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Fragen und Antworten

Gefahren im Wald


Foto Gefahren im Wald; Quelle / Fotograf: Berliner Forsten / Thorsten Wiehle
Foto: Berliner Forsten / Th. Wiehle

Welche Gefahren gibt es im Wald (z.B. herabfallende Äste, Wurzeln, Zecken, Giftpilze oder ähnliches)?

Gemäß § 14 Bundeswaldgesetz (BWaldG) sowie dem Landeswaldgesetz (§ 14 LWaldG Berlin) ist jedermann das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung gestattet. Dabei ist das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Wald nur auf Straßen und Wegen gestattet. Die Benutzung geschieht jeweils auf eigene Gefahr.
Einschränkungen hinsichtlich des Betretungsrechts ergeben sich nach § 14 Abs. 2 LWaldG Berlin. Nicht betreten werden dürfen danach:
  • umfriedete Grundstücke und Gehöfte, die nicht Erholungszwecken dienen,
  • Schonungen und Naturverjüngungen, deren Betreten durch Einzäunung oder Verbotszeichen untersagt ist,
  • Flächen während der Dauer des Einschlags oder der Aufbereitung von Holz,
  • forstbetriebliche und jagdliche Einrichtungen,
  • Naturschutzgebiete, Naturdenkmale, Prozessschutzflächen, Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 des Bundesnaturschutzgesetzes), Europäische Vogelschutzgebiete (§ 10 Abs. 1 Nr. 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) und Konzertierungsgebiete (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 des Bundesnaturschutzgesetzes), soweit sie umfriedet sind, und
  • Waldflächen von nicht allgemein zugänglichen Grundstücken aus.
Im Wald müssen aber für diese Naturlandschaften übliche Risiken in Kauf genommen werden. Zu den waldtypischen Gefahren gehören herabfallende Äste, Wurzeln, Zecken, Bäume, die umbrechen können und Gefahren, die sich aus der Natur oder der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes unter Beachtung der jeweiligen Zweckbestimmung ergeben. Gegen diese müssen die Berliner Forsten Waldwege grundsätzlich nicht sichern.

Das bedeutet für Sie als Waldbesucherinnen und – besucher, typische Waldgefahren gehören zum übernommenen Risiko, der Waldbesuch erfolgt auf eigene Gefahr (§ 13 LWaldG Berlin). Pilze, die Sie nicht kennen, sollten Sie besser stehen lassen und nur die Pilze sammeln, die Sie genau bestimmen können. Das Sammeln von Pilzen, Beeren und Früchten, sofern diese nicht geschützt sind, ist in kleinen Mengen und für den Eigenbedarf gestattet (§ 13 LWaldG Berlin).

Die Berliner Forsten sind stets um Ihr Wohlergehen bemüht und führen im Zuge der Verkehrssicherungspflicht regelmäßige Kontrollen der Stand- und Bruchfestigkeit der Bäume an öffentlichen Straßen und Wegen, an Siedlungsrändern, ausgewiesenen Wanderwegen und an Erholungseinrichtungen durch.

Wie ist der Umgang mit Feuer im Wald geregelt?

Berlin und Brandenburg zählen zu den trockensten Regionen Deutschlands und die bis heute vielfach durch Kiefern geprägten Wälder sind besonders stark durch Waldbrände gefährdet. Rauchen und Feuermachen sind daher im Berliner Wald und in dessen Nähe ganzjährig verboten. Auch die achtlos aus dem Autofenster geworfene Zigarettenkippe kann zu einem Waldbrand führen. Die Berliner Forsten weisen daher ausdrücklich darauf hin, dass unabhängig von Jahreszeit und Witterung Feuer und Funkenflug ein erhebliches Waldbrandrisiko bergen. Bis zu einem Abstand von 100 m zum Wald ist offenes Feuer oder Rauchen daher unbedingt zu vermeiden. Auf dem Spiel stehen vielfältige Erholungslandschaften und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Wer das Verbot ignoriert und ein Feuer entfacht oder raucht, zündelt mit seiner finanziellen Existenz und begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 50.000 € Bußgeld geahndet werden kann. Geht der Brand auf grobe Fahrlässigkeit zurück, kann der Verursachende für den Löscheinsatz der Feuerwehr persönlich haftbar gemacht werden. Wird vorsätzlich gezündelt, handelt es sich um eine Straftat und es droht eine Gefängnisstrafe.

Ist das Grillen im Wald erlaubt?

In den Wäldern Berlins und auch an den Stränden von Havel, Müggelsee, Spree und anderen Badegewässern im Wald ist das Grillen ganzjährig verboten. Es gibt viel trockenes und leicht entflammbares Laub und Geäst auf dem Waldboden und der Wind weht Asche und Funken viele Meter weit. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 € nach § 22 LWaldG Berlin geahndet werden kann.

Geht der Brand auf grobe Fahrlässigkeit zurück, kann der Verursachende für den Löscheinsatz der Feuerwehr persönlich haftbar gemacht werden.

Wenn Sie dennoch Grillen wollen, gibt es die Möglichkeit, in Berlin einen der Grillplätze in den Grün- und Erholungsanlagen der Bezirksämter zu nutzen.

Eine Übersicht erhalten Sie auf der Seite "Hier dürfen Sie grillen" oder erfragen Sie bitte die Grillplätze direkt bei den Grünflächenämtern.

Welche Gefahren entstehen durch Stürme?

Während aber auch nach Sturmereignissen gilt besondere Vorsicht im Wald. Etliche Waldwege sind unter Umständen durch umgefallene Bäume nicht nutzbar und müssen freigeschnitten werden. Selbst wenn der Wind nachgelassen hat, können im Wald auch Tage später noch Bäume um- und Äste herabfallen. Es besteht Lebensgefahr.

Deshalb bitten die Berliner Forsten Sie, bei angekündigten Stürmen den Spaziergang im Wald zu vermeiden. Und auch nach dem Sturm ist es ratsam, erst einmal den Waldspaziergang zu verschieben.

Sollten Sie sich während eines Sturms im Wald befinden, bewahren Sie Ruhe, verlassen Sie umgehend den Wald (bleiben Sie auf dem Weg) und bringen Sie sich in Sicherheit. Vor allem Bäume, die vom letzten Sturm, durch Käferbefall oder Blitzschlag vorgeschädigt sind, aber auch Bäume, die einem Herbststurm mit ihrer belaubten Baumkrone viel Angriffsfläche bieten, können Ihnen gefährlich werden. Da oft bei einem Sturm der Geräuschpegel hoch ist und somit das Fallen eines Baumes nicht bemerkt wird, besteht die Gefahr, von einem Ast oder Baumstamm getroffen zu werden.

Nach dem Sturm müssen die entstandenen Schäden im Wald von den zuständigen Revierförsterinnen und Revierförstern erfasst und die nötigen Maßnahmen - insbesondere an öffentlichen Straßen und Wegen sowie Rettungswegen - eingeleitet werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass es in dieser Zeit zu Sperrungen des Waldes kommen kann (§ 18 LWaldG Berlin) und beachten Sie diese! Das geschieht auch zu Ihrer Sicherheit.

Wir werden schnellst möglich blockierte Wege freiräumen und die Gefahrenstellen, die mit dem Sturm einhergingen, beseitigen. Dies kann je nach Einfluss des Sturmes allerdings Tage, Wochen oder auch Monate in Anspruch nehmen.

Sollten Sie Gefahrenstellen melden wollen, die aufgrund eines Sturmes entstanden sind, wenden Sie sich bitte an die zuständige Revierförsterei oder das Forstamt. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, wenn wir nicht gleich tätig werden können.