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ÜberBrücken: Brückenbau 2000-2009

Anhalter Steg

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Anhalter Steg
 
Am Standort der ehemaligen "Eisenbahnbrücke über den Schifffahrtskanal" überquert die Fußgängerüberführung Anhalter Steg den Landwehrkanal und die angrenzenden Straßen Hallesches Ufer und Tempelhofer Ufer. Über der Fußgängerüberführung kreuzt zusätzlich die zweigleisige U2 mit einem Fachwerküberbau extrem schiefwinklig den Bauwerksbereich und engt diesen in der Höhe ein. Diese Kreuzung von vier Verkehrswegen in einem Punkt stellte besondere Anforderungen an die konstruktive und gestalterische Lösung des Brückenentwurfes, der zugleich die Historie des Standortes und die Berliner Bautradition berücksichtigen sollte.

Gewählt wurde eine zeitgemäße Konstruktion unter Verwendung von historischen Bauteilen und statischen Systemen in Verbindung mit moderner Bautechnik.
Über den Landwehrkanal im Bereich des Mittelfeldes spannen vier instandgesetzte Bögen, die aus dem Abbruch der Marschallbrücke gewonnen wurden. Die beiden Randfelder sind dagegen vollständige Neubauten in Stahlbauweise deren statisches System Elemente der Berliner S-Bahn-Brücken aufnimmt. Die Strukturierung der Haupttragglieder als Vierendeelträger (Träger aus Viereckrahmen ohne Diagonalen) und die aufgelösten Rahmenecken erzeugen ein leichtes Tragwerk mit einem wahrnehmbaren Kraftfluss.

Die einzelnen Brückenfelder werden über Zwischenbauwerke gekoppelt. Diese verbinden das Mittelfeld mit den Randfeldern und dienen zur Abtragung der Schubkräfte des Bogentragwerks.
Die alten Widerlager auf Seite Nord und Süd jenseits der Uferstraßen wurden weitestgehend belassen und bestandsnah instandgesetzt. Zur Lastableitung wurden die Widerlager durch Kleinverpresspfähle und HDI-Injektionen in ihrer Tragfähigkeit verstärkt.
 

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