Produkte mit einem Flammpunkt > 55° C) zum Einsatz.
 
Bei der manuellen Reinigung, die insbesondere in Handwerksbetrieben üblich ist (z.B. Gerätereinigung vor einer Reparatur), werden teilweise auch leichtsiedende A I- oder A II-Produkte eingesetzt. Die Lösemittel verlieren nach Erreichen einer bestimmten Schmutzbeladung ihre Reinigungswirkung und werden gegen frisches Lösemittel ausgetauscht.
 
Außer beim Austausch fallen verschmutzte Lösemittel auch als Sumpf von Destillationsanlagen an. Als typische Abfälle fallen an:
  • verbrauchte Reinigungslösemittel (halogeniert, nichthalogeniert) und
  • lösemittelhaltige Destillationsrückstände (halogeniert, nichthalogeniert)