Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health

Schild der Clinical Research Unit des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung
Bild: BIH/Christian Kruppa

Zusammenführung von universitärer und außeruniversitärer Forschung

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) bzw. das Berlin Institute of Health (BIH) wurde als neue außeruniversitäre Einrichtung an der Schnittstelle von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre im Bereich der Biomedizin von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin gegründet. Ziel des Zusammenschlusses ist die Bündelung wissenschaftlicher Synergien von Charité und MDC sowie die Institutionalisierung der langjährigen projektbezogenen Kooperation. Im Fokus stand und steht die Frage, wie Forschungserkenntnisse aus den Lebenswissenschaften schneller und gezielter in für Menschen nützliche medizinische Therapien, Diagnostik und Prävention übersetzt und klinische Beobachtungen in die Grundlagenforschung transferiert werden können.

Rechtliche Grundlagen des BIG sind eine 2013 unterzeichnete Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Berlin sowie das vom Abgeordnetenhaus von Berlin am 26. März 2015 beschlossene BIG-Gesetz. Das Institut wird als Körperschaft des öffentlichen Rechts gemeinschaftlich durch den Bund (90 Prozent) und das Land Berlin (10 Prozent) finanziert.

Mit dem BIG ist damit eine eigenständige, rechtsfähige Einrichtung der medizinischen Spitzenforschung in Berlin entstanden, die auf innovative Art translationale und systemmedizinische Forschung miteinander verknüpft. Charité und MDC als voll rechtsfähige Gliedkörperschaften des BIG behalten dabei ihre Eigenständigkeit. Das heißt, auch die Grundfinanzierung von Charité und MDC bleibt erhalten.

Der Forschungsansatz des BIG basiert auf der Erkenntnis, dass für eine wirksame Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie die Verknüpfung von Grundlagenforschung und krankheits- bzw. patientenorientierter Forschung unabdingbar ist. Entscheidende Fortschritte in der Medizin sind nur im Rahmen integrativer Forschungsansätze insbesondere an den Schnittstellen der Disziplinen zu erzielen.

Translationale Medizin

Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Arbeitens am BIG steht die translationale Forschung, also die Verbindung von biomedizinischer Grundlagenforschung, klinischer Forschung und ärztlicher Anwendung. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Ergebnisse schneller zum Wohle der Patientinnen und Patienten anwenden zu können, aber wechselseitig auch, Fragen und Erkenntnisse aus der ärztlichen Praxis in die Wissenschaft zurückzugeben. Eine weitere Besonderheit des BIG ist die Verbindung von Translation mit der fächerübergreifenden Systemmedizin. Die Systemmedizin betrachtet die grundlegenden molekularen Ursachen von Krankheiten zur Entwicklung neuer Diagnoseverfahren, Therapien oder präventiver Maßnahmen. Dieses neue Modell der nutzenorientierten, personalisierten Gesundheitsversorgung durch translationale Spitzenforschung mit systemmedizinischem Ansatz und Innovationen ist die Vision des BIG. Dabei widmet es sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten (fortschreitenden) Krankheiten und ungelösten Gesundheitsproblemen, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten.

Selbst im internationalen Vergleich gibt es nur wenige vergleichbare Einrichtungen. Erstmalig liegt der Fokus einer Forschungseinrichtung auf methodischen und thematischen Querschnittsfeldern im Sinne von organübergreifenden Mechanismen und Prozessen. Langfristig soll das BIG zu einer weltweit führenden biomedizinischen Wissenschaftseinrichtung werden, die die medizinische Praxis international verändert und prägt.

Forscherinnen und Forscher

Wichtige Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Gewinnung in- und ausländischer Spitzenforscherinnen und -forscher sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses insbesondere an der Schnittstelle von fachärztlichem und wissenschaftlichem Wirken. Hierbei leistet die Stiftung Charité einen wichtigen Beitrag.

Ziel der Ausbildung am BIG ist es, eine neue Generation von translational ausgebildeten Forscherinnen und Forscher in ihrer wissenschaftlichen und klinischen Forschung mit einem integrativen, translationalen und unternehmerischen Ansatz zu unterstützen.

Standorte

Die sogenannte Clinical Research Unit (CRU) ist die Schnittstelle zwischen Klinik und Forschung. Hier arbeiten Klinikerinnen und Kliniker und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng zusammen und forschen gemeinsam im Rahmen klinischer Studien zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Der Aufbau der CRU einschließlich der Infrastruktur läuft bereits an den vier Standorten der Charité: Campus Berlin-Buch, Campus Charité Mitte, Campus Virchow-Klinikum und Campus Benjamin Franklin.