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Straßen und Brücken für Berlin: Kreuzungsbauwerk Kleeblatt Zehlendorf

Das Vorhaben


Rückbau und Neubau Kreuzungsbauwerk Kleeblatt Zehlendorf
 

Notwendigkeit der Baumaßnahme

Im Ergebnis der regelmäßigen Bauwerksprüfung nach DIN 1076 ergibt sich für die Bestandsbrücke ein derzeit noch, aber auf Dauer nicht ausreichender Bauwerkszustand.

Für das Bauwerk, welches von 1938 bis 1941 erbaut wurde, liegen keine statischen Unterlagen sowie fundierte Bestandszeichnungen vor. Aus Vergleichsrechnungen mit ähnlichen Brücken und den damals gültigen Lastansätzen wurde das Bauwerk 1978 in die Bauklasse Bkl.30 gemäß DIN 1072 (November 1967) eingestuft. Eine Überprüfung zur Höherstufung mindestens in die Bkl.30/30 ergab infolge Spannungsüberschreitungen ein negatives Prüfergebnis. Die Bestandskonstruktion entspricht nicht den gültigen Regelwerken und Normen.

Die Autobahnbrücke Zehlendorfer Kleeblatt ist seit mehr als 20 Jahren in der sogenannten Negativliste für Schwertransporte enthalten und muss von Schwertransporten umfahren werden.

Zur Gewährleistung einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur sowie des schlechten Bauwerkszustand in Verbindung mit den Baustoff- bzw. Bausubstanzuntersuchungen erfolgt der Rückbau und Neubau des Kreuzungsbauwerks Kleeblatt Zehlendorf.

Die Verkehrswege

Die durch die Baumaßnahme betroffenen Verkehrswege sind die Bundesautobahn A115 einschließlich die Zu- und Abfahrten der Anschlussstelle Zehlendorf und den zugehörigen Verteilerfahrbahnen in Straßenbaulast der Bundesrepublik Deutschland sowie die Potsdamer Chaussee als Bundesfernstraße in Ortsdurchfahrt in Baulast des Landes Berlin. Der Baulastträgerwechsel erfolgte mit der Abstufung zum 01.01.2006.

Bundesautobahn 115 (AVUS) + beidseitige Verteilerfahrbahn:

Das Brückenbauwerk überspannt die beiden durch einen Mittelstreifen getrennten zweistreifigen Richtungsfahrbahnen der BAB A115. Außenliegend befinden sich jeweils die von der Hauptfahrbahn getrennten zweistreifigen Verteilerfahrbahnen der Anschlussstelle Zehlendorf und deren Verkehrsbeziehungen zur B1. Nach der Fertigstellung des Brückenbauwerks wird der Straßenquerschnitt der BAB A115 analog dem Bestand wieder hergestellt.

Potsdamer Chaussee (B1) + beidseitige Verteilerfahrbahn:

Auf dem Brückenbauwerk befinden sich die zwei durch einen Mittelstreifen getrennten Richtungsfahrbahnen der Potsdamer Chaussee (B1) mit jeweils zwei Fahrstreifen und einem Standstreifen. Außenliegend sind die jeweils zweistreifigen Verteilerfahrbahnen des Kleeblatts Zehlendorf und deren Verkehrsbeziehungen zur BAB A115 angeordnet. Zwischen der Potsdamer Chaussee (B1) und den Verteilerfahrbahnen befinden sich pro Fahrtrichtung jeweils ein Geh- und Radweg.

Bestandsbauwerk

Das vorhandene Brückenbauwerk wurde ab 1938 errichtet und 1941 dem Verkehr übergeben. Das Bauwerk befindet sich am km 16+773 der BAB A115. Die Kilometrierungsrichtung der A115 verläuft von Süden nach Norden, d.h. am Autobahndreieck Nuthetal beginnend in Richtung Autobahndreieck Funkturm.

Das Bauwerk ist ca. 55,30m lang und hat eine Gesamtbreite von ca. 56,06m. Das Bauwerk besteht aus vier miteinander verbundenen Teilbauwerken aus Stahlbeton. Die Überbauten sind als Trägerrost mit Plattenbalkenquerschnitt ausgebildet und spannen als Durchlaufträger über 4 Felder mit Stützweiten von ca. 12,30m / 13,28m / 13,28m / 12,30m. Die lichte Weite zwischen den Widerlagern beträgt ca. 44,00m.

Ansicht von Süden
Bestandsbauwerk - Ansicht von Süden


Auf den äußeren Teilbauwerken mit einer Breite von je ca. 14,20m werden die Auf- und Abfahrten zur BAB A115 und die Geh- und Radwege im Zuge der B1 überführt. Auf den beiden mittleren Teilbauwerken mit einer Breite von je ca. 13,80m wird jeweils eine Richtungsfahrbahn der Potsdamer Chaussee (B1) überführt.

Bestandsbauwerk - Querschnitt
Bestandsbauwerk - Querschnitt


Die bestehenden Widerlager mit Parallelflügeln bestehen aus Beton, sind flach gegründet und mit Natursteinplatten (Travertin) verkleidet. Die Zwischenunterstützungen der Überbauten bestehen aus Stahlbetonrahmen, die auf Streifenfundamenten flach gegründet sind. In den vorhandenen Überbauten werden Kabelschutzrohre verschiedener Leitungsverwaltungen und zwei Gasleitungen überführt.

Neues Brückenbauwerk:

Das neue Bauwerk besteht aus zwei voneinander getrennten zweifeldrigen Überbauten. Die Überbauten dienen jeweils für die Überführung einer Richtungsfahrbahn der Potsdamer Chaussee (B1), einer Verteilerfahrbahn sowie eines Geh- und Radweges.

Neues Brückenbauwerk:  Ansicht von Süden
Neues Brückenbauwerk: Ansicht von Süden


Die lichte Weite des neuen Brückenbauwerks berücksichtigt eine mögliche sechsstreifige Erweiterung der BAB A115 und eine 4+0 Verkehrsführung in den möglichen Bauzuständen. Da derzeit kein grundlegender Ausbau bzw. Umbau der überführten Verkehrswege vorgesehen ist, orientiert sich die Ausbildung der neuen Verkehrswege im Bereich des Brückenbauwerks am Bestand.

Die lichte Weite zwischen den Widerlagern beträgt ca. 51,10m. Die Stützweite der neuen Brücke beträgt ca. 57,9m. Die Gesamtbreite der Straßenüberbauten beträgt jeweils ca. 25,30m. Die Überbauten sind durch einen ca. 6,50m breiten Lichtraum getrennt.

Neubau Längsschnitt Kleeblatt Zehlendorf
Neues Brückenbauwerk: Längsschnitt


Die Überbauten bestehen aus Spannbetonhalbfertigteilen, die durch eine Ortbetonfahrbahnplatte ergänzt und durch Ortbetonquerträger an den Auflagern verbunden werden. Die zwei Überbauten werden jeweils aus 10 Plattenbalkenfertigteilen mit einer einheitlichen Höhe von 1,30m und einer Stegbreite von 0,55m hergestellt. Die Überbauten werden auf, durch Bewegungsfugen getrennten, Widerlagern und auf je fünf Pfeilern in der Mittelachse gelagert.

Die Widerlager der Brücke sind aufgelöst. Die Überbauten sind auf den vorgesetzten Pfeilern abgesetzt. Die Pfeiler sind im unteren Bereich durch Wandscheiben miteinander verbunden. Die Flügelwände der Widerlager sind durch zwei prägnante horizontale Nuten gestaltet, die jeweils die Unterkante der Überbauquerträger und die Oberkante der durchgehenden Wandscheiben fortführen. Die Gestaltungsgrundsätze des Widerlagers werden auch bei den Mittelunterstützungen beibehalten. Die Einzelpfeiler sind im Fußbereich durch eine durchgehende Wandscheibe verbunden.

An den Flügelenden der Widerlager sind Gesimssporne und Brüstungen zur Einfassung der Geländer vorgesehen. An den Mittelunterstützungen sind weitere Brüstungselemente integriert. In den mittleren Betonbrüstungen ist der Berliner Bär, das Wappen von Berlin, eingeprägt.

Neues Brückenbauwerk: Querschnitt
Neues Brückenbauwerk: Querschnitt
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Neues Brückenbauwerk: Querschnitt


Leitungsverwaltungen / Versorgungsunternehmen

Innerhalb der innerstädtischen Baustellenflächen sind umfangreiche Versorgungsleitungen vorhanden, welche im Zuge des Ersatzneubaus mit berücksichtigt, teilweise umverlegt und neu verlegt bzw. gebaut werden müssen. Die erforderlichen Leistungen an den Versorgungsleitungen werden durch die jeweiligen Leitungsbetreiber als Eigenleistung ausgeführt. Folgende Leitungsbetreiber sind im Bereich den obenliegenden Straßen (Potsdamer Chaussee (B1) / Verteilerfahrbahnen) beteiligt:
  • Berliner Wasserbetriebe (BWB) - Straßenentwässerung B1
  • Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG (NBB) - Gasleitungen
  • Vattenfall Europe Netzservice GmbH - Stromversorgungsleitungen
  • Vattenfall Europe Netzservice GmbH BerlinLicht - Öffentliche Beleuchtung
  • IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) - Telekommunikationsleitungen
  • Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH - Telekommunikationsleitungen
  • Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH - Telekommunikationsleitungen
  • Alliander Stadtlicht GmbH - Lichtsignalanlagen
  • Versatel GmbH - Telekommunikationsleitungen