Natur + Grün  

 

Ausstellung natürlich BERLIN!

Stadtbrachen – Treffpunkt für Arten der Roten Liste

 Audiodatei zur Ausstellungstafel (mp3, 3:18 min; 12,7 MB)

Auf dem 18 Hektar großen Gebiet des ehemaligen Rangierbahnhofs in Berlin-Tempelhof befindet sich der Natur-Park Schöneberger Südgelände. Im Vordergrund des Bildes spaziert eine Familie mit einem Kind auf einem befestigten Weg, der zu beiden Seiten von üppig grünen Bäumen und Sträuchern gesäumt wird. Etwas entfernt hinter Baumwipfeln ragt das Wahrzeichen des Parks in den hellblauen Himmel: der 1927 erbaute 50 Meter hohe stählerne Wasserturm. Auf dem filigranen rostroten Gestell thront ein würfelförmiger Aufbau mit halbkugelförmigem Kuppel-Dach.
Berliner Kleinod: Natur-Park Schöneberger Südgelände; Foto: Konrad Zwingmann

Hinter den dicht stehenden Stängeln einer lilafarbenen Blüte ragt der Kopf einer Wildbiene auf. Gegen das unscharfe Grün des Hintergrundes zeichnen sich dunkel ihre zwei langen, gegliederten Fühler ab. Diese sitzen auf ihrem pelzigen hellbraunen Kopf. Flankiert werden sie durch die großen Facettenaugen der Biene. Der hell abgesetzte Kopfschild unter dem Fühleransatz mündet in die hervorstehenden Mundwerkzeuge.
Biene; Foto: Stefan Kühne & Dr. Christoph Saure
Ehemalige Industrie- und Verkehrsflächen werden zum Anziehungspunkt für gefährdete Arten.

Auf dem einstigen Flugfeld Johannisthal belebt eine große Vielfalt an Wildbienen und Schmetterlingen den Luftraum. Die Natur hat sich auch den stillgelegten Verschiebebahnhof Tempelhof zurückerobert. Der Natur-Park Schöneberger Südgelände wird von Stadt-Urwald sowie blütenreichen Trockenrasen und Staudenfluren geprägt. Sie locken zahlreiche Insektenarten und sogar die südeuropäische Gottesanbeterin an.

Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof hat die Feldlerche über 200 Reviere. Schutzzonen helfen ihr dabei, ihre Brut großzuziehen.
 
Zwischen den gelben Blüten einer Pflanze sitzt ein braunes Gottesanbeterin-Weibchen.
Die besonderen Merkmale dieser Fangschrecke sind die zu kräftigen Fangbeinen entwickelten Vorderbeine, der dreieckige Kopf mit großen seitlich sitzenden Facettenaugen, ein langer Halsschild und ihr lang gestreckter sich nach hinten verdickender Körper. Lauernd hält das etwa fünf bis sieben Zentimeter lange Tier ihre Vorderbeine angewinkelt, die beiden anderen sehr dünnen, langen Beinpaare dienen als Schreitbeine. Die Gottesanbeterin hat ihre Flügel angelegt.
Gottesanbeterin; Foto: Josef Vorholt