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Nachnutzung des Flughafens Tegel

Der Flughafen Berlin-Tegel wird mit Inbetriebnahme des zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) geschlossen. Künftig soll hier, für entsprechende Bedarfe, ein zusammenhängender Forschungs- und Innovationspark am Standort Berlin zur Verfügung gestellt werden.

I. Planungsprozess

Ausgehend von einer Grundlagenermittlung sowie der Werkstatt Tegel 2009 und 2010 wurde ein Strukturkonzept als planerische Vorgabe für die Standortentwicklung Tegels erarbeitet. Die Änderung des Berliner Flächennutzungsplans wurde am 12.04.2011 im Senat beschlossen und hat am 09.06.2011 die Zustimmung des Abgeordnetenhauses erfahren. Am Standort Tegel werden ca. 210 ha gewerbliche Baufläche mit dem Schwerpunkt „Forschungs- und Technologiepark Zukunftstechnologie“ dargestellt. Teilflächen und Randbereiche, die an vorhandene Mischbebauung anschließen, sind als Mischgebiete dargestellt. Weitere 220ha bleiben als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Feld, Flur, Wiese“, zum Erhalt der Offenlandschaft („Tegeler Stadtheide“) erhalten.
www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtplanerische_konzepte/txl(Externer Link)

Die Phase der verbindlichen Bauleitplanung ist in diesem Jahr mit entsprechenden Aufstellungsbeschlüssen gestartet worden. Der Bebauungsplan 12-50 lag für die frühzeitige Beteiligung bis zum 09.02.2012 aus, um bei der Planung alle Belange und Probleme aller Betroffenen und der Öffentlichkeit sorgfältig zu erfassen und gerecht abzuwägen. Der Bebauungsplan 12-50 berücksichtigt insbesondere die wirtschaftspolitischen Intentionen zur Umsetzung eines Standortes für Gewerbe und Forschung.
www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtplanerische_konzepte/txl/download/b-plan/Tegel_Bplan_5000er_12-50_120102.pdf(Externer Link)

II. Wirtschaftliche Entwicklung

Als zentrales Projekt (Leitprojekt B 1) des Masterplan Industriestadt Berlin 2010 – 2020 soll durch die Nachnutzung Tegels die Voraussetzungen geschaffen werden, industrielles Wachstum zu fördern und das Potenzial Berlins an Industriearbeitsplätzen zu steigern. Ziel ist es, große zusammenhängende Areale für moderne technologieorientierte Industrieunternehmen zur Verfügung zu stellen. Dieses Projekt richtet sich vorrangig an expansionswillige Bestandsunternehmen und ansiedlungsinteressierte Unternehmen.

1. Standortprofil

Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung haben in Abstimmung mit den zuständigen Senatsverwaltungen unter Federführung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen sowie unter Beteiligung des Bundes (BIMA) von Juli 2010 bis Februar 2011 im Rahmen von Gesprächen mit Expertinnen und Experten und zwei Strategiewerkstätten gemeinsam ein Standortprofil entwickelt.
Im Zuge der Erarbeitung des Standortprofils wurde auf der Grundlage einer Standortbewertung nach einem internationalen, nationalen und regionalen Standortvergleich, die Leitidee „Urban Technologies – Technologien für die Stadt der Zukunft“ mit den vier Themenfeldern:

  • Energiewelten neu entdecken
  • Mobilität neu erfahren
  • Experimentierraum schaffen und
  • Werkstoffe neu erfinden
für den künftigen Industriestandort Tegel entwickelt. Die Notwendigkeit knappe Ressourcen verantwortungsvoll und effizient zu nutzen, stellt in einer modernen Stadt wie Berlin neue Herausforderungen an die Mobilität, die Energie und die urbane Versorgungsstruktur. Der Flughafen Tegel mit rd. 210 ha geplanter gewerblicher Baufläche bietet mit seiner Nähe zur Wissenschafts- und Forschungslandschaft der City-West und seiner infrastrukturell günstigen Lage, ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sowie Industrieunternehmen. Forschung, Entwicklung, Produktion und innovative Lösungen an einem Standort ermöglichen eine Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die zum Erfolg eines Industriestandortes beitragen.

Das Standortprofil für Tegel wurde in der Senatssitzung vom 22.02.2011 beschlossen.

Zur weiteren Profilierung des Standortes im Hinblick auf die stadträumliche und stadtstrukturelle Entwicklung bzw. die Fortschreibung des Standortprofils hat die Tegel Projekt GmbH ein Werkstattverfahren mit externer Begleitung organisiert (März bis Mai 2012).

2. Marketingkonzept

In Fortsetzung des erfolgreichen dialogorientierten Prozesses zum Standortprofil hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung ein Marketingkonzept erstellt. In diesem Prozess sind relevante regionale und überregionale Wirtschafts- und Wissenschaftsakteure aus den entwickelten Themenfeldern gezielt angesprochen und im Rahmen einer Strategiewerkstatt in die Entwicklung des strategischen Marketingkonzepts eingebunden worden, um die Anforderungen an den Standort und die Alleinstellungsmerkmale - Unique Selling Propositions (USP) – zu präzisieren und zu schärfen.

Ansiedlungswilligen Firmen und Einrichtungen müssen Entscheidungskriterien für eine Ansiedlung am Flughafengelände plausibel, öffentlich und medienwirksam dargelegt werden. Das neue Marketingkonzept schlägt hierzu fünf Schritte für den Weg zu einer erfolgreichen Vermarktung Tegels vor:

  • Direktmarketing: d.h. die direkte Ansprache von potenziellen Interessenten.
  • Event- bzw. Multiplikatorenmarketing: im Sinne eines Austausches mit wichtigen Multiplikatoren wie Kammern, Verbänden.
  • Online-Marketing: regelmäßige und ständig aktualisierte Informationen über den Standort auf einer eigenen Homepage, welche bereits in der Entwicklung ist.
  • Print-Marketing: bspw. gezielte Anzeigen, Aufsätze in Fachzeitschriften.
  • Vor-Ort-Marketing: punktuelle Marketingmaßnahmen auf dem Flughafengelände selbst noch während des Flughafenbetriebes, um für den neuen Standort Tegel zu werben.
Das Marketingkonzept für den künftigen Forschungs- und Industriepark Zukunftstechnologien in Tegel ist eine richtungsweisende Handlungsempfehlung für den am Standort verantwortlichen Träger/ Geschäftsbesorger.

Das Marketingkonzept wurde am 28.06.2011 vom Senat beschlossen.
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3. Flächenmanagement und -vermarktung

Auf der Grundlage zuvor beschriebener Szenarien soll ein Teil des Flughafengeländes als Forschungs- und Industriefläche ausgehend vom Terminalgebäude wirtschaftspolitisch entwickelt werden. Hiermit wurde ab dem 15.09.2011 die Tegel Projekt GmbH beauftragt, die durch eine gezielte Akquisition in- und ausländischer Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen dazu beitragen soll, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen sowie Einnahmen für das Land Berlin zu generieren.
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtplanerische_konzepte/txl/de/kontakt(Externer Link)

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