Pflanzenschutz  
 

Pflanzenschutz im Stadtgrün - Schadorganismen in Berlin

Tierische Schaderreger: Eichenprozessionsspinner


v.l.n.r.: Falter, Raupe, Raupennest, Kronenfraß
v.l.n.r.: Falter, Raupe, Raupennest, Pheromonfalle, Kronenfraß

Der Eichenprozessionsspinner Thaumetopoea processionea ist ein nachtaktiver Schmetterling und gehört zur Familie der Zahnspinner Notodontidae. Er ist seit 2004 auffällig geworden und tritt seitdem verstärkt und mit steigender Tendenz im Berliner Stadtgebiet auf.

Besonders nach Trockenjahren neigt er zu Massenvermehrungen, die zu Kahlfraß an Eichen führen können.

Die Raupen, die Nester und die alten verlassenen Nester stellen für Menschen und Tieren aufgrund der Haare (Gifthaare) eine Gefahrenquelle dar.

Aktuelles


26.06.2017: Die Raupen sind kurz vor der Verpuppung

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners befinden sich kurz vor der Verpuppung. Die Puppenruhe dauert bei diesen Temperaturen ca. zwei bis drei Wochen, dann erscheinen die Falter und legen die Eier für die kommende Generation im nächsten Jahr ab. Zur Reduzierung der Population ist eine Entfernung der Nester vor dem Schlupf der Falter sinnvoll und effektiv.



07.06.2017: Prozessionen und Tagesnester

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es einige Meldungen von Tagesnestern der Eichenprozessionsspinner. Die Raupen befinden sich im 4. Larvenstadium und wandern in der Nacht zum Fraß in die Kronen. Den Tag verbringen sie mehr oder weniger ruhig in sogenannten Tagesnestern am Stamm oder Starkästen. Je wärmer und sonniger es ist, desto weiter unten am Stamm werden diese gebildet.
Noch sind die Raupen sehr mobil und die Tagesnester können an unterschiedlichen Stellen am Baum sichtbar werden. Ein zu frühes mechanischen Entfernen (Absaugen) ist somit nicht immer von dauerhaftem Erfolg. Mit zunehmendem Fraß und somit auch Größe der Raupen werden diese träge und das Absaugen der Tagesnester wird erfolgreich. Am Ende ihrer Entwicklung (ca. Ende Juni) verpuppen sich die Raupen in einem festeren Nest.
Werden die Raupen oder das Nest rechtzeitig (vor dem Falterflug) entfernt, so wird der Schlupf der Falter und somit die erneute Eiablage verhindert.


14.02.2017: Auswertung der EPS-Überwachung 2016

Die Population der Eichenprozessionsspinner bewegte sich im Stadtgebiet 2016 weiterhin auf einem unteren/mittleren Niveau, wobei es 2017 durchaus zu einem örtlich unterschiedlich starken Auftreten der Eichenprozessionsspinner kommen kann. Deshalb sollten vorsorglich Mittel für eine mögliche mechanische Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner in sensiblen Bereichen (Aufenthaltsdauer und Anzahl von Menschen) einkalkuliert werden, sofern auf die Anwendung von Bioziden verzichtet wird.

Kommt es nach Einschätzung des Befalls zu einer Bekämpfungsentscheidung (mit Bioziden) im Sinne des Gesundheitsschutzes, so sind alle rechtlichen Rahmenbedingungen (Natur-, Arten-, Landschafts-, Wasserschutzverordnungen) zu beachten.

An der grundsätzlichen Vorgehensweise zur Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner zum vorbeugenden Gesundheitsschutz im Stadtgebiet Berlin hat sich nichts verändert.