Pflanzenschutz  
 

Pflanzenschutz im Stadtgrün - Schadorganismen in Berlin

Tierische Schaderreger: Eichenprozessionsspinner


v.l.n.r.: Falter, Raupe, Raupennest, Kronenfraß
v.l.n.r.: Falter, Raupe, Raupennest, Pheromonfalle, Kronenfraß

Der Eichenprozessionsspinner Thaumetopoea processionea ist ein nachtaktiver Schmetterling und gehört zur Familie der Zahnspinner Notodontidae. Er ist seit 2004 auffällig geworden und tritt seitdem verstärkt und mit steigender Tendenz im Berliner Stadtgebiet auf.

Besonders nach Trockenjahren neigt er zu Massenvermehrungen, die zu Kahlfraß an Eichen führen können.

Die Raupen, die Nester und die alten verlassenen Nester stellen für Menschen und Tieren aufgrund der Haare (Gifthaare) eine Gefahrenquelle dar.

Aktuelles


01.06.2018: Eichenprozessionsspinner: Entwicklung der Raupen ist rasch vorangeschritten

Die Entwicklung der Raupen ist in den vergangenen 14 Tagen weiter rasch vorangeschritten. Bislang sind vielerorts im Stadtgebiet Tagesnester auffällig gewesen und wurden uns gemeldet. Auch weiterhin sind Meldungen beim Auffinden von Nestern erwünscht. Die Raupen werden nun zunehmend träger, ziehen sich vielerorts schon in ihre Verpuppungsnester zurück und können dadurch auch effektiver entfernt werden. Aufgrund der hohen Temperaturen siedeln sich die Tiere häufig auch im unteren Stammbereich an.

Sollten mechanische Bekämpfungsmaßnahmen (Absaugen) mit dem Ziel, einen möglichen Befall im kommenden Jahr an einem Standort zu minimieren, vorgenommen werden, sind diese aufgrund der raschen Entwicklung der Tiere in diesem Frühjahr, bis ca. 10. Juli abzuschließen. Nach gegenwärtigem Stand wird in diesem Jahr mit einem früheren Falterflug als in den Vorjahren, bereits ca. Mitte Juli gerechnet. Entsprechende Fallen zur Überwachung des Falters sind daher spätestens bis zum 10. Juli auszubringen.


14.05.2018: Eichenprozessionsspinner: Tagesnester

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es erste Meldungen von Tagesnestern der Eichenprozessionsspinner. Zum Teil in erheblicher Anzahl von Individuen an Ästen und Stamm. Die Raupen befinden sich Ende des L3-Stadiums bzw. im 4. Larvenstadium und wandern in der Nacht zum Fraß in die Kronen. Den Tag verbringen sie mehr oder weniger ruhig in sogenannten Tagesnestern am Stamm oder Starkästen. Je wärmer und sonniger es ist, desto weiter unten am Stamm werden diese gebildet.

Vorbeugende Maßnahmen (Spritzung mit Bioziden) aus Gründen des Gesundheitsschutzes sind nun meist nicht mehr zielführend. Aus diesem Grund ist ab sofort die mechanische Entfernung der Raupen (Absaugen) das Mittel der Wahl. Gleichzeitig ist aufgrund der noch hohen Mobilität der Raupen ggf. ein zweites Absaugen gegen Ende des Monats einzuplanen. Mit zunehmendem Fraß und somit auch Größe der Raupen werden diese träge und das Absaugen der Tagesnester gelingt erfolgreicher.


EPS mit leichter Tendenz zum stärkeren Auftreten

Nicht nur die Anzahl der an uns weitergeleiteten Eichenstandorte mit einem Befall durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners hat sich im Vergleich zu 2016 erhöht, sondern häufig auch die jeweilige Anzahl befallener Bäume an einem Standort. Jedoch war die Größe der Raupennester aufgrund der Bekämpfungsmaßnahmen der vergangenen Jahre nur handtellergroß.
Diese Tendenz konnte auch in den Fallenfängen festgestellt werden.