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Leitfaden für Sonderabfälle

Fügeverfahren


Kennzeichnung gefährlicher Abfälle
Kennzeichnung gefährlicher Abfälle
Foto: REMONDIS
 
Zu den Fügeverfahren zählen das Schweißen, Löten und Kleben. Die jeweiligen Verfahren und die daraus resultierenden Abfälle werden nachfolgend kurz beschrieben. Das VVV-Potential bei den Fügeverfahren ist im Vergleich zu anderen Herkunftsbereichen sehr gering.
 

Schweißen

Beim Schweißen wird der metallische Werkstoff ggf. unter Einsatz von Zusatzwerkstoffen an den Verbindungsstellen aufgeschmolzen und zusammengefügt. Je nach Aufgabenstellung kommen unterschiedliche Schweißverfahren zur Anwendung (z.B. Gasschweißen, Lichtbogenschweißen, Schutzgasschweißen, Widerstandsschweißen, Laserstrahlschweißen). Die Art und die Menge der beim Schweißen entstehenden gas- und partikelförmigen Schadstoffe ist von den Werkstoffen und vom Schweißverfahren abhängig.
 

Löten

Beim Löten werden die erwärmten, im festen Zustand verbleibenden Metalle durch schmelzende metallische Zusatzwerkstoffe (Lote) miteinander verbunden. Damit flüssige Lote benetzen und fließen können, müssen die Werkstückoberflächen metallisch rein sein. Starke Oxidschichten werden mechanisch entfernt, dünne Oxidschichten (die zum Teil während der Erwärmung auf Löttemperatur entstehen) werden durch Flussmittel gelöst bzw. reduziert. Es gibt über 300 verschiedene Arten von Flussmitten mit sehr unterschiedlicher chemischer Basis (z.B. anorganische Säuren oder Salze, organische Fette). Manche dieser Mittel enthalten Hydrazin (ein im Tierversuch krebserzeugender Stoff) oder Kolophonium (das beim Erwärmen Formaldehyd freisetzt). Auf Flussmittel mit diesen Inhaltsstoffe sollte möglichst verzichtet werden. Enthält das Flussmittel ätzende Fluoride und Flusssäure, so sind Haut, Augen und Schleimhäute unbedingt zu schützen.
 
Je nach Arbeitstemperatur werden Lötverfahren in Weich-, Hart- und Hochtemperaturlöten unterteilt. Besonders problematisch ist das Hartlöten mit cadmiumhaltigen Loten, denn selbst beim sachgerechten Löten entsteht hier Cadmiumoxidrauch (im Tierversuch krebserzeugend). Cadmiumhaltige Hartlote sollten deshalb durch cadmiumfreie ersetzt werden.
 

Kleben

Beim Kleben werden gleich- oder verschiedenartige Werkstoffe mit einem aushärtenden Klebstoff (meist Zweikomponentenkleber) miteinander verbunden. Nicht ausgehärtete, lösemittelhaltige Klebstoffrückstände sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen. Generell sollten lösemittelhaltige Klebstoffe durch Klebstoffe auf Wasserbasis ersetzt werden, soweit dies verfahrenstechnisch möglich ist.