Natur + Grün  

 

Ausstellung natürlich BERLIN!

Moore – Augen der Landschaft

 Audiodatei zur Ausstellungstafel (mp3, 2:47 min; 6,5 MB)

Ein Blick auf eine mit Wollgras übersäte Moorlandschaft. Am Horizont wird es durch dichten grünen Wald begrenzt. Das Wollgras kann bis zu 60 Zentimeter hoch werden. Es hat dünne glatte Stängel mit schmalen dunkelgrünen Blättern. Nach der Blüte entwickeln sich die Früchte mit langen weißen Hüllfäden. Diese bilden den typischen weißen Wollschopf.
Wollgrasbestände - typisch für Moore; Foto: Florian Möllers

Vor verschwommenem, rosafarbenem Hintergrund heben sich zwei Blüten einer Moosbeere an tiefroten Stängeln ab. Die vier bis fünf zarten weiß-rosa Kronblätter sind zurückgeschlagen. Aus den weinrot und orangefarbenen Staubblättern hängt die Narbe nach unten. Die Moosbeere kann bis zu sechs Zentimeter hoch werden.
Moosbeere; Foto: Josef Vorholt
Kesselmoore wie das Naturschutzgebiet "Barssee und Pechsee" im Grunewald und das Teufelsmoor bei Müggelheim sind Überbleibsel der letzten Eiszeit. Über Jahrtausende haben Torfmoose meterdicke Torfschichten gebildet.

Diese nassen, nährstoffarmen und sauren Bedingungen sind bestens geeignet für den Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. Sie ernährt sich von Insekten, die an ihren Blättern kleben bleiben. Auch andere seltene Tier und Pflanzenarten wie Moorfrosch, Wollgras und Moosbeere sind auf Moore angewiesen.

Wegen ihres enormen Speichervermögens für Kohlenstoff und Stickstoff spielt die Erhaltung der Moore eine herausragende Rolle beim Klimaschutz.
 
Im Sonnenschein zwei Blätter des exotisch anmutenden Sonnentaus in Großaufnahme. Der Sonnentau gehört zu den fleischfressenden Pflanzen. Am Rand der hellgrünen Blätter wachsen tiefrote Tentakel mit Klebedrüsen. Diese bilden einen glitzernden Fangschleim, der Tautropfen ähnelt. Sobald ein Insekt an den klebrigen Tentakeln hängenbleibt, rollt sich das Blatt innerhalb weniger Minuten ein. Der Sonnentau scheidet einen Verdauungssaft aus, der das Insekt langsam auflöst.
Sonnentau; Foto: Florian Möllers