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Straßen und Brücken für Berlin - Ersatzneubau der Freybrücke

Das Vorhaben


Freybrücke: Ansicht von Süden; Quelle: Entwurf durch Bung Ingenieure AG
Freybrücke: Ansicht von Süden
Quelle: Entwurf durch Bung Ingenieure AG

Verkehrliche Bedeutung und Situation

Die Heerstraße bildet seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1911 als Ein- und Ausfallstraße in Ost-West-Richtung die wichtigste und die am stärksten befahrene Verbindung zwischen den westlichen Stadtrandgebieten zum Zentrum Berlins. Sie ist mit ca. 10 km eine der längsten Straßen Berlins. Auf ihrer gesamten Länge ist sie Teil der Bundesstraße B5 und im Bereich der Freybrücke auch Teil der Bundesstraße B2. Die bestehende Freybrücke überspannte die Untere Havel-Wasserstraße (UHW) mit einer Stützweite von 63,0 m. Die UHW ist als Bundeswasserstraße Bestandteil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17.

Bedingt durch den Zustand der alten Brücke wurde für den Fahrzeugverkehr eine Lastbeschränkung angeordnet. Während des Ersatzneubaus konnte der Verkehr ohne Lastbeschränkungen auf einer extra errichteten Behelfsbrücke mit jeweils zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung und integriertem Rad- und Gehweg fließen.

Bauwerkskonzept und Gestaltung

Die neue Freybrücke berücksichtigt Denkmalschutzanforderungen die geometrischen Formen des alten Bauwerks aufzunehmen.

Die Vergrößerung der Stützweite wurde durch einen höheren Bogenstich erreicht. Für die Bogengestaltung wurden im Wesentlichen die sichtbaren Gestaltungselemente übernommen. Die Bögen sind, genau wie beim "alten" Vorbild, im oberen Drittel betont schlank gehalten. Neu ist die Gestaltung mit netzartig angeordneten Hängern, die das Tragsystem mit dem Fahrbahndeck verbinden. Das Fahrbahndeck ist eine Stahlverbundplatte die wieder Platz für fünf Fahrstreifen mit einer Breite von je 3,0 m bietet.

Auf jeder Brückenseite sind kombinierte Fuß- und Radwege mit konsolartigen Stahltragkonstruktionen angeordnet. Die Geländer wurden architektonisch gestaltet.

Pfeiler und Widerlager sind auf Bohrpfählen gegründet. Die Pfeiler sind ähnlich dem alten Bestand niedrig gehalten. Sie spiegeln mit ihren Abmessungen, zusammen mit den Brückenlagern, den enormen Kraftfluss wider. Die vorhandenen Treppenanlagen und Postamente wurden abgebaut und nach der Restaurierung wieder aufgebaut.

Ergänzende Ausstattungselemente sind die Straßen- und Fußwegbeleuchtung, Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung, Vogeleinflugschutz und Vorkehrungen für die Schifffahrt.
Luftbild der alten Freybrücke
Luftbild der alten Freybrücke