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Großer Tiergarten - Sehenswertes - Besondere Parkbereiche

Zeltenplatz


Blick auf die vom Zeltenplatz abgehenden Alleen, 2014; Foto: Thomas LeBas / minigram
Blick auf die vom Zeltenplatz abgehenden Alleen, 2014   Foto: Thomas LeBas / minigram

Zeugnis der Barockzeit

Knobelsdorffs Neugestaltungen im Tiergarten in der Mitte des 18. Jahrhunderts schlossen auch den Zeltenplatz ein, der schon zu Zeiten Friedrichs I. angelegt worden war. Die sieben vom Platz ausstrahlenden Alleen erhielten ihre Namen nach den gepflanzten Baumarten (im Westen beginnend): Kastanien-, Rüstern- (Ulmen-), Buchen-, Ahorn-, Platanen-, Eichen- und Lindenallee. Im Volksmund hießen die Allen auch die „Sieben Kurfürsten” - daher auch der weitere Name „Kurfürstenplatz”.

Ausflugsziel der Berlinerinnen und Berliner

Der Name „Zeltenplatz” entstand nach der Aufstellung von zwei Leinwandzelten, in denen Getränke an die Spaziergänger verkauft wurden. Es folgten nach und nach wetterfeste Holzhütten, aus denen zu Anfang des 19. Jahrhunderts, später mehrfach erneuert und umgestaltet, die stadtbekannten „Zelten” sich mit ihren Wand an Wand gelegenen Lokalen entwickelten.

Politischer Versammlungsort und Wohnquartier

Die Zelten waren aber nicht nur idyllischer Erholungsort, sondern auch immer Stätte politischer Versammlungen. Die erste große Versammlung fand wenige Tage vor Ausbruch der Märzrevolution 1848 statt. Der nördliche Tiergartenbereich, die Zelten und der Platz der Republik blieben auch weiterhin Schauplätze von Demonstrationen, Kundgebungen und Versammlungen.

Zugleich stellte das vor den Toren der Stadt liegende Viertel ‚In den Zelten‘ ein beim liberalen Bürgertum Berlins beliebtes Wohnquartier dar. So wohnte in den Sommermonaten u.a. Bettina von Arnim mit ihren Kindern „In den Zelten Nr. 5” und erlebte auch dort die Revolution von 1848. Neben ihrem geliebten Bruder Clemens von Brentano verkehrte beispielsweise auch Rahel Varnhagen van Ense bei ihr. Zu den bedeutendsten Bewohnern im 20. Jahrhundert zählt ohne Zweifel Magnus Hirschfeld, der Begründer des Institutes für Sexualwissenschaft.

Kongresshalle als neuer kultureller Anziehungspunkt

Ein Bombenangriff während des Zweiten Weltkriegs zerstörte den gesamten Bereich mit den Zelten. Der nachfolgenden Abholzung des Tiergartens fiel auch der mit Bäumen gefasste halbrunde Zeltenplatz zum Opfer. Bei der Neugestaltung nach 1949 wurde ihm keine Bedeutung mehr beigemessen. Die letzten Reste der „Zelten” wurden 1954 abgeräumt, um der 1957 errichteten Kongresshalle Platz zu schaffen. Seit 1989 dient das als „Haus der Kulturen der Welt” (HKW) genutzte Gebäude als kultureller Veranstaltungsort und ist Ausgangspunkt für eine Schifffahrt auf der Spree.

Zweimal täglich um 12 und 18 Uhr erklingt in Sichtweite zur Kongresshalle das Carillon, das 1987 zur Erinnerung an die im Krieg zerstörten Glockenspiele der Parochialkirche und der Potsdamer Garnisonkirche errichtet wurde.

Wiederherstellung

1987 konnte der Zeltenplatz mit sechs Alleen unter Einbeziehung zahlreicher erhaltener historischer Alleebäume wiederhergestellt werden. Zwischen der Buchen- und Rüsternallee stehen zudem einige über 300 Jahre alte Stieleichen, die aufgrund ihres Alters, aber auch ihrer Höhe von fast 30 Metern zu den bedeutendsten Bäumen im Tiergarten zählen.