3. Kreativwirtschaftsbericht

Kreativität und Innovation sind Markenzeichen der deutschen Hauptstadt. Und sie stellen eine bedeutende Wirtschaftskraft dar. Der Kreativ- und Digitalsektor boomt.
Der 3. Kreativwirtschaftsbericht fasst die Entwicklung der Branche in Zahlen, Einschätzungen und Trends zusammen.

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Berliner Kreativwirtschaft in Zahlen »

Acht Kernaussagen zur Berliner Kreativwirtschaft

Die Anzahl der Unternehmen und der Beschäftigten sowie der Umsatz der Kreativwirtschaft sind in Berlin im Vergleich zur nationalen Ebene sowie zu anderen Vergleichsregionen im Kurz- wie Langzeittrend seit 2009 überdurchschnittlich gewachsen.

  • Kreativwirtschaft erwirtschaftet 8,5 % der Bruttowertschöpfung in Berlin.
    Die Berliner Kreativwirtschaft erwirtschaftete etwa 7,8 Mrd. Euro bzw. 8,5 % der Bruttowertschöpfung der Berliner Wirtschaft. Auch wenn die statistischen Grundlagen nicht vollständig vergleichbar sind, ist dies deutlich mehr als im nationalen (um 1 %) und europäischen Vergleich (um 3 %). Die Bruttowertschöpfung der Berliner Kreativwirtschaft stieg seit 2009 um 4 % an.
  • 10 % der Umsätze der Berliner Wirtschaft werden von der Kreativwirtschaft generiert
    Im Jahr 2012 gab es in der Kreativwirtschaft rund 28.200 Unternehmen, die einen Umsatz von über 16,6 Mrd. Euro erwirtschafteten.
    Dies entspricht einem Anteil von rund 10 % am Gesamtumsatz der Berliner Wirtschaft. Die Branchenstruktur der Kreativwirtschaft ist durch eine hohe Anzahl von Klein- und Kleinstunternehmen gekennzeichnet, die teilweise unter der Umsatzschwelle von 17.500 Euro liegen. Man kann davon ausgehen, dass die Umsätze tatsächlich deutlich höher sind. Die in Berlin ansässigen Unternehmen der Kreativwirtschaft erwirtschaften rund 7 % des Umsatzvolumens der Kreativwirtschaft in Deutschland, Tendenz steigend.
  • Umsätze der Berliner Kreativwirtschaft wuchsen seit 2009 um 28 % (+ 3,6 Mrd. Euro)
    Die Kreativwirtschaft in Berlin erwirtschaftete in 2012 über 3,6 Mrd. Euro mehr als in 2009. Zur Umsatzsteigerung haben neben der Designwirtschaft mit einem Wachstum von 100 % (+ 1,1 Mrd. Euro) der Kunstmarkt mit 56 % (+ 250 Mio. Euro), die Musikwirtschaft mit 60 % (+ 380 Mio. Euro) sowie die Software-/Games-Industrie mit 50 % (+ 900 Mio. Euro) beigetragen.
  • Steigende Einkommen insbesondere in den Bereichen Design, Werbung und Software/Games
    Deutlich angestiegen sind in Berlin die Einkommen bei Werbefachleuten, Grafikern, Designern, Fotografen sowie den technischen, mit der Kreativwirtschaft verbundenen Berufen in Berlin. Das sind zugleich die Berufsgruppen, bei denen die Zahl der Erwerbstätigen besonders stark gewachsen ist.
  • Jedes fünfte Unternehmen in Berlin ist ein Unternehmen der Kreativwirtschaft
    Im Jahr 2012 waren rund 28.200 Unternehmen der Kreativwirtschaft in Berlin ansässig. Dies entspricht einem Anteil von 20 % aller Unternehmen der Berliner Wirtschaft sowie 9 % aller Unternehmen der Kreativwirtschaft in Deutschland. Man kann davon ausgehen, dass die Unternehmenszahlen deutlich höher sind, da die zu Grunde liegende Umsatzsteuer­statistik lediglich Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz erfasst. Die Zahl der Unternehmen im Kreativbereich stieg von 2009 bis 2012 um 14 % bzw. rund 3.500 an; Der Zuwachs an Unternehmen war in der Software-/Games-Industrie (30 %), der Designwirt­schaft (25 %), im Buchmarkt (20 %) sowie im Markt für Darstellende Kunst (17 %) am höchsten.
  • Arbeitsmarktfaktor Kreativwirtschaft mit 186.000 Erwerbstätigen
    Die Berliner Kreativwirtschaft stellt mit ihren knapp 186.000 Erwerbstätigen einen immens wichtigen Arbeitsmarktfaktor innerhalb der Berliner Wirtschaft dar. Neben den fast 78.000 Freiberuflern und Selbstständigen gingen rund 98.500 einer sozialversicherungspflichtigen. Lediglich 9.400 Erwerbstätige gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach. Das Verhältnis der Beschäftigungsarten untereinander ist in den letzten Jahren annähernd gleich geblieben, wobei der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungs­verhältnisse leicht stieg und der Anteil der Selbständigen etwas zurückging. Mit einem Anteil von 42 % an den Erwerbstätigen ist die Anzahl der Freiberufler und Selbständigen sehr hoch. Im Bundesdurchschnitt sind nur 30 % der in der Kreativwirtschaft Tätigen Freiberufler oder Selbständige.[1]
  • Rund 30.000 neue Jobs in der Kreativwirtschaft seit 2009
    Bis 2013 stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 19 % und insgesamt 29.600 Personen. Dieses Wachstum geht insbesondere auf die steigende Anzahl an sozialversicherungs­pflichtig Beschäftigten (+ 28 %) zurück. Der Teilmarkt mit der höchsten Steigerung war die Software/ Games-Industrie mit einem Plus von 75 % (auf 47.000 Personen), gefolgt von der Designwirtschaft mit 44 % sowie dem Kunstmarkt und dem Architektenmarkt mit Zuwächsen um 20 %. In Berlin ist mindestens ein Viertel des Beschäftigungswachstums der gesamten Berliner Wirtschaft der letzten Jahre auf die Zunahme der Beschäftigung in Kreativberufen zurückzuführen. In Deutschland war es ein Achtel. Jeder elfte Berliner Erwerbstätige geht einer kreativen Beschäftigung nach.
  • Kreative Branchen weiterhin im Fokus der Politik
    Die Kreativwirtschaft ist eine Wachstumsbranche und ein Innovationstreiber für andere Branchen, daher wird sie auch weiterhin im Fokus der Politik und der wirtschaftsfördernden Einrichtungen stehen. Abgesehen von der sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung tragen die kreativen Unternehmen und Akteure wie auch die zahlreichen Veranstaltungen zu der herausragenden Standortattraktivität Berlins bei; viele der sich neu in Berlin ansiedelnden Firmen geben zur Begründung unter anderem die hohe Lebensqualität an, die ihre Suche nach Fach- und Führungskräften erleichtert. Gründe genug, sich weiterhin intensiv für gute Rahmenbedingungen einzusetzen und ein Klima zu schaffen, das das Wachstum der Kreativbranchen am Standort Berlin auch in Zukunft begünstigt.

1 Der Anteil der freiberuflichen Erwerbstätigen in der Kreativwirtschaft liegt bei dieser Auswertung niedriger als im Kapitel zur Einkommensentwicklung.
Während für die Auswertung der sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit Grundlage ist, basieren die Beschäftigtenangaben im Kapitel über die Einkommenssituation Kreativschaffender in Berlin auf dem Mikrozensus 2011. In der Beschäftigtenstatistik werden alle Mitarbeitenden dem Wirtschaftszweig zugeordnet, zu dem das Unternehmen gehört, unabhängig von ihren tatsächlichen Arbeitsaufgaben.
Das bedeutet beispielsweise, dass nicht nur Fachkräfte, sondern auch Mitarbeiter der Buchhaltung oder im kaufmännischen Bereich eines IT-Unternehmens dem Wirtschaftszweig Software/Games zugeordnet werden. Bei der Auswertung des Mikrozensus wurden dagegen nur die kreativ Tätigen berücksichtigt.