Pflanzenschutz  
 

Ambrosia-Bekämpfung

Ambrosia erkennen


Der Gattung Ambrosia gehören weltweit über 40 Arten an, die ihr Vorkommen hauptsächlich in Nordamerika haben. In Berlin ist das Vorkommen von drei Ambrosienarten bekannt. Zwei von ihnen gelten die Bekämpfungsmaßnahmen.


Beifußblättrige Ambrosie

Botanischer Name: Ambrosia artemisiifolia

Weitere Bezeichnungen: Beifuß-Ambrosie, Beifuß-Traubenkraut, Hohe Ambrosie, Aufrechte Ambrosie

junge Beifußblättrige Ambrosien; Foto: Dr. Uwe Starfinger
junge Beifußblättrige Ambrosien; Foto: Dr. Uwe Starfinger

Die Beifußblättrige Ambrosie stammt aus Nordamerika und wurde schon im 19. Jahrhundert nach Europa importiert. Heute kommt die einjährige Pflanze in verschiedenen europäischen Ländern häufig vor, unter anderem in Ungarn, Italien, Frankreich und der Schweiz. In Deutschland sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen betroffen, in Brandenburg die Niederlausitz.

"Die Pflanze wächst vorzugsweise auf gestörten offenen Böden, zum Beispiel an Straßenrändern, in Neubaugebieten oder auf Schutthalden.
In privaten Gärten findet man die Beifußblättrige Ambrosie vor allem unter Vogelfutterplätzen. Vogelfutter kann mit Ambrosia-Samen verunreinigt sein, da die Pflanze als Ackerunkraut in Sonnenblumenfeldern vorkommt. Seit dem Jahr 2012 darf laut einer EU-Verordnung Vogelfutter nicht mehr als eine sehr geringe Menge Ambrosiasamen enthalten."
(Quelle: Informationsblatt Informationsblatt des Julius Kühn-Instituts: Beifuß-Ambrosie; pdf; 1,7 MB)

Beifußblättrige Ambrosie; Foto: Dr. Uwe Starfinger
Beifußblättrige Ambrosie;
Foto: Dr. Uwe Starfinger
Der Stängel der Beifußblättrigen Ambrosie ist rund und grün, bei intensiver Sonneneinstrahlung rötlich und später oberwärts abstehend behaart. Er neigt zu starker Verzweigung.

Die Blätter sind gestielt, doppelt gefiedert und oberseits leicht behaart. Die Blattunterseite ist wie die Blattoberseite hellgrün und hat heller erscheinende Blattnerven. Auffallend ist ferner, dass die Blätter am Stängel gegenständig angeordnet sind, also sich am Stängel gegenüber befinden. Erst die oberen Blätter sind häufig versetzt am Stängel (wechselständig). Das verleiht der jungen Pflanze ein auffallend symmetrisches Aussehen.

Die Blüte ist klein und recht unscheinbar. Die männlichen Blütenköpfe sind gelblich und zahlreich an den blattlosen Triebenden wie Trauben aufgereiht. Die weiblichen Blütenstände sind grün und befinden sich darunter in den Blattachseln. Typisch ist die kerzenleuchterartige Anordnung der Blütenstände.

Diese Ambrosienart keimt im Frühjahr und überdauert bis zu den ersten Frösten im Herbst. Junge Pflanzen entwickeln sich zunächst langsam. Erst im Juni setzt ein stärkeres Höhenwachstum ein. Die Pflanzen können bis zu zwei Meter hoch werden, die meisten Exemplare sind aber weniger als einen Meter hoch. In der Zeit von Juli bis November blüht sie. Die Hauptblütezeit liegt zwischen August und Oktober.

Dabei bildet jede Pflanze bis zu eine Milliarde Pollen. Wegen der späten Blüte entstehen in unseren Breiten nur in Jahren mit mildem Herbst reife Samen. In einer einzigen großen Pflanze können bis zu 60.000 Samen heranreifen, die mehrere Jahrzehnte keimfähig bleiben.


Stauden-Ambrosie

Botanischer Name: Ambrosia psilostachya

Stauden-Ambrosie; Foto: Pflanzenschutzamt Berlin
Stauden-Ambrosie; Foto: Pflanzenschutzamt Berlin

Die Stauden-Ambrosie stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Berlin breitet sie sich derzeit ungehemmt aus. Außerhalb Berlins und in anderen Ballungsräumen kommt sie nicht vor oder der Umfang ihrer Verbreitung ist unproblematisch. Aktionsprogramme zur Bekämpfung der Stauden-Ambrosie sind aus anderen Ländern deshalb nicht bekannt.

Wann genau die Stauden-Ambrosie nach Berlin kam, ist nicht bekannt. Dahin gegen ist die Frage, wie sie nach Berlin kam, einfacher zu beantworten: Unabsichtlich über Samen in verunreinigter Erde. Botanische Erfassungen weisen auf ein erstes Vorkommen im Jahr 1947. In den folgenden Jahrzehnten ist sie auch an weiteren Standorten im Berliner Stadtgebiet verteilt vorzufinden. Sie gilt jedoch als selten und Ihr Vorkommen als unproblematisch. Die starke Zunahme ihrer Ausbreitung in Berlin begann erst vor wenigen Jahren. Der Beginn umfangreicher Baumaßnahmen, die damit verbunden Erdbewegungen und die Schaffung optimaler Keimbedingungen für Ambrosia-Samen könnten dafür verantwortlich sein.

Ansonsten breitet sich die Stauden-Ambrosie über ihr Rhizom aus. Ein horizontal verlaufendes, weit verzweigtes Wurzelsystem, das sich nur schwierig beseitigen lässt. Beim einfachen Ausreißen der Pflanzen verbleibt ein Großteil des Rhizoms im Boden, aus denen neue Sprosse austreiben. Für ein nachhaltiges Zurückdrängen ist es deshalb erforderlich, auch die Rhizome – also die unterirdisch miteinander verbundenen Pflanzen - behutsam auszugraben.

Bevorzugt wachsen die Ambrosien an sonnigen und warmen Standorten, wie zum Beispiel an Straßenrändern, zwischen Gehwegplatten, auf Brachflächen und in vegetationsarmen Wiesen.

Ihre jungen Pflanzentriebe erscheinen spät im Jahr. Während einheimische Pflanzen wie Gemeiner Beifuß und Wilde Möhre im Mai bereits deutlich in die Höhe gewachsen sind, ist die Ambrosie nur wenige Zentimeter hoch. Eine Mahd zu diesem frühen Zeitpunkt begünstigt das Wachstum und die Vermehrung von Ambrosia. Eine späte Mahd dahin gegen – am besten kurz vor der Blüte der Ambrosia-Pflanzen - fördert die heimische Vegetation, die zur Samenbildung kommt, während die von Ambrosia-Pflanzen verhindert wird.

Stauden-Ambrosie; Foto: Pflanzenschutzamt Berlin
Stauden-Ambrosie;
Foto: Pflanzenschutzamt Berlin
Die Stauden-Ambrosie kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. In Berlin erreicht sie allerdings auch ungestört in der Regel nur eine Höhe von ca. 45 cm. Je nach Standort und Anzahl der Störungen zum Beispiel durch Tritt oder Mahd ist ihr Habitus recht variabel.

Sie kann auch bereits bei einer Höhe von nur etwa 15 Zentimeter ihren ährenähnlichen Blütenstand ausbilden. Die ersten Blütenansätze erscheinen ab Mitte/Ende Juni. Die Blüten sind sehr unscheinbar und gelblich. Im typischen Habitus sind die nickenden Blütenkörbchen am Stängel verteilt.

Die Blätter sind in der Regel weniger stark gefiedert als bei der Beifußblättrigen Ambrosie, aber stärker behaart. Sie fühlen sich dadurch samtig an. Die Blattunterseite ist matt-grün. Die Blätter sind kreuzgegenständig am Stängel angeordnet, was insbesondere bei jungen Pflanzen zu dem typisch symmetrischen Aussehen führt.

Der Stängel ist grün und behaart. Die Pflanzenhaare sind fein weißfilzig und anliegend.
Ihr Geruch ist leicht grasartig bis aromatisch.


Dreispaltige Ambrosie

Botanischer Name: Ambrosia trifida

Synonym: Dreiblättriges Traubenkraut

Die dreispaltige Ambrosie ist eine seltene Ambrosienart, die in Berlin erstmals 1934 bei der Humboldt-Mühle (Alt-Tegel) nachgewiesen wurde. Ihr Name bezieht sich auf die dreigefiederten Blätter, womit sie sich deutlich von den anderen beiden Ambrosienarten unterscheidet. Sie kann bis zu vier Meter hoch werden und trägt im Englischen deshalb den Namen "Giant Ragweed". Bis in die 1980er-Jahre gab es Funde in mehreren Bezirken, zuletzt wurde die Art 1994 in Tegel gesichtet. Da in den vergangenen 25 Jahren der Bestand stark abgenommen hat, gilt die Art in Berlin als vom Aussterben bedroht. Wie alle vom Aussterben bedrohten Arten wird die Dreispaltige Ambrosie als Zielart des Florenschutzes mit hoher Schutzpriorität eingestuft. Bei einer Nachsuche an ihrem letzten bekannten Fundort im Jahr 2017 wurde die Art jedoch nicht wiedergefunden, so dass aktuell fraglich ist, ob es noch Vorkommen in Berlin gibt.

Falls Sie die Dreispaltige Ambrosie in Berlin entdecken, melden Sie bitte den Fund unter der E-Mail-Adresse mail@stiftung-naturschutz.de (am besten mit Fotobeleg). Ein Ausreißen der Pflanze ist nicht erwünscht.

Zur Erkennung der Art werfen Sie bitten einen Blick in den Flyer der INTERNATIONAL RAGWEED SOCIETY mit Bildern von Ambrosia-Arten in Europa:


Ambrosia und Verwechslungsarten

Es gibt einige Pflanzenarten, mit denen die Ambrosien verwechselt werden, darunter der Beifuß und der Rainfarn. Nachfolgend sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den beiden Ambrosienarten und sechs ausgesuchten Verwechslungsarten zusammengestellt.





Blätter: gegenständig (gegenüber am Stängel)
bei älteren Pflanzen sind die oberen Blätter häufig wechselständig (versetzt am Stängel)

Blattunterseite: hellgrün (wie Oberseite)

Stängel: grün, rot (bei intensiver Sonneneinstrahlung), oberwärts abstehend fein behaart, rund

Blüte: unscheinbar, grün (weibliche Blüte) oder gelblich (männliche Blüte)

Blütezeit: August bis Oktober

Geruch: nicht aromatisch

Allergiepotenzial: hochallergen



Blätter: gegenständig / kreuzgegenständig

Blattunterseite: behaart, matt-grün

Stängel: grün, behaart

Blüte: gelblich; nickende Blütenkörbchen am Stängel verteilt)

Blütezeit: Juni bis September

Geruch: leicht aromatisch, grasartig

Allergiepotenzial: stark allergen



Blätter: wechselständig (versetzt am Stängel)

Blattunterseite: behaart, silbrig weißfilzig, matt-grün

Stängel: braun, unbehaart

Blüte: bräunlich-gelblich; überwiegend aufrecht

Blütezeit: Juni bis September

Geruch: aromatisch

Allergiepotenzial: allergen

Mehr zur Verwechslungsmöglichkeit mit Ambrosia im



Blätter: wechselständig in dichter Folge

Blattunterseite: grün

Stängel: zäh

Blüte: goldgelbe Blütenkörbchen

Blütezeit: Juli bis September

Geruch: stark riechend

Allergiepotenzial: nicht allergen



Blätter: zunächst Blattrosette, dann am Stängel wechselständig

Blattunterseite: grün

Stängel: borstig, behaart

Blüte: weißblühende Dolde, in der Doldenmitte kleine schwarzpurpurne Mittelblüte

Blütezeit: Mai bis August

Geruch: verdickte Wurzel nach Möhre riechend

Allergiepotenzial: nicht allergen



Blätter: schmal-lanzettlich, doppelt bis dreifach fiederteilig/fein geschlitzt, wechselständig am Stängel

Blattunterseite: grün

Stängel: erst im Blütenstand verzweigt

Blüte: weiß bis rosa, doldenartig

Blütezeit: Mai bis Oktober

Geruch: aromatisch

Allergiepotenzial: nicht allergen



Blätter: wechselständig

Blattunterseite: grün

Stängel: mit langen abstehenden und kurzen flaumigen Haaren bedeckt, bei Erscheinen der Blüte hohl

Blüte: hellblau bis tief blauviolett

Blütezeit: Juni bis September

Geruch: (geruchlos)

Allergiepotenzial: kontaktallergen



Blätter: rautenförmig bis lanzettlich, gezähnte Ränder, (nicht fiederförmig!), wechselständig

Blattunterseite: grün

Stängel: gelblich grün, grün gestreift, oft rot überlaufend; wie fast die ganze Pflanze grau-mehlig bestäubt

Blüte: unscheinbar weißlich-grün

Blütezeit: Juli bis Oktober

Geruch: (geruchlos)

Allergiepotenzial: allergen



Diese Tabelle stellt Blütenfarben und Blütenzeiten im Vergleich dar:

  Beifuß- Ambrosie Stauden- Ambrosie Beifuß Rainfarn Wilde Möhre Schafgarbe Phazelie Gänsefuß
Farbe unscheinbar, gelb unscheinbar, gelb gelb, rotbraun goldgelb weiß weiß hellblau, violett unscheinbar weißlich-grün
Zeit (VI) VIII-X (XI) (VI) VII-X VI–IX VII–IX V–VIII V–X VI–IX VII-X

Sollten Sie weitere Hilfe zur Bestimmung benötigen, finden Sie hier weitere Informationen: