Exzellenz

Straßenkarte des Gehirns
Bild: James Thew - Fotolia.com

Exzellenzinitiative und Exzellenzstrategie sind Förderprogramme von Bund und Ländern zur Stärkung von Spitzenforschung an deutschen Universitäten. Durch sie soll der Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt und seine Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb verbessert werden. Die Organisation beider Verfahren obliegt maßgeblich dem Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Exzellenzinitiative (2005-2017)

Die Exzellenzinitiative wurde 2005 von der Bundesregierung beschlossen. Darüber hinaus kann sich der Bund nach der Föderalismusreform von 2006 finanziell im Hochschulbereich nur an befristeten Projektvorhaben beteiligen.

Das Fördervolumen

Das Fördervolumen beträgt rund 4,6 Milliarden Euro. Die Länder tragen für die erfolgreichen Anträge ihrer Universitäten eine fünfundzwanzigprozentige Ko-Finanzierung. Der Anteil des Landes Berlin an der Ko-Finanzierung beträgt über den gesamten Förderzeitraum rund 80 Millionen Euro.

Das Verfahren war wettbewerbsorientiert und wissenschaftsgeleitet. Es gab insgesamt drei Antragsrunden, die jeweils 2005, 2006 und 2011 stattfanden. Die Finanzierung der Exzellenzinitiative im Rahmen der o.g. Verfahren läuft Ende Oktober 2017 aus.

Die Förderlinien

Insgesamt gibt es drei Förderlinien:

  • Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses,
  • Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung und
  • Zukunftskonzepte, in denen die Hochschule ihre langfristige Strategie zur Steuerung festlegt und Maßnahmen der Profilierung entwickelt
    Bedingung der Antragstellung für ein Zukunftskonzept war die erfolgreiche Einwerbung eines Clusters und einer Graduiertenschule.

Erfolgreiches Abschneiden der Berliner Universitäten

Die Antragstellung erfolgte in enger Abstimmung mit der für Hochschulen zuständigen Senatsverwaltung. Die Berliner Universitäten haben in diesem Wettbewerb sehr erfolgreich abgeschnitten. Aktuell werden noch zwei Zukunftskonzepte, neun Graduiertenschulen und vier Exzellenzcluster gefördert. Die Ergebnisse der Exzellenzinitiative haben auch im nationalen Vergleich die herausragende Forschungsstärke der Berliner Universitäten unter Beweis gestellt. Berlin ist mit drei Universitäten bundesweit das erfolgreichste Land in der Einwerbung von Graduiertenschulen und Exzellenzclustern. Darüber hinaus sind die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin mit ihren Zukunftskonzepten erfolgreich und gehören damit zum Kreis der elf bundesweit ausgezeichneten Exzellenzuniversitäten. Nicht zuletzt verdankt sich dieser Erfolg auch dem dichten Netz außeruniversitärer Einrichtungen in Berlin, mit denen zahlreiche Kooperationen eingegangen wurden.

Exzellenzstrategie (Förderbeginn 2019)

Die Exzellenzstrategie ist das Nachfolgeförderprogramm zur Exzellenzinitiative. Durch sie soll die Förderung wissenschaftlicher Spitzenleistungen, Profilbildung und Kooperationen im Wissenschaftssystem fortgeführt werden.

Das Fördervolumen

Das Fördervolumen beträgt rund 533 Millionen Euro jährlich. Die Länder tragen für die erfolgreichen Anträge ihrer Universitäten eine fünfundzwanzigprozentige Ko-Finanzierung. Das Verfahren ist wettbewerbsorientiert und wissenschaftsgeleitet. Förderbeginn ist 2019.

Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte, die aktuell im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert werden, erhalten ab November 2017 eine auf höchstens 24 Monate ausgelegte begrenzte Überbrückungsfinanzierung. Hierfür werden in den Jahren 2017 bis 2019 insgesamt rund 734 Millionen Euro von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt.

Die Förderlinien

  • Exzellenzcluster zur Projektförderung international wettbewerbsfähiger Forschungsfelder in Universitäten beziehungsweise Universitätsverbünden.
  • Exzellenzuniversitäten zur dauerhaften Stärkung der Universitäten entweder als Einzelinstitutionen oder als Verbünde von Universitäten und dem Ausbau ihrer internationalen Spitzenstellung in der Forschung.

Antragstellung der Berliner Universitäten

Die Antragstellung erfolgt in enger Abstimmung mit der für Hochschulen zuständigen Senatsverwaltung.

Im April 2017 haben die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin und die Charité-Universitätsmedizin Berlin insgesamt 16 Antragsskizzen für Exzellenzcluster eingereicht. Die Entscheidung über die Einreichung von Vollanträgen fiel im September 2017. Von 16 Antragsskizzen werden 9 zur Vollantragstellung zugelassen. Darunter Anträge von allen vier Universitäten und der Charité. Die Frist zur Einreichung der Vollanträge läuft Ende Februar 2018 aus. Die Entscheidung über die Förderung von Vollanträgen fällt im September 2018.

Die Freie Universität, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Technische Universität Berlin planen in Zusammenarbeit mit der Charité, im Dezember 2018 gemeinsam einen Verbundantrag in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten einzureichen. Das Land Berlin unterstützt die Antragstellung mit 3,5 Millionen Euro. Die Einreichung eines Antrags in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten ist an ein erfolgreiches Abschneiden bei Exzellenzclustern geknüpft.

Detaillierte Informationen, Formulare und Merkblätter unter: