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Artenlisten - Rote Listen der gefährdeten Pflanzen, Tiere und Pilze von Berlin

Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere (Mammalia) von Berlin


Fransenfledermaus (Myotis nattereri), Foto: Susanne Rosenau
Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Foto: Susanne Rosenau
Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere (Mammalia) von Berlin (pdf; 198 KB)
Stand Dezember 2003
Jürgen Klawitter, Rainer Altenkamp, Carsten Kallasch, Dieter Köhler, Manfred Krauß, Susanne Rosenau & Tobias Teige

Zusammenfassung: Die Gesamtartenliste der Säugetiere umfasst 59 Arten, von denen fünf Arten seit 1991 neu für Berlin nachgewiesen wurden: Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii), Teichfledermaus (Myotis dasycneme), Biber (Castor fiber), Nutria (Myocastor coypus) und Marderhund (Nyctereutes procyonoides). Weiterhin wurde der Rothirsch (Cervus elaphus), der neuerdings gelegentlich aus Brandenburg auf Berliner Stadgebiet wechselt, in die Liste aufgenommen. Der Anteil gefährdeter Arten beträgt 44 % und liegt damit unter dem der Vorgängerliste (55 %). Der Unterschied ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass einige zuvor als gefährdet eingestufte Arten nun in Kategorie D geführt werden und Nord- und Teichfledermaus als seltene Gäste vorläufig ohne Bewertung blieben (Kategorie N).

Aufgrund positiver Bestandsentwicklungen konnten einige Arten, u.a. Großes Mausohr (Myotis myotis), Fransenfledermaus (Myotis nattereri) und Dachs (Meles meles), in niedrigere Gefährdungskategorien gesetzt werden. Beim ursprünglich ungefährdeten Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) hat ein derartig starker Bestandsrückgang stattgefunden, dass es nunmehr als gefährdet angesehen werden muss. Die Wasserfledermaus (Myotis daubentonii), deren Bestände in den Winterquartieren ebenfalls deutlich zurückgegangen sind, wurde von Kategorie 3 auf 2 hochgestuft.

Die Datengrundlage für die Einschätzung der Gefährdung war bei einer Reihe von Arten, insbesondere bei verschiedenen terrestrischen Kleinsäugern und bei der Mehrzahl der Marderartigen recht dürftig, weil sie bisher zu wenig beachtet wurden. Hier besteht für die Zukunft erheblicher Forschungsbedarf.