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Der Berliner Telekommunikationsmarkt

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Liberalisierung und Konsolidierung der Telekommunikationsmärkte

  • 1997 und in den Folgejahren standen spürbare Preissenkungen bei den Telekommunikationsdienstleistungen und die Etablierung eines markorientierten Wettbewerbs im Fokus.
  • Seit Anfang 2003 hat sich das Breitbandangebot mit dem Auf- und Ausbau von DSL, UMTS im Mobilfunkbereich und der TV- Kabelnetze erheblich ausgeweitet und verbessert.
  • Seit 2004 entstehendes Voice over Internet-Protocol (VoIP)/ Internettelefonie-Angebot.
  • Im Verlauf des Jahres 2010 Bereitstellung zusätzliche Frequenzspektren für Mobilfunkangebote und die Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten (u. a. im Spektrum 790 – 862 MHz/ „Digitale Dividende“) bereitgestellt.
  • Für das Jahr 2010 ist eine grundlegende Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) angekündigt. Anlass für diese Änderungen bildet die jüngst abgeschlossene Reform des EU-Rechtsrahmens zur elektronischen Kommunikation. Folgende Regelungsbereiche werden aufgegriffen: Verbesserung der Rahmenbedingungen für Infrastrukturinvestitionen und Wettbewerb, Optimierung der sektorspezifischen Regulierungsinstrumente, Technologieneutrale Ausgestaltung und Flexibilisierung der Frequenznutzung, Neuerungen betreffend der Rundfunkübertragung, Sicherheit und Integrität von Netzen und Diensten, Umsetzung der strukturellen und verfahrensrechtlichen EU-Vorgaben, Stärkung der Verbraucherrechte und Datenschutz / Datensicherheit.
  • Für Regulierungsfragen einschließlich des Verbraucherschutzes ist seit 13.07.2005 die Bundesnetzagentur(Externer Link) für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen mit Hauptsitz in Bonn zuständig.
  • Herr Senator Wolf ist langjähriges Mitglied des Beirates bei der Bundesnetzagentur(Externer Link).

Marktkennzahlen und -entwicklung

  • Die Zahl der bei der Bundesnetzagentur gemeldeten Telekommunikationsdienstleister in Deutschland hat sich von 1.066 im Februar 1998 auf 2.901 Unternehmen zum August 2010 erhöht.
  • Die Anzahl der Arbeitsplätze ist bundesweit von 221.900 Ende 1998 (Deutsche Telekom 179.200; Wettbewerber 42.700) auf 240.700 Ende 2001 (Deutsche Telekom 178.300; Wettbewerber 62.400) gestiegen. Danach erfolgte eine Abnahme auf 187.000 (Deutsche Telekom 131.300; Wettbewerber 55.700) Beschäftigte zum 31.03.2009.
  • 1998 betrug der Gesamtumsatz auf dem Sektor der Telekommunikationsdienstleistungen 44,2 Mrd. €, im Jahr 2006 wurden 67,30 Mrd. € Umsatz erreicht und bis 2009 verringerte sich der Umsatz auf 60,3 Mrd. €
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Anwendungen und Infrastruktur in Berlin

  • Breites Serviceangebot im Festnetz: Das Angebot und der Wettbewerb auf dem Berliner Telekommunikationsmarkt gewährleisten aktuell eine gute Telekommunikationsinfrastruktur für die Stadt: Neben der Deutschen Telekom (DTAG) haben sich in Berlin zahlreiche Wettbewerber etabliert: Berlin verfügt im Festnetzbereich heute über zwei Kommunikationsinfrastrukturen, die in Konkurrenz stehen: Das Kupfernetz der DTAG, mit dem alle Berliner Haushalte (rund zwei Millionen) erreicht werden, sowie das Koaxialkabelnetz der TV-Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, TeleColumbus und kleinerer Anbieter, das heute bereits 1,2 Millionen Wohneinheiten versorgt. Auf dem Teilnehmeranschlussnetz der DTAG findet intensiver Wettbewerb statt: Die Deutsche Telekom bietet nahezu flächendeckend in Berlin ADSL mit bis zu 16 Mbit/s und in weiten Teilen der Stadt VDSL mit einer Übertragungsrate bis zu 50 Mbit/s im Download an. Drei alternative Netzbetreiber – Vodafone bzw. Arcor, Versatel und Telefonica O2 bzw, HanseNet – nutzen dieses Netz fast flächendeckend für eigene Angebote an Endkunden. Diese drei Unternehmen haben nahezu alle der insgesamt 144 Hauptverteiler (HVt) im Land Berlin mit ihren eigenen Backbone-Netzen erschlossen, teils über eigene Glasfasertrassen, teils über gemietete Leitungskapazitäten. Auf diesem Teilnehmeranschlussnetz wird heute ADSL mit einer maximalen Bandbreite von 16 Mbit/s angeboten, wobei 6 Mbit/s zunehmend als Standardangebot bezeichnet werden. Zwei weitere, ausschließlich auf Geschäftskunden ausgerichtete Netzbetreiber – COLT und DNS:NET – haben in Berlin eigene Glasfasertrassen bis zu ihren Endkunden verlegt, nutzen jedoch in einigen Ausbaugebieten der Stadt ebenfalls das Teilnehmeranschlussnetz der DTAG zur Ergänzung der eigenen Infrastruktur. Von allen Netzbetreibern werden für Geschäftskunden ausschließlich im Projektgeschäft Bandbreiten zwischen 10 Mbit/s und 10 Gbit/s auf Glasfasernetzen angeboten. Mit dem BCIX e. V. verfügt Berlin über ein leistungsfähiges und offenes Internet- Peering- Angebot und eine Verknüpfung zu den Berliner Internet- Service- Providern und Internet- Rechenzentren wie der Strato AG.
  • Flächendeckende Funkversorgung: Im gesamten Stadtgebiet sind mobile Breitbandanwendungen über die UMTS-Netze der vier etablierten Mobilfunkbetreiber (Vodafone, T-Mobile, E-Plus, O2) im vollen Umfang nutzbar. Hierfür stehen innerhalb des Berliner Stadtgebietes fast 3000 Standorte für ortsfeste Mobilfunkbasisstationen zur Verfügung. Zahlreiche Spezialanbieter wie e*message Wireless Information Service Deutschland (professionelle Pagerdienste und Bündelfunk), Sky-DSL (Telekommunikations-Breitband-Satelliten-Lösungen) und CXBNET (Breitband-Funk-Lösungen) komplettieren das Angebot in Berlin.
  • Telekommunikationsunternehmen in Berlin: Im März 2009 waren ca. 120 Berliner Telekommunikationsdienstleister bei der Bundesnetzagentur registriert. Weiterhin sind die Telekommunikationsausrüster wie Motorola, Nokia, Nokia-Siemens-Networks, Teles, Tektronix, AVM, Aastra-DeTeWe, ADVA Optical, Corning Cable, ALCATEL-LUCENT und ADC-KRONE der Berliner Telekommunikationsbranche zuzuordnen.
  • Weiterentwicklung Breitband: Die steigenden Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer stellen die Bereitstellung anforderungsgerechter fester und mobiler breitbandiger Telekommunikationszugänge in Zukunft vor neue Herausforderungen. Es wird prognostiziert, dass spätestens bis Mitte des nächsten Jahrzehnts im Festnetzbereich Übertragungsraten von mehr als 50 Mbit/s erwartet werden. Im Rahmen der IT-Standortstrategie wird deshalb ein Fokus auf den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur gelegt. Nur Glasfasertechnologie gewährleistet zukunftssichere Breitbandversorgung im Festnetzbereich. Der Aufbau eines glasfaserbasierten Zugangsnetzes, das mindestens bis zum Gebäude (FTTB) und später bis zum Teilnehmer geführt wird (FTTH), muss in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden. Parallel steht die Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration LONG TERM EVOLUTION (LTE) als Nachfolgetechnologie zu UMTS unmittelbar bevor. LTE ist in der Lage, Datenraten von bis zu 100 Mbit/s zu empfangen (Downstream) und im Sendebetrieb von bis zu 50 Mbit/s zu erreichen (Upstream). Die Einführung von LTE wir schwerpunktmäßig ab dem Jahr 2011 erfolgen.
  • WLAN: Der Einsatz von Laptops und weiteren mobilen Endgeräten wie etwa PDAs, MP3-Player und Smartphones in Verbindung mit einem flexiblen mobilen Breitbandzugriff im Berliner Stadtraum gewinnt immer stärker an Bedeutung. Unterschiedliche Anwendungen wie Internetzugriff, Navigation, Location-Basedservices, vernetztes Leben, mobile Nutzung von Web 2.0 und Community-Angeboten sind dabei gefragte Einsatzgebiete. Es werden Gespräche mit der Freifunkszene, Telekommunikationsanbietern und sonstigen Interessenten geführt, um Ansätze zur Verbesserung des WLAN- Angebotes in Berlin zu identifizieren und voranzubringen.
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