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Großer Tiergarten - Sehenswertes - Besondere Parkbereiche

Englischer Garten


Formaler Teil des Englischen Gartens, 2014; Foto: Thomas LeBas / minigram
Formaler Teil des Englischen Gartens, 2014   Foto: Thomas LeBas / minigram

Ein Geschenk der britischen Besatzungsmacht

Jenseits der Altonaer Straße nimmt der Englische Garten gut die Hälfte des Tiergartengeländes ein, das in den 1950er Jahren vom Schlosspark Bellevue abgetrennt und dem Tiergarten zugeschlagen wurde. Der Entwerfer des 1952 eingeweihten Englischen Gartens, Willy Alverdes, nutzte geschickt die reizvolle Topografie des Geländes, vor allem eine zwei Meter tiefe Mulde, um hier als Herzstück der etwa 40.000m² großen Anlage einen Teich mit zwei Inseln anzulegen.

Von der Altonaer Straße aus kommend, durchschreitet man zuerst den größten zusammenhängenden Teil des aus fünf Gartenbereichen bestehenden Sondergartens, nämlich den „Naturgarten”. Hier stellte sich Alverdes eine mit Wildblumen durchsetzte Rasenfläche vor, gerahmt durch malerische Gruppen von Bäumen, Sträuchern und Stauden, ehe man schließlich zum „Teichgarten” mit seiner interessanten Ufervegetation gelangt. Am nördlichen Teichufer entdeckt man einen „Steingarten” - seinerzeit auf besondere Anregung der britischen Besatzungsmacht angelegt - und daran anschließend eine Rhododendronpflanzung. Beide Bereiche waren mit Pfaden aus zeittypischen Natursteinplatten durchzogen. Hier hatte Alverdes die Idee, den mit privatem Grün unterversorgten Berlinerinnen und Berlinern die Möglichkeit einzuräumen, „behutsam durch die Blumen schlendern zu können und die Nase voll Duft zu nehmen wie im eigenen Garten.” Weitergehend gelangt man, vorbei am geschützten „Lesegarten”, zur Terrassenfläche des Parkhauses (heute Restaurant Teehaus im Englischen Garten). Von hier aus hat man den schönsten Blick in den „formalen Garten” mit seinen streng geschnittenen Eibenhecken, typisch für alte englische Gärten. Hier ist ein deutlicher englischer Einfluss, namentlich des für die Verteilung der britischen Pflanzenspenden nach dem Krieg verantwortlichen Mr. I. Thrower, Gartendirektor der Stadt Shrewsbury, zu spüren.

Vom alten Bellevue-Schlossgarten zur Nachkriegsmoderne

Die im direkten Umfeld des Englischen Gartens befindlichen, noch aus dem frühen 19. Jahrhundert stammenden stattlichen Rotbuchen hat Alverdes als ein besonders wertvolles Erbe des alten Schlossgartens von Bellevue sorgfältig erhalten und in sein Parkkonzept mit einbezogen. Diese wertvollen Alt-Buchen, die das Inferno der Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden haben, prägen heute - gemeinsam mit den fünf Sondergartenbereichen des Englischen Gartens - noch immer in besonderer Weise diesen Teil des Tiergartens.