Bauen  

 

Havelhöhenweg

15 Im Berliner Forst Grunewald



sind 56% des Baumbestandes Kiefern. Eichen sind zu 26%, Birken zu 8% und Buchen zu 3% zu finden. Das Holz wird für die Industrie, für Sägewerke und zu einem geringeren Anteil auch für Brennholz produziert. Das geerntete Holz wird aufgestapelt und durchnummeriert. Das Holz wird in Raummetern (1 m gestapeltes Holz) bzw. in Festmetern (1 m Holz ohne Zwischenräume) gemessen. Den Unterschied kann man an den hier liegenden Holzstapeln sehen. Der danebenliegende Stamm entspricht ca. einem Festmeter Holz. Die Holzwirtschaft hat jedoch im Grunewald schon seit Jahrzehnten nicht mehr die absolute Vorrangbedeutung, da die Erholungsnutzung und ökologische Funktionen starke Berücksichtigung finden.  
havwissenspunkt Der Grunewald

Die ursprüngliche Vegetation des Grunewaldes vor Beginn der mittelalterlichen Intensivnutzung war ein insgesamt relativ kiefernarmer Kiefern-Traubeneichenwald. Selbst auf den Standorten mittlerer bis ziemlich armer Güte der sandüberlagerten Hochfläche nahm die Traubeneiche eine bestandsbildende Stellung ein. Auf den reicheren Standorten fehlte die Kiefer sogar weitgehend, dafür traten hier stellenweise Beimengungen von Hainbuche, Rotbuche und Linde auf. Nur auf den wirklich armen Standorten, die im Grunewald jedoch kaum auftreten, konnte die Kiefer höhere Anteile bis zur Dominanz erreichen. Das heutige Bild eines überwiegend von Kiefer gebildeten Waldes entspricht also nicht den natürlichen Standortverhältnissen des Grunewaldes. Im Rahmen der naturnahen Waldwirtschaft wird sich der Grunewald langfristig aber wieder zu einem eichenreichen Mischwald entwickeln.

Bei einer Wanderung über den Havelhöhenweg wird man vom Frühjahr bis Spätsommer einer Vielzahl typischer Tier- und Pflanzenarten der Wälder begegnen. Waldlaubsänger. Buntspecht, Baumläufer, Kleiber unter anderem Waldvögel brüten entlang des Weges, von der Havelaue ertönt im Frühjahr an mehreren Stellen das charakteristische Rufen des Kuckucks. Im Frühjahr bis Frühsommer sind selbst am Oberhang der Havelhänge die temperamentvollen Konzerte des Seefrosches, der größten heimischen Lurchart, zu vernehmen. Mit etwas Glück kann man hier im Sommer auch der Blindschleiche, einer fußlosen schlangenartigen Echse, begegnen. Ein sehr attraktiver Tagfalter der lichten Laubwälder mit gewissem Birkenanteil, wie sie zum Beispiel im Bereich der Havelberge vorkommen, ist der nicht allzu häufige Trauermantel. Dieser Schmetterling, der in Höhlen, hohlen Bäumen und ähnlichen Standorten überwintert, fliegt bereits im zeitigen Frühjahr, ist in entsprechenden Waldbereichen aber auch im Sommer anzutreffen.